Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 9 (September 1913)
- Article
- Die Sterblichkeit der Juden in früheren Jahrhunderten
- Date
- 1913-09-01
- Page
- Seite 125 (sequence 2)
- Language
- German
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1681—1690 48 1771 — 1780 38 1691 — 1700 48 1781 — 1790 31 1709 40 1791-1900 35 Zum Vergleich sei bemerkt, daß die jü- I dische Sterblichkeit heute 12 %0 beträgt und j daß Dr. Dietz die Zahl der im Jahre 1643 j beerdigten Frankfurter Juden mit 20 angibt, j was einer Morbidität von 17—20% entspricht, j Die Angaben von Dr. D i e t z, welche im Gegenj satz zu Hanauer eine durchweg gesunde j und günstige Sterblichkeit der alten Frankfurter Juden ergeben würden, erhalten einen weiteren Beweis in den Zahlen, die er für j die Jahre 1817/18 anführt, also für eine Zeit, j wo die Juden noch im Frankfurter Getto zusammengepfercht wohnen mußten. Damals trafen nach Dietz auf die Juden pro Tausend Lebender 20,7 Todesfälle, bei den Christen jedoch 28,19." Desweiteren zitiertTheilhaber meine Arbeiten bei dem Kapitel Kindersterblichkeit (S. 153), wo er ebenfalls zu berechnen sucht, daß die Kindersterblichkeit bei den Juden stets geringer gewesen ist wie bei den Christen. Er führt aus, daß eine weitere Handhabe, um dies zu beweisen, die Statistik früherer Jahrhunderte geben könne. Er sagt dann wörtlich: „Die Aufzeichnungen über Frankfurt, die H a n a u e r verwertete, erscheinen nicht als so wissenschaftlich, als daß man sich darauf stützen könnte. H a - n a u e r findet zwar eine auffallend niedere Kindersterblichkeit, und das auch zu einer Zeit, (1620—40), wo die allgemeine Sterblichkeit nach seinen Ziffern eine ganz unglaubliche Größe erreicht hatte. Um so stärker kontrastiert dagegen die niedere Geburtenziffer. Vielleicht findet sich wohl eine Klärung der Sachlage, so daß wir uns nicht allein auf die Wiener Statistik stützen müssen." . . „Schwarz1) führt die einzelnen Todesursachen namentlich an und gibt uns 2) das bezieht sich auf die Wiener Statistik. so einen genauen Überblick, so daß wir sein Material wohl verwenden zu dürfen glauben. (Ein Beispiel dagegen für die Art und Weise, wie Hanauer arbeitet, ist, daß er wohl Zahlen der Kindersterblichkeit, nicht aber die Definition des Begriffes Kindersterblichkeit gibt, d. h. welches Jahr er als Kinderjahre rechnet).'' Für den objektiv urteilenden, unbefangenen Leser dürfte hier eigentlich jedes Wort des Kommentars überflüssig sein, da sich Jeder aus obiger Zusammenstellung leicht ein Urteil über die wissenschaftliche Arbeitsmethode Theilhabers bilden kann, soweit nämlich die Abfertigung anderer Autoren, deren Resultate ihm nicht passen, in Betracht kommt. So behauptet er u. a., meine Resultate erscheinen ihm „auch sonst" recht problematischer Natur, ohne daß er das der Mühe wert hält, zu begründen, warum das der Fall sein soll. Ich werde aber beweisen, daß Theilhaber meine Arbeiten garnicht, resp. nur höchst oberflächlich gelesen hat, daß er garnicht sich die Mühe genommen hat, über dieselben nachzudenken und meine Untersuchungen nachzuprüfen; es genügt ihm einfach, ein apodiktisches Verdict auszusprechen. Ob ein solches Verfahren noch den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit machen kann, will ich dem Leser dieser Zeitschrift zur Beurteilung überlassen. Im Einzelnen ist Folgendes zu bemerken: Theilhaber bemängelt, daß ich die jüdische Sterblichkeit in Frankfurt a. M. 1631/40 mit 206 auf 1000 Personen angegeben habe, er bemerkt hierzu, daß danach in 5 Jahren die autochthone Bevölkerung Frankfurts ausgestorben wäre. Um eine Nachprüfung zu ermöglichen, führe ich die absoluten Ziffern der Gestorbenen, und zwar nach den Angaben des verstorbenen Rabbiners Dr. Marcus Horovitz