Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 8 (1912)
- Issue
- Heft 9 (September 1912)
- Article
- Die Eheschliessungen der Juden in Warschau von 1901 bis 1910
- Date
- 1912-09-01
- Page
- Seite 127 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 127 — Die Tabelle zeigt deutlich, dass die Juden eine ungleich geringere Ehefrequenz aufweisen. Während die Juden mehr als den dritten Teil der gesamten Warschauer Bevölkerung bilden, stellen sie zur Gesamtzahl der Eheschliessungen nur den dritten Teil. Vgl, hierzu folgendes Diagramm. Diagramm 3, Verteilung der Eheschliessungen in Warschau nach Konfessionen. Das Endergebnis unserer Betrachtungen lautet daher: Die jüdischen Ehen sind mustergiltig in ihrer Zusammensetzung, stehen aber zahlenmässig an letzter Stelle. (Anm. der Redaktion. Vielleicht dürfte die relativ geringe Zahl der jüdischen Ehen in Warschau darauf zurückzuführen sein, dass ähnlich wie in Galizien ein Teil der jüdischen Ehen ohne Beobachtung der gesetzlichen Vorschriften geschlossen wird, mithin nicht zur Kenntnis der Behörde gelangt und infolgedessen nicht registriert wird). Zw Kriminalität der Mtn ftt Rti$$liBl Von B. Goldberg, Wilna, Zahienmässige Angaben sind umso wert- Zustände und Erscheinungen des jüdischen voller, auf je grössere Massen sie sich er-! Lebens in Russland vorhanden ist, dürfte strecken. Es bedeutet nämlich in diesem j es einen wissenschaftlichen Wert haben, Falle der zahienmässige Ausdruck einer I die Aufmerksamkeit der europäischen Erscheinung ihre wahrheitsgemässe Durchj Publicistik auf dieses Material zu lenken, schnittsgrösse und ist möglichst wenig von! Derartiges Material über die jüdische individuellen Zufälligkeiten abhängig. Vom ] Kriminalität oder genauer ausgedrückt Standpunkt wissenschaftlicher Objektivität j über die Zahl der zur mosaischen Konkommt der Analyse von Untersuchungen, j fession gehörigen Personen, die von aligedie Millionen russischer Juden zur Grundj meinen Gerichten und Friedensgerichten läge haben, eine ungleich grössere Be-;j in Russland im Jahre 1907 verurteilt deutung zu, als der Erforschung von Er-! wurden, finden wir in der Veröffentlichung scheinungen bezw. von deren Resultaten, j des Statistischen Zentral-Kodie aus kleineren Gruppen der jüdischen I mite es M. W. D. in St- Petersburg: Bevölkerung in den einzelnen westeuropä- ,Russischer Almanach für das Jahr 1910." ischen Ländern gewonnen sind. Soweit Um die Frage möglichst anschaulich zu daher pianmässig beschafftes Material über behandeln wollen wir nur solche Ver-