Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1913)
- Article
- Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Württemberg von 1820 bis 1910
- Date
- 1913-05-01
- Page
- Seite 74 (sequence 10)
- Language
- German
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Vergleichen wir nun die natürliche mit | der tatsächlichen Zunahme in den beiden; Jahrfümtcn 1900 bis 1905 und 1905 bis 1910.; y_» j•« 'i. Natürliche Tatsächliche Gewinn janridiiii Zunabme Zunahme oder Verlust 1 1900—1905 146 137 — 9 | 1905—1910 64 —71 — 135 Im Jahrfünft 1900/05 war die tatsächliche j Zunahme der natürlichen fast entsprechend, I aber im letzten Jahrfünft zeigt sich ein Verj lust von 135 Personen. Eine Quote des j Veiiusts kennen wir, es ist der Verlust durch | die Taufe von "Erwachsenen. Es sind inj diesen fünf Jahren nicht weniger als 51 Juden i zur evangelischen Landeskirche übergetreten i Der Rest von 84 verteilte sich auf Austritte | aus dem Judentum ohne Übertritt zu einer j bestimmten Kirche, auf Kindertaufen und! vielleicht noch auf Abwanderung.; Wir sind damit an den Schluß unserer; Darstellung angelangt und wollen noch an-; hangsweise einige statistische Notizen ■ bringen über die Verteilung der Juden nach; dem Geschlechte, nach Stadien und Kreisen,; wie sie in der letzten Volkszählung zur Ver-; öffenüichung gelangt sind.- Gegcnwärtig ist die Verteilung nach 1 dem Geschlechte folgendermaßen : Es lebten j in Württemberg 6012 männliche und 5970 I weibliche Juden, d. h. auf 1000 männliche; Personen treffen 9930 weibliche Personen — i also ein nicht unerheblicher Mämierüberj schuß, im Gegensatz zur Gesamtbevölkerung, \ wo auf 1000 Männer 1014 Frauen treffen. I Ob das Überwiegen - der Männer bei den : Städte 1871 1375 1880 1885 Stuttgart 2074 2642 2864 2985 Heilbronn 610 825 871 991 Eßlingen 143 135 166 156 Ludwigsburg 92 372 199 211 lübingen " 49 75 123 106 Halt 137 199 263 205 Crailsheim 245 262 288 291 Ulm 555 692 694 667 Göppingen 194 208 242 244 Laupheim 732 647 635 570 Juden auf eine größere Sterblichkeit des weiblichen Geschlechts, auf ein Hinwegheiraten von Jüdinnen außer Landes oder sonstige Ursachen zurückzuführen ist, entzieht sich vollständig unserer Nachforschung. Von den 11982 Juden wohnten 8007 in 48 Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern ('—-67° g) und nur 3975=33 °/o in den übrigen 1854 Gemeinden. Bei der Gesamtbevölkerung war das Verhältnis 36% zu 64%. Für die Zählungen 1890, 1895, 1900, 1905 "haben wir folgende Berechnung über die Verteilung der jüdischen Bevölkerung auf die einzelnen Ortsgrößenklassen hergestellt. Ortsgrößenklasse 1890 1895 - 1900 1905 Stuttgart......21,82 22,86 25,32 32,31 Städte mit 20-50000 Einw. 16,52 16,80 17,62 19,35 zusammen 38,34 39,66 42,94 51,66 Städte mit 5-2000 Einw. 11,92 12,33 13,03 13,64 Orte unter 5000 Einw. 49,74 48,01 44.03 36,70 Königreich Württemberg 100,00 100,00-100,00 100,00 Also ein beträchtlicher Zuwachs der Juden in den Städten niit über 20000 Einwohnern, vor allem in Stuttgart, ein Konstantbleibeu in den Gemeinden mit 5000—20000 Einwohnern, dagegen eine fortschreitende Aufsaugung aus den kleinen Orten mit unter 5000 Einwohnern. Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in den Städten mit mehr als 100 Juden von 1871 bis 1910 ist in folgender Zusammenstellung wiedergegeben. 1890 1893 1900 1905 1910 3196 3125 3505 3896 4291 838 818 815 872 866 148 131 133 158 163 227 224 245 230 222 102 105 100 118 139 177 142 187 189 156 291 276 316 308 325 664 643 609 613 . 588 271 306 325 327 311 490 481 443 413 348