Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 9 (September 1911)
- Article
- Zur Statistik der jüdischen Schulen in Russland
- Date
- 1911-09-01
- Page
- Seite 125 (sequence 5)
- Language
- German
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fanden sich in den Kolonien); in den anderen Schulen fehlten Klassenzimmer für eine oder für alle Parallelklassen, oder es wurde der Unterrieht zweier Klassen nur in einem Falle in einem gemeinsamen Zimmer abgehalten, während alle übrigen Klassen ihre besonderen Klassenzimmer hatten. Schlimmer steht es mit den Luftverhältnissen. Der Luftumfang betrug durchschnittlich in den Mädchenschulen 0,32, in den Knabenschulen 0,39, in den gemischten Schulen 0,41 Kubikmeter auf je einen Schüler. Nimmt man 0,6 Kubikmeter Luft auf je einen Schüler als minimale Forderung der Schulhygiene an, so haben nur 5 oder 12,5 Prozent aller Schulen diese Forderung erfüllt. So sind die Luftverhältnisse in den jüdischen Schulen noch viel schlimmer als in den übrigen städtischen Volksschulen Rußlands, von denen im Jahre 1907 30 Prozent normale Luftverhältnisse aufzuweisen hatten.x) Die Schulkinder. Die Durchschnittszahl der Schulkinder in ]) Der alleruntertänigste Bericht a. a, O. einer Schule und in einer Klasse. Im Ganzen zählten unsere Schulen im Laufe de* Schuljahres 1908/9 6539 Schulkinder, darunter 2387 Mädchen und 4252 Knaben. Im Durchschnitt kamen auf jede Schule 188,2 Schulkinder, und zwar 189,4 Schulkinder auf jede Mädchen-, 139.2 auf j ede Knaben- und 145,8 auf jede gemischte Schule. So ist die Durch schnittgzahl der Schulkinder in unseren Schulen größer als in allen übrigen städtischen Schuleii, von welchen jede zum Beginn des Schul jähr e/s 1907 ca. 80 Schulkinder zählte.1) 'b Auf jede Klasse kamen durchschnittlich 35,3 Schulkinder, 37 in den Mädchen-, 35J5 in den Knaben- und 32,1 in den gemischten Schulen. Nach den einzelnen Schultypeh stellt sich die Verteilung der Schulkinder nach Schulen und Klassen folgendermaßen cläf:: Die Durchschnittszahl der Schulkinder betrug ',;) l) Der alleruntertanigste Bericht a. a. O. In d&h Semstwos galt noch bis vor Kurzem eine dreihlasSjige Schule mit einem Lehrer für alle Klassen für einen normalen Schultypus. S. Tscharnolussky: Geschichte der Volksschule der Semstwos „Russische Schule" April In den Knabenschulen Auf je Auf je eine eine Schule Klasse In den Mädchenschulen In den gemischt. Schulen In allen Schulen Auf je! Auf je eine eine Schule; Klasse Auf je | Auf je eine eine Schule Klasse Auf je | Auf je eine j eine_f Schule 1 Klasse, In den 1 Klassigen Schulen 9 v r> ■» * 3 „ , 4 . V D » « 6 n 7 , 105,3 ' 31,6 127 i 31,7 115,5! 23.1 362 j 75/2 82 44,5 157 39,2 153,8 34.4 206 38,6 365 45,7 323 35,8 50 50 95; 19 127,1 | 32,2 229 j 22,9 311! 57,7 50! 50 o<j 89 \ 44,o. 113,6 j 29$j* 138,6! 4Dfiv> 179,5 35,4^. 346! 47/1 ' 323 : 35&^ Die Mädchenschulen zeigen also die größte Zahl der Schulkinder sowohl in einer Schule als auch in einer Klasse. Nur in der Rubrik der sechsklassigen Schulen zeigen die gemischten Schulen eine größere Zahl der auf eine Klasse entfallenden Schulkinder; dies läßt sich aber dadurch erklären, daß wir es hier mit einer gemischten Schule zu tun haben1), in der die Mädchen und Knaben in zweien sich ablösenden Gruppen unterrichtet werden,diealso von vornherein auf eine doppelte Zahl von Schulkindern berechnet ist. Es ist ferner interessant zu bemerken, daß b-ie' Durchschnittszahl der Schulkinder in einer Klasse mit der Zahl der Klassen nicht fällt; umgekehrt sehen wir, daß in den sechsklassigen Schulen die Durchschnittszahl der Schulkinder in jeder Klasse fast überall größer als in den anderen Schultypen -ist. Daraus kann man schließen, daß unäere sechsklassigen Schulen die Schulkinder nicht geringer, ja vielleicht stärker anziehen,, als die Schulen mit einem niedrigeren Kursus. Das Lehrpersonal. Die Gesamtzahl