Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1911)
- Article
- Die jüdischen Palaestina-Bestrebungen im Lichte der Bevölkerungstatsachen und der allgemeinen Landesentwickelung
- Date
- 1911-12-01
- Page
- Seite 179 (sequence 3)
- Language
- German
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- Beirut 1× ep/1047833
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— 179 — 1. Südpalaestina]) (Das Mutessariüik Jerusalem — ca.9000qkm zum engeren Juden Moslems Christen Palaestina) ca. 78 000 ca. 24-r000 ca. 52 000 2. Galiläa (Der südliche Teil desYilayet Beirut — ca. 9000 qkm) „ 22 000 „ 200000 „ 3300O 3. Ostjordanien (Ein Teil des Vilayet Damaskus — ca. 9000 qkm zum engeren Palaestina „ 100 „ 90000 10000 Aus dieser Aufstellung wird ersichtlich, daß die jüdische Ansiedelung sich bisher so gut wie ausschließlich auf das Westjordanland erstreckt hat. Hierdurch wird die Stärke der jüdischen Position in diesem Landesteile wesentlich begünstigt, und ich bin der Ansicht, daß man auch weiterhin sich weitaus der Hauptsache nach auf Westjordanien beschränken solle. Die Gründe hierfür liegen darin, daß Westjordanien viel leichter zugänglich ist, daß bei der Beschränkung auf den zugänglicheren Landesteil eine größere Konzentration des jüdischen Ansiedeiungswerkes ermöglicht wird, und daß auch die Produkte der Landwirtschaft und mancher Industrien bei größerer Meeresnähe in diesem noch nicht durch allzu viele Eisenbahnen entwickelten Verkehrsgebiet sehr viel leichteren Absatz finden müssen. Doch noch ein Grund kommt in Betracht. Bis vor kurzer Zeit waren die Sicherheitsverhältnisse im ostjordanischen Gebiet noch ziemlich zweifelhafter Natur. Es gibt dort weder Konsulate noch war die Regierungsgewalt dort sehr wirksam gewesen, wie ja auch die Aufstände im Hauran zur Genüge gezeigt haben. Selbstverständlich ist seit -) Syrische Provinz, die nicht einem der größeren syrischen Viiay ets, sondern direkt derKonstantinopler Zentralregierang unterstellt ist. der Fertigstellung der Mekkabahn, deren Trace zwischen dem einstigen ostjordanischen Palaestina und der Wüste liegt, hier Vieles besser geworden, und es besteht kein Zweifel, daß auch in diesem bisher so abgelegenen Lande die SicherlieitsVerhältnisse bald nichts mehr zu wünschen übrig lassen werden. Aber gleichzeitig hat der Bahnbau eine wesentliche Aenderimg der wirtschaftlichen Struktur des Landes herbeigeführt. Während früher das Gebiet, jenseits des Jordans wirtschaftlich absolut von der westjordanischen Seite abhing, vollzieht sich jetzt eine Wandlung dahin, daß alles Land im Osten des Jordans und des Toten Meeres fortan nach der neuen Balmlinie zu gravitiert. Die Bahnlinie aber und das von ihr zu neuer Blüte erweckte Land liegt nicht nur außerhalb des historischen Palaestinas (in seinen engeren Grenzen), sondern ist auch so essentiell türkisch und islamisch, daß eine jüdische Ansiedelung in diesen Gebieten aller Wahrscheinlichkeit nach viel zu vereinzelt bleiben müßte, um sich gesund entwickeln zu können. Schließlich ist auch das westjordanische Gebiet groß und unbevölkert genug, um einer nach Millionen zählenden Einwanderung in Landwirtschaft und Industrieen Raum zu bieten. — Selbstverständlich braucht nun deshalb nicht etwa ängstlich jedes üebergreifen auf die andere Jordanseite vermieden zu werden. Heute schon sind ja einige Kolonien ganz oder teilweise auf der anderen Jordanseite gelegen — hauptsächlich in der Gegend des Tiberias-Sees — und hier wäre auch eine Ausdehnung des jüdischen Besitzes an den jenseitigen Ufern durchaus wünschenswert. Zu der obigen Aufstellung, aus der hervorgeht, daß die Juden in Westjordanien heute schon ein ungefähres Sechstel der Bevölkerung ausmachen, ist nun weiter zu bemerken, wie sich diese jüdische Einwohnerschaft auf Stadt und Land verteilt. Nicht weniger als neun Zehntel leben in den Städten und volle zwei Drittel der Gesamtziffer wohnen in Jerusalem. Dies ist um so auffallender, als alle jüdische