Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1911)
- Article
- Das Verhalten der Juden gegen ansteckende Krankheiten
- Date
- 1911-12-01
- Page
- Seite 174 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 174 — Tabelle XV. Brechdurchfallkranke des Jahres 1910. luden Christen o Alter J3 MSn. Frau.'; Zus. Man. Frau, Zus. 5 0- 1 6 5 ' 11 24 22; 46 57 1- 5 9 11 20 16 18 i 34 54 6-10 — 4 j 4 5 4 9 13 11—15 2 —; 2 3 3 6 8 16-20 1 2 ' 3 4 7 11 14 21-30 8 8 : 16 18; 8 26 42 31-40 4 11 | 15; 4 8 23 41-50 9 5 7 4 7 11 18 51—60 — 3 3 4 i 6 10 13 61 — 1 2; 3 1 5 6 9 Zusammen . . . 33 51 84 83 : 84 167 251 Gestorben . . . 2 — 2 0 : 3 8 10 GcsUnPrz.d.Erk. — 2,4 — : — 4,8 — V.100 Erkrank.war, — — 33,5 _ : _ 66,5 — VJ 00 Gestorb.war. — - 20,0 — j — 80,0 — die Cholera nostras der Erwachsenen, die Dysenterie u. dgl. Dieser Vermengung der verschiedenen Krankheitsformen ist es zuzuschreiben, daß unsere Tabelle zwei Maxima zeigt: das eine im Säuglingsdas andere im Mannesalter. Das erste Maximum ist wohl eine Folge der sommerlichen Anhäufung der gewöhnlichen Magendarmkatarrhe der Kinder, während das zwreite auf den Genuß durch Hitze verdorbener Nahrungsmittel, auf die die außerhalb des Hauses arbeitenden Klassen nicht selten angewiesen sind, zurückzuführen ist. Diese Alterseigentümlichkeiten treten nun, wie aus der Tabelle zu ersehen ist, nicht nur im allgemeinen, sondern auch bei beiden Bekenntnissen klar hervor, wobei für die Juden sich insofern einige Besonderheiten feststellen lassen, als bei ihnen die eigentlichen Säuglinge weniger, dagegen die Erwachsenen häufiger ergriffen sind. Wenn wir es hier nicht mit Zufälligkeiten eines statistisch nicht ganz genügenden Materials zu tun haben, so könnten für diese Erscheinungen als plausible Erklärungen angeführt werden: erstens die bessere Wartung der Kinder bei den Juden und zweitens die nicht selten unhygienische Sabbathernährung, die besonders durch ihren Überfluß sowie die Zubereitungsweise der Speisen im Sommer oft zu Verdauungsstörungen führt. Im Ganzen steht der Erkrankungsprozent der Juden mit 33,5 nur wenig unter ihrem Bevölkerungsanteil, weshalb es anzunehmen ist. das alle die Ursachen, die im Sommer zu Brechdurchfall führen können, unter den Juden ebenso wirksam sind wie unter den Christen. Dagegen ist die Sterblichkeit unter den Juden um die Hälfte geringer, was bei gleicher Morbidität wahrscheinlich nur ihrem mehr kritischen Verhalten sowie ihrer besseren Pflege während der Krankheit zuzuschreiben ist. Daß wir es hier nicht mit einer zufälligen Erscheinung zu tun haben, beweisen die mir vorliegenden Sterblichkeitszahlen für frühere Jahrgänge. So befinden sich unter den an Brechdurchfall gestorbenen 30 Personen des Jahres 1908 nur 8 Juden, während von den 20 Gestorbenen des Jahres 1909 sogar nur 3 Judtiii waren. Der Rotlauf. Der Vollständigkeit halber seien hier auch die Erysipelasfälle angeführt, deren statistische Feststellung, besonders was den christlichen Teil der Bevölkerung anlangt, wahrscheinlich keine vollkommen genügende ist. Dafür scheint mir die Tabelle XVI, in der Tabelle XVI, Rotlaufkranke im Triennium 1908—1910. Juden Christen (u £ Alter iMän Trau. Zus. Man Frau,! Zus. 3 tf> 0— 1 2! 3 : 5 1 2 3 8 1 - 5 o! 7; 9 2 2 : 4 13 6—10 2! 3 : 5 2 : — \ 9 7 11—15 —! 2! 2 l! 4! 5 7 16—20 7! 4 . 11 2 6! 8 19 21—30 2 1 5 ■ 7 7 7! 14 21 31—40 4 1 7 | 11 5 7 : 12 23 41-50 13 1 15! 28 9 i 7 ' 16 44 51-60 2; 10 12 8; 11; 19 31 Alter unbestimmt 1 : i ' 2 3 2 5 7 Zusammen . . . 35 : 57 | 09 40 : 48; 88 180 V. 100 Erkr. waren - ~! 51,1 — : — i 48,9 — alle während des Trienniums 1908—1910 registrieten Fälle zusammengestellt sind, manchen Anhaltspunkt zu geben. Erstens ist die Zahl der während dieser Zeit beobachteten Fälle an und für sich zu gering und zweitens überwiegt die Zahl der Juden die der Russen,