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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-03-01 · Heft 3 (März 1912) · p. Seite 45

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 3 (März 1912)
Article
Neomalthusianismus und Judenfrage
Date
1912-03-01
Page
Seite 45 (sequence 3)
Language
German
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— 45 - Hieran bat Th e i h a b e r in seinen Antworten an seine Kritiker nichts zu ändern vermocht. Nur in einem Punkt gehe ich nicht soweit wie Sega 13. Segall behauptet, es ließe sich heute überhaupt noch nichts Definitives über das Bevölkerungsproblem sagen. Er hat dabei im Auge, daß wir die eigentliche Fruchtbarkeitsziffer nicht kennen und ebenso über die Wanderungsbilanz nur ungenügend unterrichtet sind. Damit wäre T h e i 1 h a b e r s Bn eh ein noch dazu schlecht geführter Schlag in die Luft! Ich stimme nun darin mit Segall vollständig überein, daß T hei 1 h ab e r in gänzlich unzulänglicher Weise den Nachweis für seine Behauptungen versucht hat, und daß es entschieden zu früh war, ein Buch in der Art wertlos. Auf Seite 57 muß es heißen: „Die Geburten betrugen im pro Mille der jüdischen Bevölkerung", Th. spricht statt dessen von Prozent. Dieselbe Tabelle, die dort für Hessen gebracht ist, wäre auch für Bayern zu bringen gewesen. Sie ist ohne Grund weggeblieben. Auf Seite 58 gibt Th. aus Segalls Arbeit über „die Entwickelung der jüdischen Bevölkerung in München" unter dein Schlagwort „Jüdische Fruchtbarkeit" Zahlen wieder. Kaum der Fachnationalökonom, geschweige denn der nichtorientierte Leser kann wissen, daß diese Zahlen besagen sollen, wieviel Geburten auf 10 000 Juden treffen. Auf Seite 70, Anm. 2 ist von „Ruppin Bd. 1 und 2" die Rede, gemeint sind wohl die entsprechenden Jahrgänge der "„Zeitschrift f. Dem. u. Stat. der Juden." Auf Seite 81 ist konsequent, wo es Prozent (%) heißt, pro Mille zu lesen. 0!) Auf Seite 83 und 84 findet sich eine unglaublich schlecht angeordnete Tabelle, bei der außerdem noch fehlt, auf welches Gebiet sie sich bezieht Vielleicht bezieht sie sich auf ganz Deutschland? Seite 83 sind mit Ausnahme des Buches von Prinzing alle Schriften in Anm. 1 entweder falsch oder doch so ungenau zitiert, daß sie unter diesen Titeln auf Bibliotheken nicht erhältlich sind. Seite 84 findet sich ferner eine Tabelle der Sterbefälle, aus der nicht ersichtlich ist, auf welches Gebiet sie sich bezieht. Auf Seite 104 sind die verschiedenen Mischehenstatistiken bis zur Wertlosigkeit unübersichtlich, da jede nach einer anderen Methode berechnet ist. Ganz unerfindlich ist endlich, was der Anhang Seite 167 ff. soll. Th. scheint sich einzubilden, daß er bisher noch unbekannte Zahlen gebracht hat. Dem ist nicht so, der Anhang hätte daher ebensogut ungedruckt bleiben können, nachdem er für sein Thema so gut wie nichts beweist. Endlich sind die Zitate aus der „Zeitschrift f. Dem. u. Statistik der Judenvielfach falsch. der Theilhab einsehen Schrift zu sehreiben. Ebenso steht fest, daß Theilhaber, wenn er schon dieses Buch schrieb, nachdem er die Fruchtbarkeitsziffern nicht bringen konnte, wenigstens den Wanderungsgewinn und -Verlust zu berücksichtigen gehabt hätte. Allein ich glaube, daß sich trotzdem die von ihm aufgestellten Thesen, die er ja von mir und Anderen übernommen hat, halten lassen. Um wenigstens die eine Fehlerquelle zu beseitigen, habe ich, was ja auch schon R u p p i n versucht hat (in dem erwähnten Aufsatz im ersten Jahrgang der „Zeitschr. für Dem. u. Stat. d. J.u — und was Theilhaber genau so gut gekonnt hätte wie ich\ eine B e v ö 1 ker u n g sb i lanz der p r e u ß i - sehen Juden, aus der ihr Wanderungsgewinn und Verlust ersichtlich ist, aufgestellt. Ich gebe sie im folgenden wieder: Im Zeitraum von : .1 sind Juden geboren „ gestorben 12. ^5 i. 11. i situ 45302 29678 2. 12. CJU— 1.12.93 42442 28896 2.12. :*■>. 11. 39386 27496 1. 12. 00 - so. 11. «r. 37000 28000 Geburtenüberschuß 15624 13546 11890 9000 hiervon ab Verluste dch.Tauf.u. Austritte (schätzungsweise) 1250 2000 25Ü0 2750 14374 11546 9390 6250 Verlust v. Kindern aus Mischehen (schätzungsweise) 661 696 775 800 Rechnungsmäßige Zunahme Wirkliche Zunahme 13710 5484 10850 7657 8615 12606 5450 7179 / Bleibt dch. Wanderung zu erklärende Abnahme (-—) oder Zunahme (+) - - 8226 - 3193 -f-3991 -f ca. 11-12000 Aus dieser Bilanz ergibt sich, daß die Juden 1885—05 in Preußen einen Wanderungsverlust von ca. 12 00O, und 1895—1905 einen Wanderungsgewinn von ca. 16000 Seelen erzielt haben, im ganzen im Zeitraum von 1885 bis 1005 einen Wanderungsgewinn von ca. 4000 Seelen. Vom 1. 12. 05 bis 3(J. 11. 09 gestaltet sich das Bild wie folgt*

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