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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1913-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1913) · p. Seite 102

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
9 (1913)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1913)
Article
Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Kurhessen
Date
1913-07-01
Page
Seite 102 (sequence 6)
Language
German
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— 102 — die erst 1833 wegfielen. So war die Niederj lassung ausländischer Juden verboten gej blieben und konnte nur mittels landesherr- J iicher Dispensation erfolgen, welche dann auch zur Übernahme fremder Juden als Lehrlinge oder in Dienst noch erforderlich war. Diese Verordnung von 1816 hatte auch den Grundsatz noch aufrecht erhalten, daß die Niederlassung von Juden in Orten, wo j bisher keine gewohnt hatten, nur mit besonj derer landesherrlicher Erlaubnis geschehen ' könne, und wollte darauf Bedacht genommen haben, daß die Zahl der Juden an keinem Orte unverhältnismäßig steige. Das Fortbestehen solcher Beschränkungen mußte natürlich die nach der Emanzipation; zu erwartende rasche Zunahme der israelitischen Bevölkerung mäßigen. Es ist zu bedauern, daß in der Zeit von 181 6 bis zum Jahre 1852, in welchem periodische Zählungen der Juden begannen, nur eine j Aufnahme derselben 1827 statt gefunden hat. j Man würde dadurch in den Stand gesetzt j worden sein, den Einfluß, welchen die Emanj zipation auf den Gang der israelitischen; Bevölkerung in den verschiedenen Landesj teilen im Vergleiche mix der Zunahme der j Gesamtbevölkerung gehabt hat, genauer zu \ erkennen und darzustellen. j! Aus den Ergebnissen der Zählung von j 1827, welche im Althessischen nach, im Fuldaj ischen und Hannauischen vor der Emanzij pation der Juden stattfand, und der von 1852, wrelche die nächste nach der Juden-Emanzipation in den Fuldaischen und Hanauischen j Landesteiien und nach der Aufhebung der im j Althessischen 1816 noch gebliebenen einzelnen Beschränkungen war, läßt sich nur Folgendes entnehmen. Es haben im Durchschnitt jährlich zugenommen: 1817 | 1827 bis! bis 1827 I 1S52 Althtssen: Gesamtbevölkerung . . i 1,07 I 0,1 < Israeliten...... 1,22 1,50 Städte....... j 1,33 1 1,44 Land ....... 1,17; 1,55 Fulda, Hanau: Gesamtbevölkerung 1,33 j 0,57 israeliteo .... Ö,t>7 i 0,<>(> Städte..... 1,11 S 0,09 Land.....! 0,44; 1,00 In der erheblich stärkeren Zunahme der israelitischen Bevölkerung in beiden Zeiträumen im Althessischen und im letzteren Zeiträume im Hanauischen und Fuldaischen und anderseits im Zurückbleiben der israelitischen Bevölkerung in letzteren Landesteilen während der Zeit von 1817 bis 1827, wo die dortigen Juden noch in den alten Hörigkeits¬ und Schutzverhältnissen waren, wird der Einfluß der Emanzipation nicht verkannt werden können. Man hat sich aber früher nicht selien übertriebene Vorstellungen von diesem Einfluß gemacht, als die Emanzipation zur Sprache kam und zur Ausführung gelangte, indem man glaubte, daß die Juden sich alsdann unverhältnismäßig und zum Nachteile der christlichen Bevölkerung vermehren würden. Selbst den vorhin angegebenen Beschränkungen, welche die kurhessische Verordnung von 1816 bestehen ließ, lag dieser Gedanke zum Grunde. Die mitgeteilten Zahlen zeigen wohl genügend, daß das Anwachsen de? israelitischen Bevölkerung in Kurhessen nach ihrer Emanzipation weder an und für sich, noch im Verhältnisse zur Gesamtbevölkerung übermäßig gewesen ist und Besorgnisse jener Art irrig waren. In dem ersten Zeiträume (1817—i827) ist das stärkere Anwachsen der israelitischen Bevölkerung in Althessen in den Städten mehr hervorgetreten als auf dem Lande. Iis mö-

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