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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-10-01 · Heft 10 (Oktober 1908) · p. Seite 156

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 10 (Oktober 1908)
Article
Die Sterblichkeit der Juden in Budapest 1901 - 1905
Date
1908-10-01
Page
Seite 156 (sequence 12)
Language
German
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— 1 56 - Absicht die unehelichen häufiger sei es aus oder Nachlässigkeit ohne Zuziehung von Sanitätspersonen abgewartet werden. Weiter aber werden, wenn unsere Erklärung zutrifft, insbesondere die Juden mehr Fehlgeburten aufweisen, da sie sich häufiger nach sachkundiger Hilfe umsehen. Es läßt sich nun der exakte Nachweis für die Richtigkeit dieser Deutung erbringen, wenn wir die zeitliche Verteilung der Aborte nach dem Alter der Leibesfrucht berücksichtigen. Unsere Statistik erlaubt diese Gliederung für die Jahre 1903—1905. Je weiter Törgeschritten die Schwangerschaft ist, umsoweniger läßt sich die Fehlgeburt geheimhalten oder ohne sachkundige Hilfe zu Ende bringen; desto mehr also müssen sich die Zahlenverhältnisse denen der Totgeburten nähern. Demnach müßten die Juden gegenüber den Andern in den ersten Monaten der Schwangerschaft ein bedeutendes Plus aufweisen, das gegen Ende der Schwangerschaft entsprechend der geringen Zahl ihrer Totgeburten in ein Minus übergeht. Das ist nun in der Tat der Fall. Tabelle XXXI. Es hatten 1903—1905 Fehlgeburten im 1.—7. Schwangerschaftsmonat 1, Monat 2. Monat 3. Monat 4, Monat 5. Monat 6. Monat 7. Monat 39 21 o o 855 446 187 1246 459 260 911 292 219 712 186 169 655 136 157 527 106 117 Tabelle XXXII. Auf lööö Lebendgeborene Kamen demnach Fehlgeburten 1. Monat 2. Monat 3. Monat 4. Monat 5. Monat 6. Monat 7. Monat 8—lOMonat Katholiken......... Juden..........• Übrige Konfessionen 0,75 1,63 0,74 20,58 34,52 17.64 30,00 35,52 23,97 21,93 22,60 20,19 17,14 14,40 15,58 15,77 10,53 14,47 12,69 8.20 10,79 36,88 25,62 32,82 Diese Ziffern entsprechen vollkommen unserer Erwartung. Bis zum 3. Monat sind die Juden stärker beteiligt, und zwar je früher desto mehr; im 4. Monat steht die Wage gleich; in den späteren Monaten haben die Juden weniger Fehlgeburten, und im 6. und 7. Monat besteht bereits genau das Verhältnis der Totgeburten, die wir als 8—10 Monat daneben gesetzt haben. Wir teilen jetzt in drei Hauptabschnitte ein: 1.—3. Monat (frühe, noch geschlechtslose Fehlgeburten), 4.-7. Monat, 8.—10. Monat (Totgeburten). Auf 1000 Lebendgeborene fallen in diese Abschnitte: Tabelle XXXHI. 1.—3.Mon. 4.—7.Mon. 8-10.Mon. 51,33 67,53 36,88 Juden ........ 81,67 55,73 25,62 Übr, Konfessionen . 42,35 61,03 32,82 Hier treten die Unterschiede am schärfsten hervor. In der ersten Periode übersteigt der Anteil der Juden den der Nichtjuden ganz gewaltig, in der zweiten erreicht er ihn nicht mehr, in der dritten steht er stark zurück. Veranschaulichen wir auch diese Verhältnisse graphisch. Figur 6. 8o 7* Lc So Ao 5° Zo fo \ > v. a s / ' V / / / v\ \\\ \ N L. A-7 8-1« Juden Kath. Übrige

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