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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1912-02-01 · Heft 2 (Februar 1912) · p. Seite 20

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
8 (1912)
Issue
Heft 2 (Februar 1912)
Article
Zur Krankheitsstatistik der Juden
Date
1912-02-01
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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und Ueberanstrengung. Es ist eine Eri müdungskrankheit, die gerade das Organ am i frühesten befällt, das am meisten hat arbeiten \ müssen. So entsteht sie bei großer geistigec Arbeit im Kopf und führt durch Verschluß der Hirnschlagadern Schmerzen. Lähmungen, Schlaganfälle, Blödsinn und den Tod herbei. Durch Verödung des Pankreas kann sie Diabetes erzeugen, durch Verkalkung den Beinarterien-Brand und sich so in der verschiedensten Weise verderblich zeigen. Von Herzkrankheiten unterliegen die Juden besonders dem Fettherz neben den Herzfehlern. Diese wieder verschafft ihnen der häufige Gelenkrheumatismus neben anderen Infektionen, sicher aber auch die Nervosität: denn das zuerst rein nervöse Herzklopfen wird schließlich ein organischer Fehler. Ein kurzer Blick auf die Aetiologie dieser Krankheiten, zu denen sich noch die vererbbare Stoff Wechselstörung, die Fettsucht und die Gicht gesellt, beides eine Folge der ünmäßigkeit, besonders im Fleischgenuß (der Alkohol, sonst sehr beteiligt, scheidet hier fast ganz aus), lehrt uns die überragende Bedeutung kennen, die einem schlechten Stoffwechsel und angegriffenen Nervensystem bei den Juden zukommt. Beide Punkte sind wichtig, doch nimmt vielleicht die Störung im Nervensystem einen höheren Rang ein, denn die Statistik erzählt uns, daß Nervenkrankheiten unter Juden ganz außerordentlich viel stärker vertreten sind als unter den Nichtjuden. Deprimierend geradezu wirkt ein österreichischer Bericht über die Jahre 1882—1902*) der den Prozentsatz der Juden bei fast allen Geisteskrankheiten um ca. die Hälfte höher angibt, als bei Nichtjuden, ausgenommen nur der Alkoholismus, und von Nervenkrankeiten Tabes und Epilepsie. Es finden sich darunter neben den verschiedenen Arten der angeborenen und erworbenen Krankheiten mit geistigem Defekt auch die funktionellen Leiden des Irrsinns, des zeitweiligen Irrsinns u. s. w. Hysterie *) Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden 1908, S. 62. (Weidler.) und Neurasthenie können daher garnicht berücksichtigt werden, da sich nur die wenigsten Patienten in Anstalten aufhalten, wo sie der Zählung zugänglich sind. Bei diesen erschreckenden Zahlen müssen wir uns wiederfragen: Besitzt der Jude etwa von Natur aus eine Rasse ndisposition für Erkrankungen des Nervensytems, eine viel größere Schwäche dieser Organe den anderen Völkern gegenüber? Können es nicht wenigstens andere Faktoren sein, die gerade die Mehrheit der Juden im Sinne einer stärkeren Inanspruchnahme und also auch Schwächungsmöglichkeit beeinflussen? Kann es nicht Schuld des Berufes sein, was die Statistik jüdische Rasseneigentümlichkeit nennt? Der unerbittliche Lauf der Geschichte hat es mit sich gebracht, daß die Juden sich schon seit Jahrhunderten von aller körperlichen Tätigkeit entwöhnen mußten, um sich mehr den Geisteswissenschaften zuzuwenden. Man verbot ihnen Ackerbau und Handwerk, und so wurde eine Tugend, was zuerst eine Not war; der Jude sah verächtlich darauf hinab, er mußte sich auf den Handel verlegen, und verwandte, wTas ihm an freier Zeit blieb, auf das geistschärfende Talmudstudium und die Philosophie, in der er von Jugend an aufwuchs. So entstand eine verfeinerte Höchstkultur, der, w^enn auch nicht Genies, so doch sehr viele begabte Köpfe entsprangen, und alle wurden Kaufleute oder Gelehrte. Was von Juden jetzt Beamter, Handwerker oder Bauer ist, tritt ganz gegen diese zwei Klassen zurück, gerade sie aber haben ihren Geist dauernd anzustrengen. Dauernd stürmen auf den Kaufmann die Sorgen um die Zukunft ein, dauernd ist der Gelehrte mit den Problemen seiner Wissenschaft beschäftigt, und dies um so mehr, als des Juden Natur immer weiter, immer höher strebt. Aber Sorgen und Grübeln, die langsam und stetig an Geist und Körper stärker nagen als Krankheit, vernichten auch eine starke Konstitution schnell. Hierzu kommt die oft große Vielseitigkeit

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