Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1913)
- Article
- Die Berufszählung in München im Jahre 1907
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 138 (sequence 2)
- Language
- German
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— 138 - bis 1895 etwas rascher als bei der gesamten j Münchner Bevölkerung, von 1895 bis 1907 j in gleich starkem Maße. Es waren nämlich j unter 100 männlichen Erwerbstätigen im j Jahre 1882 1,9 Israeliten, im Jahre 1895 j 2,1 und im Jahre 1907 ebenfalls 2,1. Die j weiblichen Juden dagegen sind in viel j stärkerem Tempo in das Wirtschaftsleben j eingetreten als die erwerbstätigen Frauen der Gesamtbevölkerung, wie der steigende Prozentsatz der erwerbstätigen Jüdinnen zeigt. Er betrug imj Jahre 1882 0,8, im Jahre 1895 0,9 und im Jahre 1907 bereits LI. Verfolgen wir nun die Berufsgliederung der erwerbstätigen Juden nach den Berufszählungen von 1882, 1895 und 1907. Hauptberufsabteilung Absolute Zahl Auf die einzelnen Berufsabteilungen entfielen von je 100 Juden Unter je 100 Erwerbstätigen der einzelnen Berufsabt waren Juden 1882 | 1895 1907 1882 j 1895! 1907 1882 1 1895 | 1907 D. Lohnarbeit wechselnder Art .... E. Oeffentlicher Dienst und freie Berufe — i 8 241 j 556 1058 | 1764 6 1 5 137! 259 421! 973 6 712 2127 16 489 1372 12,9 56,8 0,3 7,4 22,6 0,2; 0,1 15,7 j 15,1 49,5! 45,0 0,1 1 0,3 7,2; 10,4 27,3 1 29,1 0,5 4,6 0,1 0,7 2,0 0,2 0,6 3,7 0,1 1,0 3,1 0,2 0,6 3,0 0,1 1,5 3,1 Zusammen............ 1863 | 3565 j 4722 100 | 100 | 100 1,6 | 1,7; 1,7 Das Eindringen der Juden in die gewerblichen Berufe hat seit 1895 keine Fortschritte gemacht. Wie damals sind auch jetzt von 100 Juden in München 15 im Gewerbe tätig. Dagegen hat die Beschäftigung mit Handel und Verkehr auch in dem Zeitraum zwischen den beiden letzten Berufszählungen nicht unerheblich nachgelassen. An Bedeutung haben gewonnen die freien Berufe, und auch die Beruflosen haben sich erheblich gemehrt. Nur in den beiden Berufsabteilungen Handel und Verkehr, sowie öffentlicher Dienst und freie Berufe zeigt sich dieselbe Entwicklungstendenz in München wie in ganz Bayern. Was den prozentualen Anteil der jüdischen Erwerbstätigen an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen in den einzelnen Hauptberufsabteilungen anlangt, so zeigt sich im Handel j und Verkehr ein ununterbrochenes Sinken von 4,6 im Jahre 1882 auf 3,7 im Jahre 1895 und 3,0 im Jahre 1907, in der Industrie j und in der Kategorie der beruflosen Selbständigen seit 1895 eine Konstanz, und nur in der Berufsabteilung: öffentlicher Dienst und freie Berufe ein Ansteigen. Vergleichen wir hiermit die Berufsgliederung der gesamten Münchner Bevölkerung. Von 100 erwerbstätigen Personen entfielen je in den drei Erhebungsjahren auf A 1,8 1,5 und 0,9, auf B 42,7, 45,5 und 39,2, auf C 19,4, 22,5 und 25,6, auf D 5,4, 3,7 und 5,9, auf E 13,4, 11,9 und 11,9, endlich auf F 17,3, 14,6 und 16,2. Als wesentlicher Unterschied zur Entwicklung der Berufsgliederung der Juden tritt in die Erscheinung der relative Rückgang des Prozentsatzes der in der Industrie tätigen Personen in der Zeitspanne 1895 bis 1907 und die von Berufszählung zu Berufszähiung sich steigende prozentuale Vertretung der handeltreibenden Klasse innerhalb der Münchner Berufsbevölkerung. Der letztere Umstand mag vielleicht als Erklärung dienen für den gleichzeitig stattfindenden Rückgang des Handels unter den Münchner Juden. Es findet eben infolge des starken Eindringens nichtjüdischer Elemente in die einzelnen Handelszweige eine