Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 9 (1913)
- Issue
- Heft 3 (März 1913)
- Article
- Die Neigung zu Mischehen
- Date
- 1913-03-01
- Page
- Seite 39 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 39 — Die Anzahl der Männer ist aus Tab. 2 entnommen, die Wahrscheinlichkeit der betreffenden Ehe aus Tabelle 4. Dasselbe Resultat würde man erhalten, wenn man die Anzahl der Frauen aus Tabelle 2 und ihre Wahrscheinlichkeiten aus Tabelle 4 entnähme. In unserem Beispiel erhält man aus Tabelle 6 und 8 die wahrscheinliche Anzahl der Ehen zwischen (Tab. 10) Jude und Jüdin Jude und Christin Christ und Jüdin Christ und Christin 230 220 230 1G30 1020 220 1020 1030 1250 1250 1250 1250 Bestimmt man das Verhältnis der aus Mass für die Neigung dieser Art Ehe. Es Tabelle 1 zu entnehmenden wirklichen Anjst also die Neigung zur Ehe zwischen zahl dieser Art (Tab. 9), dann hat man das i (Tab- 11) Mann A und Fi au A Masn A und Frau B Mann B und Frau A Mann B und Frau B * + + * -r 0 y (x 4y 4. z _u t) z (x -iy 4z 4-1) t (x + y+zxt) (x+-z) (x-f-y) + (y-rt) {Z _i_ t) (x _l z) Ort) (* + t) Will man die Neigung zu Mischehen gemeinsam behandeln, dann dividiert man die Anzahl y + z der Mischehen durch die wahrscheinliche Anzahl (x + y) (y + t) + (2 + t) (x + y) x+y+zft Man erhält also als Mass der Neigung zu Mischehen M (y-fz) iH.vtz + t) (x~jl y) (y + t) + (z -{- t) (x -f z) In unserem Beispiel ist die Neigung zur Ehe zwischen (Tab. 12) Jude und Jüdin Jude und Christin Christ und Jüdin Christ und Christin 200 1250 30 - 1250 20 1250 1000 1250 230 220 230 - 1030 220 1020. 1020 1030 4.94 0.16 0.11 1.19 Als Mass der Neigung zu Mischehen überhaupt erhält man: M 50 1250 1030 230+1020 220 =0-14 Ist M — 1, dann heisst das, es ist weder Neigung noch Abneigung vorhanden, ist M grösser als 1, dann ist Neigung, ist M kleiner als 1, dann ist Abneigung vorhanden. Im allgemeinen ist letzteres der Fall. Dies scheint unserer Erfahrung zu widersprechen. Wir betrachten aber gewöhnlich das Fehlen von Mischehen als normalen Fall und sprechen von Neigung zu Mischehen nur bei verhältnismässig geringer An- ' zahl Mischehen. Dies mag vom ethnoioi gischen oder religiösen Standpunkt richtig : sein. Vom mathematischen Standpunkt aus! muss man in diesem Falle von Abneigung zur Mischehe sprechen. Es ist leicht, diese Methode ohne weite-