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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1911-09-01 · Heft 9 (September 1911) · p. Seite 124

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
7 (1911)
Issue
Heft 9 (September 1911)
Article
Zur Statistik der jüdischen Schulen in Russland
Date
1911-09-01
Page
Seite 124 (sequence 4)
Language
German
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— 124 — der Schule. Auf Grund unserer Angaben können wir daher nicht einmal beurteilen, welcher Prozentsatz der Schulkinder au? die angegebenen minimalen und maximalen Altersj klassen entfällt oder ob sie wenigstens die j zahlreichsten in der ersten resp. letzten Klasse «ind. Jedenfalls ersehen wir auch aus diesen \ ungenügenden Angaben, daß das Eintrittsalter; fast in allen Schulen niedriger ist als in Westj europa. Nur in den Knabenschulen, die fast j alle den Charakter einer Talmud-Thora tragen, j ist das minimale Eintrittsalter fast überall I nicht niedriger als 6 Jahre; wir sehen aber, \ daß unsere Angaben die Annahme gestatten,; daß daneben eine vielleicht große Zahl der \ Schulkinder noch später als im Alter von \ 6 Jahren in die Schule eintritt. In den : Mädchenschulen ist das Eintrittsalter überall j mit zwei Ausnahmen nicht niedriger als 7, in; mehr als der Hälfte derselben nicht niedriger als 8 Jahre. Man darf übrigens nicht ver-; gessen, daß hier, wo wir es fast überall mit; 4 klassigen Schulen zu tun haben, das Eintrittsalter nicht so niedrig festgesetzt werden kann,! damit die Schüler nicht zu einem zu frühen | Alter die Schule verlassen. Dagegen ist in den 6 klassigen Schulen das minimale Eintrittsalter überall niedriger als in den Schulen mit einem kleinen Kursus. Der äußere Zustand der Schulen, der Schulraum, die Zahl der Klassenzimmer, die Luft in den Schulen. Aus der Betrachtung der Budgetverhältnisse unserer Schulen dürfte man schließen, daß sie sich in viel schlimmeren Verhältnissen befinden als die übrigen Volksschulen Rußlands, die auf Kosten der Städte und des Staates erhalten werden. Während nach den Angaben des Ministeriums der Volksaufklärung *) über 80 Prozent aller Schulen in Rußland eigene Schulhäuser besitzen, mußten 25 oder 02,5 Prozent unserer Schulen in Privat Wohnungen untergebracht werden. Von den 12 Knabenschulen besaßen 7, von den 10 gemischten 5, von den 18 Mädchenschulen nur 3 Schulen l) $. Der aileruntertHnigstc Bericht des Ministeriums für VolKsaufklSrang für das Schuljahr 1906/07. eigene Schulhäuser. Von den Mädchenschulen hat die kleinste Zahl eigene Schulhäuser. Dies läßt sich offenbar damit erklären, daß die Mädchenschulen meistenteils aus privater Initiative gegründet werden, während die Knabenschulen gewöhnlich eine Stiftung der Gemeinden darstellen, die auch die nötigen Mittel für die Schulbauten liefern. Wir haben bereits gesehen, daß von den Gemeinden die Mädchenschulen die kleinsten Zuschüsse erhalten. Diejenigen Schulen, die keine eigenen Schulhäuser besitzen, befinden sich in gemieteten Wohnungen, wobei die Ausgaben für die Wohnungsmiete und Instandhaltung (Beleuchtung, Heizung) der Wohnungen in diesen Schulen durchschnittlich 541 Rubel betrugen (651 Rubel in den Knaben-, 645,2 Rubel in den Mädchen- und 317,8 Rubel in den gemischten Schulen). Da die meisten dieser Schulen sich in kleinen Orten befinden, wo die Wohnungsmiete niedrig ist, so dürfte dieses Wohnungsbudget nicht allzu niedrig sein. In der Tat haben fast alle Schulen eine fast ausreichende Anzahl von Klassenzimmern, was sich bei den russischen Schul Verhältnissen durchans nicht jede Schule leistet. Bei einer gesamten Klassenzahl von 185l) besaßen alle Schulen 159 Klassenzimmer, und so konnte jede Klasse in 84 Prozent der Fälle in einem besonderen Zimmer untergebracht werden, während nur in 16 Fällen der Unterricht zweier oder mehrerer Klassen in einem Klassenzimmer vereinigt werden mußte. Dabei hatten zwei Schulen eine größere Zahl von Klassernzimmern als nach der Zahl ihrer Klassen nötig war, woraus man schließen kann, daß es dort neben den Klassenzimmern? in denen der Unterricht stattfindet, auch Recreationszimmer oder dergl. gibt. In 21 Schulen fällt die Zahl der Klassenzimmer mit der Zahl der Klassen zusammen, und nur in 15 Schulen reichte die Zahl der Klassenzimmer nicht für alle Klassen aus. Von den letzteren gab es nur 4 Schulen, wo keine einzige Klasse ein besonderes Zimmer hatte, (3 davon be-!) Auch die Parallelklassen miteinbegriffen.

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