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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1908-02-01 · Heft 2 (Februar 1908) · p. Seite 21

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1908)
Issue
Heft 2 (Februar 1908)
Article
Die Mischehe
Date
1908-02-01
Page
Seite 21 (sequence 5)
Language
German
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— 21 — überschritten wird der Beichsdurchschnitt in Berlin und Hamburg, wo die Mischehen nicht weniger als 44,4 % bezw. 49,5 % der rein jüdischen Ehen ausmachten. Während in ganz Deutschland im Jahre 1905 unter je 100 heiratenden Juden oder Jüdinnen 9,49 einen nichtjüdischen Gatten heirateten, geschah dies in Berlin in 18,16%, in Hamburg in 19,95% aller Fälle. Fast durchweg sind die Mischehen eines jüdischen Mannes mit einer christlichen Frau häufiger als die Mischehe eines christlichen Mannes mit einer jüdischen Frau. Insbesondere in Berlin. Charlottenburg und Hamburg sind die Mischehen, welche jüdische Männer eingehen, viel zahlreicher als die Mischehen jüdischer Frauen. In der Zeitperiode von 1875 bis 1884 war in Preußen noch das Umgekehrte der Fall, vielleicht weil damals die Heiraten armer, christlicher Adliger mit reichen Jüdinnen besonders in der Mode waren. Tabelle H unterscheidet die Mischehen in Deutschland von 1901 bis 1905 danach, ob der christiche Ehegatte protestantisch, katholisch oder sonst christlich (auch dissidentisch, konfessionslos, freireligiös) war. Es zeigt sich, daß in den weitaus meisten Fällen der christliche Ehegatte Protestant war, nämlich bei d. Mischeh. jüd. Männer in 76,44 % all. Fälle „ „ „ „ Frauen „ 72,45 „ „ „ „ allen Mischehen „ 74,61 „ „ „ Da in Deutschland (1900) die Evangelischen nur 62,5 % der Gresamtbevölkerung ausmachten, sind sie an den Mischehen in einem ihr Verhältnis unter der Gesamtbevölkerung weit übersteigenden Prozentsatze beteiligt. Umgekehrt ist die Beteiligung der Katholiken an den Mischehen erheblich geringer als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung Da die Juden in den katholischen Landesteilen Deutschlands nicht schwächer vertreten sind als in den protestantischen Landesteilen, kann hierin der Grund für die stärkere Beteiligung der Protestanten an den Mischehen nicht liegen. Er wird vielmehr einerseits darin gefunden werden müssen, daß die Großstädte mit ihrer großen Zahl von Mischeben überwiegend in protestantischen Gegenden liegen, andererseits darin, daß die katholische Bevölkerung stärker als die protestantische unter kirchlichem Einflüsse steht und sich deshalb schwerer zur Eingehung von Mischehen entschließt. Für Preußen liegen auch Angaben darüber vor, wieviel in Mischehe lebende Ehepaare bei den einzelnen Volkszählungen vorhanden waren. Es gab solche Ehepaare mit jüd. Mann mit jüd. Frau überhaupt 1885 1100 1011 2111 1890 1505 1258 2763 1895 1757 1530 3287 1900 O'CY 4 r> 1810 4052 1905 2931 2186 5117 In Österreich ist, wie schon erwähnt, die Ehe zwischen Christen und Juden verboten, dagegen ist die Ehe zwischen Christen und Juden einerseits und Konfessionslosen an¬ Tabelle II. E s hei ratet e n Paar e i m De u ts c h e n Reich: im Jahre Mann jüdisch, Frau Frau jüdisch, Mann Mann u. Frau jüdisch evgl. kathol. sonst christl. sonst, od. unbek. Bek. evgl. kathol. sonst. Christi. sonst, od. unbek. Bek. 1901 3878 258 67 13 4 222 76 16 2 1902 3925 244 75 8 4 217 63 11 4 1903 4831 279 68 11 5 218 70 13 4 1904 4001 316 74 16 6 256 74 5 1 1905 3905 361 74 14 9 255 85 16 4 durchnittlich 1901/1904 3908 | 292 . i 72 12 6 234 74 12 3

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