Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 9 (September 1911)
- Article
- Zur Statistik der jüdischen Schulen in Russland
- Date
- 1911-09-01
- Page
- Seite 128 (sequence 8)
- Language
- German
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— 128 — niedrigeren Schultypen, die, wie wir gesehen haben, für einen längeren Lehrkursus eingerichtet sind, wohl schon jetzt mit Rücksicht darauf ihre Lehrkräfte anstellen und bezahlen, obwohl sie einstweilen noch eine kleinere Anzahl von Stunden zu geben haben; was die höheren Schultypen aber anlangt, so darf man vermuten, daß diese Schulen, die ein größeres Programm haben, auch höhere Forderungen an das Lehrpersonal stellen und es dementsprechend honorieren. Freilich sind in den höheren Schultypen auch Wohnungen für das Lehrpersonal seltener vorhanden, dies allein könnte aber nicht einen so großen Unterschied in der Bezahlung des Lehrpersonals hervorgerufen haben. Das Verhältnis zwischen der Höhe des Schulgeldes und dem allgemeinen Zustand der Schulen. Wir haben bis jetzt die verschiedenen Seiten des Schullebens in unseren Schulen betrachtet und fragen uns nun, ob sie mehr oder weniger von der Höhe des Schulgeldes beeinflußt werden. Hierzu nehmen wir folgende Tabelle zu Hilfe. Die Schulen, in welchen das Schulgeld betrug A. Weniger als 1 Rub. B. Von 1 bis 5 r C. Mehr als 5 b. 6 R. D. Mehr a. 10 b. 15 R E. Mehr als 15 Rub. — *~! O iZ ~ ■ ~ o! -n "3 ~ — ■ - i .bt B CO W5 |2 4» „ 5™;-:,Sy"^Mu _ w . _ «y - £c/3 ZJ — 3 — ~ ■ ~ —; " S ' z> 2 c £; - —• , '5« 1 .2" ■*>; ~~ i Q -Q-; 43 143 ' 31,3 I 30,3 29,8 j 25,3' 36.2! 29,7; 22.3 i 20,5 1,3 1,0 1,1 U 1,1 0.32 0,3(5 0,30; I 0,37 :; 0,70 15,2 15,(5 16,2 19,2 o ~> 20,0 14,7 21,3 18,0 40,2 Nicht überall ist der Einfluß der Höhe des Schulgeldes auf die übrigen Seiten des Schullebens zu verfolgen. Nur in Bezug auf die Honorierung des Lehrpersonals läßt sich eine Zunahme des Lehrhonorars mit der Zunahme des Schulgeldes verfolgen (6. Kolonne). Die Schulen, in welchen das Schulgeld am niedrigsten war (Rubrik A), werden am meisten, diejenigen, in welchen das Schulgeld am höchsten ist, am wenigsten besucht. In den Mittelgruppen bleibt die Höhe des Schulgeldes ohne Einfluß auf die Zahl der Schulkinder: umgekehrt werden die Schulen, in welchen das Schulgeld 10 bis 15 Bubel beträgt, besser als die zwei nächst niedrigeren Gruppen besucht. Daraus dürfte man vielleicht schließen, daß diese Schulen entweder von den vermögenderen Klassen der Bevölkerung besucht werden, für die das beanspruchte Schulgeld nicht zu hoch ist oder daß die lokalen Gemeinden Mittel finden, das Schulgeld auch für die ärmeren Kinder aufzubringen. Die Rubrik E. wo das höchste Schulgeld gezahlt wird, zeigt einen in jeder Hinsicht günstigeren Schulzustand als alle übrigen Schulen — hier entfällt auf einen Lehrer die kleinste Schülerzahl, der Luftumfang ist doppelt so groß wie in den anderen Schulen, die Lehrkräfte werden am besten bezahlt, und die Durchschnittsausgaben für ein Schulkind steigen bis auf 40,2 Rubel. Aber wir haben auch gesehen, daß gerade hier der Schulbesuch am wenigsten zahlreich ist, was ebenfalls mit der Höhe des Schulgeldes zusammenhängt. Leider entfällt auf die Rubrik E nur eine Schule, und wir können nicht beurteilen, inwiefern der bemerkte Zusammenhang zwischen der Höhe des Schulgeldes und den übrigen Momenten des Schullebens auch für die sonstigen derartigen Schulen typisch ist. Im Ganzen haben in den von der „Ges. z. Verbr. d. Bild." unterstützten Schulen in dem angegebenen Schuljahre 488 Schulkinder absolviert, davon waren 238 Absolventen der Mädchen-, 108 der Knaben und 142 der gemischten Schulen. Vor der Beendigung des Schul kurses sind aus den Schulen 1076 Schulkinder ausgetreten; davon 436 aus den Mädchen-, 309 aus den Knaben- und 331 aus den gemischten Schulen. Der Prozentsatz der Ausgetretenen an der gesamten Schülerzahl betrug 15,3. Diese Zahl ist niedriger als die der Schülerzahl, die sonst aus den Schulen des Minist, der Yolksaufklärung austritt, an welchen während des Schuljahres 1906/7 17,8 Prozent der Schulkinder vor der Beendigung des Schul kurses ausgetreten waren. Dagegen ist aber die