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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1911-12-01 · Heft 12 (Dezember 1911) · p. Seite 178

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
7 (1911)
Issue
Heft 12 (Dezember 1911)
Article
Die jüdischen Palaestina-Bestrebungen im Lichte der Bevölkerungstatsachen und der allgemeinen Landesentwickelung
Date
1911-12-01
Page
Seite 178 (sequence 2)
Language
German
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- 178 — Organisationen der Judenheit geteilt, daß man ruhig bereits von einem alljüdischen Interesse an der jüdischen Position in Palaestina reden kann. Um nur die wichtigsten und nächstliegenden Beispiele heranzuziehen, seien hier an alphabetischer Reihenfolge) erwähnt: Die „Alliance Israeiite Universelle", die außer ihrer Ackerbauschule Mikweh- Israel bei Jaffa (gegründet 1870) für das Schulwesen im Lande gegenwärtig jährlich etwa eine viertel Million Francs ausgibt und 2500 Schüler unterrichtet. Die Kunstgewerbeschule ß e z a 1 e 1a in Jerusalem, die gegenwärtig in Lehrwerkstätten und Ateliers an 400 Leute beschäftigt. Die C h o vevi-Z i o n-Ve reine, deren Odessaer Comite allein die Kolonien jährlich mit etwa 150 000 Francs (meist für Landkaui, Schulwesen, ärztliche Pflege etc.) unterstützt. Die „Deutsch-Holländische Palaestina- V e r w a 11 u n g ", die in wirtsehaftlicher und geistiger Fürsorge - Tätigkeit in Palaestina (vornehmlich für die aus Deutschland und Holland Eingewanderten) jährlich etwa 100000 Francs verausgabt und neuerdings sich der handwerklichen Ausbildung der jüdischen J ugend zuwendet. Der Verein „Esrau in Deutschland, der rein kolonisatorische Ziele hat und außer Unterstützung von Kolonien und Kolonisten (jetzt meist durch Kredite) sich speziell mit der jüdischen Arbeiterfrage beschäftigt. Der „Hilfsverein der Deutschen Juden", der für modernes Schulwesen (über 2i)00 Schüler, einschließlich der Kindergärten) zurzeit mehr als 120 000 Mark in Palaestina verausgabt, Die J e wish Coloni sationAss o ciation" in Paris, die mit Hilfe der Baron Hirsch'scihen Legate u. a. in Palaestina Kolonien gründet und verwaltet, Stadtteile baut, Darlehn skassen errichtet, Handwerker installiert etc. etc. Das „Informationsbureau für Palaestina", das Einheimischen und Einwanderern , wie überhaupt allen Interessenten, die nötigen Informationen über Landes Verhältnisse, Aussichten und dergl. vermittelt. Das „Institut für technische Erziehung in Palaestina", das zunächst in Haifa ein Technikum baut. Der „Jüdische Nationalfonds", der durch Bodenankauf und Gewährung von Krediten die landwirtschaftliche und städtische jüdische Ansiedelung im Lande fördert. Die Zionistische Organisation, die durch ihre Bankinstitute und verschiedenen SpezialUnternehmungen die Kolonisation auf wirtschaftlicher Basis zu fördern bestrebt ist. Außer den genannten sind noch eine Menge kleinerer und größerer Organisationen und Vereine der verschiedensten Richtungen in Palaestina tätig.x) Aber schon die hier aufgezählten zeigen in ihrer Gesamtheit eine so große Vielartigkeit der Zwecke und sind durch die Beteiligung so vieler und verschiedener Schichten, Kreise und Gruppen der Gesamt] udenlieit zustande gekommen, daß das alijüdische Interesse an Palaestina nachgerade nicht mehr bestritten werden kann. Angesichts dessen wird es berechtigt erscheinen, einmal zusammenfassend zu zeigen, worin heute schon die jüdische Position in Palaestina besteht, wie ungefähr sie geworden ist, und w7as von einer absehbaren Zukunft zu erwarten ist. Gegenwärtig leben in Palaestina2) annähernd 100000 Juden unter einer Geeamtbevölkerung von etwa 700000. Diese Ziffern verteilen sich auf die drei unter verschiedenen Provinzverwaltungen stehenden Gebiete wie folgt: *) Siehe u a.: das von Hugo Schachtel zusammengestellte „Zionistische Merkblatt" (64 Seiten, 1910) — neue Auflage in Vorbereitung. ]) Siehe auch des Verfassers „Palaestina-Handbuch" (2. Aufl. 1910, Orient-Verlag) und „Levante-Handbuch" (2. Aufl. 1910, Gea-Veriag).

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