Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 8 (1912)
- Issue
- Heft 9 (September 1912)
- Article
- Die Eheschliessungen der Juden in Warschau von 1901 bis 1910
- Date
- 1912-09-01
- Page
- Seite 126 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2650397-3187717-3187726-3192686--3574-3192712- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 126 — als bei den übrigen Bevölkerungsgruppen primäre Ehen geschlossen werden. T a b e 11 e 9. Die Zahl der Heiratenden in Prozenten bei den Junggesellen Jungfrauen Griech. Orthod. 91,33 91,02 Rom. Kath. 87,86 93,07 Prot. 84,65 89,11 Juden 92,13 95,67 Uebrigens sind wir in der Lage, die Zahl der primären Ehen berechnen zu können, da wir ja die Gesamtzahl der Ehen und die Zahl der von Junggesellen und Jungfrauen eingegangenen Ehen kennen. Tabelle 10. Konfessionsgiuppen % der primären Ehen Griech. Orthod. 84,52 Rom. Kath. 84,21 Prot. 78,22 Juden 90,48 Diese Tabelle rechtfertigt die schon des öfteren aufgestellte Behauptung, dass die jüdischen Ehen eine durchaus normale Zusammensetzung aufweisen. Betrachten wir zum Schlüsse noch die Gruppe der Verwitweten, welcher naturgemäss wegen des eben konstatierten hohen Prozentsatzes der Primärehen eine geringe Bedeutung zukommt- Vergleichen wir auch hier die Juden mit den Christen. Tabelle 11. Die Zahl der die Ehe eingehenden verwitweten Personen in °/0 Männer Frauen bei: Griech. Or&od. 7,43 6,81 Rom. Kath. 12,12 6,89 Protestanten 11,88 8,42 Juden 5,99 2,68 Diese Tabelle weist zwei interessante Erscheinungen auf. Einmal ist die Zahl der heiratenden Witwer grösser als der heiratenden Witwen, Ferner sehen wir, dass die Wiederverehelichung bei den Juden viel seltener stattfindet als bei der christlichen Bevölkerung. Während die Zusammensetzung der jüdischen Ehen, wie bisher dargetan wurde, als durchaus günstig bezeichnet werden darf, muss der Umstand, dass die absolute und relative Zahl der jüdischen Ehen niedrig ist, zu Bedenken Veranlassung geben. Denn die gesunde, aufwärtsstrebende Entwicklung der Ehefrequenz darf als Symptom für eine gesunde Entwickelung der Bevölkerung überhaupt angesehen werden. Die Niedrigkeit der Ehefrequenz tritt besonders im Vergleich mit den anderen Konfessionsgrupoen klar zu tage. Tabelle 12. Es trafen Eheschliessungen auf je 1000 Personen bei Griech. Orthod. 9,51 Röm. Kath. 9,65 Protestanten 10,27 Juden 6,43 Zur besseren Orientierung wollen wir in Anbetracht der Wichtigkeit des Gegenstandes einen Rückblick auf das Jahrfünft 1906/10 werfen. Tabelle 13. Es trafen Ehen auf je 1000 Personen bei 1906 1907 | i 1908 1909 1910 Griech. Orthodoxen 9,38 i 9,85! 10,50 10,60 12,23 Römischen Katholiken 11,41 9,551 9380 9,60 10,22 Protestanten 10,01 10,191 10,50 11,09 13,46 Juden 6,33 6,74: 6,50 6,60 6,31