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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1911-09-01 · Heft 9 (September 1911) · p. Seite 129

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
7 (1911)
Issue
Heft 9 (September 1911)
Article
Zur Statistik der jüdischen Schulen in Russland
Date
1911-09-01
Page
Seite 129 (sequence 9)
Language
German
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— 129 — Ziffer der Schulabsolrenten in unseren Schulen niedriger als in den übrigea städtischen Volksschulen Rußlands. So betrug die Prozentziffer der Absolventen in unseren Schulen 6,9, während sie in den Schulen des Ministeriums der Volksaufklärung 9,6 betrug. Da unter sonst gleichen Bedingungen dem höheren Anteil der Austretenden auch ein niedrigerer der Absolventen entsprechen müßte, so läßt uns die Tatsache, daß die Volksschulen Rußlands bei einem höheren Prozentsatz der Austretenden gleichzeitig auch einen höheren der Absolventen aufweisen, darauf schließen, daß der Durchschnittskursus in den von uns besprochenen jüdischen Schulen länger als in den sonstigen Volksschulen Rußlands ist, so daß das Verhältnis zwischen der Zahl der Absolventen und der Zahl der Schulkinder, die noch die Schule zu besuchen haben, natürlicherweise eine niedrigere Zahl von Absolventen ergeben muß, als in den Schulen mit einer kürzeren Dauer des Schulkurses. Am stärksten war die Ziffer der Austretenden in den gemischten Schulen (20,5 Prozent), danach folgen die Knaben- (16,6 Prozent) und endlich die Mädchenschulen (12,3 Prozent). Auch der Prozentsatz der Absolventen ist in den gemischten Schulen höher (8,8 Prozent) als in den Mädchen- ^6,4 Prozent) und in den Knabenschulen (5,7 Prozent). Daß die gemischten Schulen die relativ größte Zahl der Austretenden aufzuweisen haben, läßt sich vielleicht dadurch erklären, daß diese Schulen sich meistenteils in kleinen Orten befinden, wo die Masse sich mit einem niedrigeren Maß der Schulbildung begnügt. Es ist aber auch möglich, daß dieser Schultypus, der den gemeinsamen Unterricht beider Geschlechter vereinigt, überhaupt noch nicht festgewurzelt ist und noch kein bestimmtes Schülerkontingent gewonnen hat. Daß die gemischten Schulen trotzdem inbezug auf die Zahl der Absolventen an erster Stelle stehen, hängt damit zusammen, daß auch der Lehrkursus in ihnen am kürzesten ist. Die Tatsache, daß die niedrigste Quote der Austretenden auf die Mädchenschulen entfällt, ist nicht ohne Interesse. Die Hauptgründe, die den Abgang der Schüler aus den jüdischen Volksschulen hervorrufen: die wirtschaftlichen Bedürfnisse, der ^Eintritt in die Mittelschulen und die Forderungen der traditionellen jüdischen Erziehung, wirken in den Mädchenschulen viel schwächer als in den Knabenschulen, Die Teilnahme der Frau am wirtschaftlichen Leben ist viel unbedeutender als die des Mannes; so kommt es natürlich bei den Mädchen seltener als bei den Knaben vor, daß sie die Schule verlassen müssen, um einen Beruf zu ergreifen bezw. sich für denselben vorzubereiten: da ferner die Mittelschulen für Mädchen in Rußland auf einem viel niedrigeren Niveau als die für Knaben stellen und da in denselben keine Prozentnonnen für den Eintritt der jüdischen Mädchen bestehen, so kann die Volksschule für die Mädchen einigermaßen als unmittelbare Vorbereitungsstufe selbst für den Eintritt in eine der höheren Klassen der Mittelschule dienen, was keinesfalls von den Knaben gesagt werden kann, die — besonders mit Rücksicht auf die gegebenen Beschränkungen — aus den Volksschulen austreten müssen, wenn sie sich zum Eintritt in die niederste Klasse der Mittelschule vorbereiten wollen; da endlich die jüdische Frau von dem traditionellen jüdischenKultuslebensozusagen ausgeschlossen ist, so kann es in den Mädchenschulen nicht vorkommen, daß die Schulkinder die Schule verlassen, um für die jüdische Lehre mehr Zeit zu gewinnen — was bei den Knaben wohl oftmals der Fall ist. Nach den verschiedenen Schultypen läßt sich der Prozentsatz der Absolventen und der Austretenden folgenderweise einteilen :_ Knaben¬ Mädchen¬ Gemischt. In d. zts. schulen schulen Schulen Schulen der retder vent. der : ret. ' der! vent.i ^1 der Ivent. der;ret, der Ivent. pCt. Aust pCt. Absol pCt. Aust pCt. Absol x_; '** Ö £ CL< pCt. Absol W O ö 5 o£ O. <! C< 1 klassige — _ _; _ 22 18 2,2! 18 9 — >) — ' 4,4; — — — 4,4| - 3 » 20,G 22,8 9,9: 11,8 5,2 5,2 15.2: 11,8 i „ 15,9! 9,3 10,1 9,0 17,9 10,4 14,2! 8,9 5 „ 17,4 7,1 12,1 9,5 28,3 _, 17,0 8,6 Ü n 14,4 0,8 14,8| 2,7 12,2 9,4 13,9 4,0 7 » _ j _ 21,2; 4,7 — — 2,2 ,7

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