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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1911-09-01 · Heft 9 (September 1911) · p. Seite 123

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
7 (1911)
Issue
Heft 9 (September 1911)
Article
Zur Statistik der jüdischen Schulen in Russland
Date
1911-09-01
Page
Seite 123 (sequence 3)
Language
German
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— 123 — Nach der Dauer des Lehrkursuses lassen sich die besprochenen Schulen folgendermaßen einteilen. Es bestanden aus 1 Klasse Knabenschulen gemischte Schulen 1 Mädchenschulen Im Ganzen 1 2 Klassen — — 1 1 3 Klassen 3 1 1 5 4 Klassen G 6 10 22 5 Klassen 2 1 3 6 6 Klassen 1 1 1 3 7 Klassen — 2 2 Zusammen 12 10 18 40 Der verbreitetste Schultypus ist demnach der Typus vierklassiger Schulen. Im Durchschnitt beträgt die Zahl der Klassen für alle Schulen: 3,9 für die gemischten. 4,1 für die Knaben- und 4,4 für die Mädchenschulen, welch letztere also den längsten Schulkursus aufweisen. Daß die gemischten Schulen den kürzesten Schulkursus besitzen, hängt wohl damit zusammen, daß letztere, wie wir schon oben erwähnt haben, meistenteils in kleinen Ortschaften sich befinden. Neben den Hauptklassen zählen manche Schulen auch Parallelklassen, denen wir am häufigsten in den Mädchenschulen begegnen. Die Schulen, die weniger als 4 Klassen zählen, scheinen zumeist nur die Anfangsform einer vierklassigen Schule zu bilden, die ihre Gründung mit den ersten Klassen beginnen, um sich dann allmählich durch die nächstfolgenden Klassen zu ergänzen. Wir besitzen leider keine Angaben über das Gründungsjahr dieser Schulen und können daher nicht prüfen, welche davon erst in der letzten Zeit gegründet worden sind und eine Erweiterung ihres Lehrkurses in Aussicht haben und welche davon schon lange bestehen und bereits einen festen Typus darstellen. Daß diese Schulen gerade in den reicheren Gemeinden, wie Kowna, Jurjeff; Pinsk, die jedenfalls eher als die kleinen Flecken und Kolonien im Stande sind, eine vierklassige Schule zu unterhalten, gegründet werden, bestätigt aber unsere obige Annahme. Und in der Tat ist das Budget dieser Schulen nicht nur nicht niedriger, sondern relativ (d. h. auf je einen Schüler), oft aber auch absolut höher als das Budget der vierklassigen, ja selbst der fünf klassigen Schulen. Dies zeigt uns folgende Tabelle: Schultypen Knabenschul. Gem. Schulen Mädchensch. Durchschnlttl.! Jahresbudget *f-£ «a* 3 p y «r "5 40 £ ifi (j ü E «- 3 Q <u -a il i% 10 « r~ SJ O ttf) v- T3 3 3 Q J=> Die jährl. Ausg. auf einen Schül. betrugen durchschnittl. in Rubel Durchschnlttl. Jahresbudget Die jährl. Ausg. auf ein. Schul, in Rubel 1 klass. Schul. — _ 796 15,9 _ _ 2 — — — 2470 27,8 3 l l 3612 34,3 2269 24 2353 15 4 „ „ 3204 24,7 2039 15,8 2693 17,5 a » » 3254 26,3 4811 21 2863 13,9 6 7719 21.4 7167 23 3907 10,7 71) „ „ — — — — 6557 17 Was diejenigen Schulen anlangt, deren Kursus vier Jahre überdauert, so beweist uns schon die geringe Zahl derselben, daß sie für die Mehrzahl der Gemeinden unerschwinglich sind. Übrigens ist das Durchschnittsbudget der 5 klassigen Schulen in den Mädchen - schulen nicht viel höher, in den Knabenschulen aber kaum so hoch als das Durchsohnittsbudget der 4 klassigen Schulen. Das Durchschnittsbudget der 6 und 7 klassigen Schulen ist schon bedeutend höher als in den niedrigeren Schultypen. Im Durchschnitt betrugen die jährlichen Ausgaben auf einen Schüler 21,0 Rubel (19,5 Rubel in den Mädchen-, 15,0 Rubel in den gemischten und 26,1 Rubel in den Knabenschulen). Das Schulalter. Die Schaffung der 6 klassigen Schulen hängt nicht nur von ihrem Budget, sondern auch von dem Schulalter ab. Leider sind die Angaben über das Alter der Schüler in unseren Schulen sehr unklar.. Sie zeigen uns nur das minimale und maximale Alter der Schüler in jeder Schule an, besagen uns aber nichts über das Alter der Schüler beim Eintritt resp. beim Verlassen!) Von den 7 klassigen Schulen wird in diesem Zusammenhang nur eine Schule in Golta betrachtet, während die andere (in Belaja Zerkoff) eine Fachschule ist und In diesem Zusammenhange nicht für typisch gc-! halten werden kann.

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