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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-10-01 · Heft 10 (Oktober 1913) · p. Seite 140

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 10 (Oktober 1913)
Article
Die Berufszählung in München im Jahre 1907
Date
1913-10-01
Page
Seite 140 (sequence 4)
Language
German
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140 — die Schicht der Angestellten — ihr Anteil j ist von 23,10% im Jahre 1882 nur auf \ 24,03% im Jahre 1907 gestiegen — als vielmehr die dritte Gruppe der Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter, die von 15,39% im Jahre 1882 auf 24,79% im Jahre 1907 anj gewachsen ist. Zurückzuführen ist diese Erscheinung auf die immer stärker werdende Beteiligung der weiblichen jüdischen Personen am Wirtschaftsleben. Während nämlich die Zunahme der jüdischen Männer in der genannten Schicht 198% betrug, belief sie sich bei den jüdischen Frauen auf 467%. Daß in der Berufsabteilung E im Gegenj satz zu der eben festgestellten Tatsache die j Selbständigen auf Kosten der Angestellten! an Bedeutung gewinnen, hängt damit zu- | sammen, daß in dieser Berufsabteilung die j freien Berufe das Hauptkontingent stellen, die natürlich fast nur Selbständige enthalten. So gehörten beispielsweise in München im Jahre 1907 135 Personen der Gesundheitspflege an, davon waren 124 selbständig. Innerhalb der Gesamtzahl der Erwerbstätigen in München hat sich der Prozentsatz der Selbständigen von 40,9 im Jahre 1882 auf 35,5 im Jahre 1907 gemindert, dagegen die Quote der Angestellten von 11,2 auf 13,7 und der Arbeiter von 47,9 auf 50,8 gemehrt Also auch hier im großen und ganzen die gleiche Entwicklung wie bei der jüdischen Bevölkerung. Zum Schluß noch einige Worte über die Anteilnahme beider Geschlechter am Berufe. absolut in Prozenten Hauptberufsabteilung männlich weiblich männlich weiblich 1882 1895 j 1907 1882 1895 1907 1882 1895 1907 1882 1895 1907 A. Landwirtschaft — 7! 5 — i 1 _ 0,2 0,1 1 — 0,2 0,1 B. Industrie .... 212 460; 564 1 29 96 148 13,4 15,7 15,4 10,3 14,9 13,9 C. Handel u. Verkehr 1009 1585! 1800! 49 179 327 63,8 54,3 49,1! 17,3 27,8 30,9 D. Lohnarb. wechs. 4 i! 6 I 2 4 10 0,2 0,0 0,2 | 0,7 0,6 0,9 Art......! E. Oeffentl. Dienst u. 125 240; 434 12 19 55 7,9 8,2 11,8 4,2 2,9 5,2 freie Berufe . . i F. Beruflose Selbstst. 230 628 j 855 | 191 345 517 14,7 21,6 23,4 67,5 53,6 49,0 Zusammen .... 1580 2921 | 3664 283 644 1058 100 100 ioo! 100 100 100 Diese Tabelle zeigt uns eine Reihe ganz interessanter Vorgänge. Zunächst, was die Zunahme beider Geschlechter anbelangt. Die männlichen Berufstätigen weisen von 1882 bis 1907 eine absolute Zunahme von 2084 Personen, d. h. von 132% auf, bei den weiblichen Berufstätigen lauten die entsprechenden Zahlen 775 bezw. 274%, also ein vergleichsweise viel stärkeres Ansteigen der Zuwachsquote beim weiblichen Geschlecht. In der Zeit von 1895 bis 1907 ging die Anteilnahme des weiblichen Geschlechts am Berufsleben im Verhältnis zum männlichen Geschlechte rascher vor sich als in der vorangegangenen Periode 1882 bis 1895. Der Grund hierfür liegt in der Entwicklung der Münchner jüdischenBevölkerung, von welcher ein erheblicher Teil aus dem Auslande eingewandert ist. Es wanderten in dem Jahrzehnt 1895 bis 1905 mehr Frauen als Männer ein. So betrug die Zunahme des männlichen Geschlechts von 1895 bis 1905 37,8 °/0, des weiblichen 43,4%. Ferner zeigt eine eingehendere Betrachtung der Tabelle, daß in allen Berufsabteilungen die Zunahme des weiblichen Geschlechts stärker war mit Ausnahme der Abteilung F, Berufslose Selbständige, Hier

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