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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-08-01 · Heft 8-9 (August 1910) · p. Seite 125

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 8-9 (August 1910)
Article
Zur Untersuchung der Lage des jüdischen Handwerkerstandes in Rußland
Date
1910-08-01
Page
Seite 125 (sequence 6)
Language
German
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— 125 — hiermit die Angaben über die objektiven Bej dingungen der Produktion. j Das Lebensniveau des Unternehmers wird j durch folgende Fragen erfaßt: 1) Alter? j 2) Wie viele Jahre steht er an der Leitung j des Unternehmens? 3) Hat der Unternehmer eine Nebenbeschäftigung? 4) Deren Ertrag? 5) Womit beschäftigt sich die Frau? G) Wie viel verdient sie jährlich? 7) Zahl der Familienmitglieder? 8) Das Alter der Kinder, die noch bei den Eitern wohnen — womit beschäftigen j sie sich? 9) Wie viel verdienen sie? 10) Womit j haben sich die Eltern beschäftigt? 11) Der j durchschnittliche Ertrag der Unternehmens?; Das Lebensniveau des Arbeiters: 1. Alter? j 2. Wie viele Jahre betreibt er seinen Beruf?; 3. Wo hat er das Handwerk erlernt? 4. Wie j viel Jahre hat seine Lehrlingszeit gedauert? j 5. Wie viel verdient er wöchentlich, wenn es \ Arbeit gibt? 6. Der durchschnittliche Jahresj verdienst? 7. Womit beschäftigt sich die Frau? 8. Wie viel verdient sie jährlich? 9. Zahl der Familienmitglieder? 10. Das Alter j der Kinder, die mit den Eltern wohnen, womit beschäftigen sie sich? 11. Wieviel verdienen sie? 12. Die Kosten der Wohnung? 13. Gebrauchen sie jeden Tag Fleischnahrung? : 14. Womit haben sich die Eltern beschäftigt? : Der letzte, fünfte Punkt — über die gegen-; seitigen Beziehungen zwischen den Unter- | nehmern und den Arbeitern — bezieht sich auf j die Höhe und die Arten des Arbeitslohnes.! 1. Stück-, 2. Zeit- oder 3. Akkordlohn? 4. Die! Höhe des Stücklohnes? 5. Die Dauer des; Arbeitstages? j ö I i III. I Soweit das Programm der Enquete. Doch! entwickelt sich die Enquete von einer Zählung I nicht nur in ihrem Ausgangspunkt und ihrem Frageprogramm, sondern hat auch ihre eigene \ Richtung, d. h. eine eigene Auswahl jener j Berufe, auf die in erster Linie die Unter- I suchung 'gerichtet werden muß. Indem eine j enquetenmäßige Untersuchung vornehmlich I die Erforschung der objektiven Verhältnisse j des gewerblichen Lebens bezweckt, kann sie j sich ihrem Wesen nach nur von einer motivierten Auswahl leiten lassen. Denn solange man nur bei einer Betrachtung der subjektiven Lage des Handwerkes bleibt ist eine unterschiedlose ausnahmslose Befragung aller Handwerker der gegebenen Gegend vorausgesetzt, ganz unabhängig davon, in welchen Berufen sie beschäftigt sind, da alle Handwerk er von diesem Standpunkte aus das gleiche Interesse haben. Alle Gewerbe verlieren infolgedessen ihre Grenzlinien und schmelzen zu einer gleichen chaotischen undifferenzierbaren Masse zusammen, welche, ohne ihre inneren Gesetze zu kennen, nur äußere Sehranken und Scheidewände kennt, die von dem zufälligen Antreffen dieser oder anderer Handwerker m der einen oder anderen Gegend abhängen. Ein so prinzipienloses Zusammenwerfen aller Berufe und Betriebe ist bei der Erforschung der objektiven Zustände des Handwerks ganz unzulässig. Gerade diese objektiven Verhältnisse heben die charakteristischen Züge eines jeden einzelnen Betriebes hervor, sie tragen eine innere Einteilung in das Handwerk hinein, sie differenzieren und gruppieren es nach verschiedenen Berufen und Betrieben mit ihren verschiedenen Ansprüchen und Bedürfnissen, mit ihren Forderungen und ihren Aufgaben. Dies scheidet einen jeden Bei rieb aus allen anderen aus, schließt hiermit die Möglichkeit einer gleichzeitigen unterschiedlosen Untersuchung aller Betriebe aus, und so entsteht für die Enquete die Aufgabe, eine Auswahl der zu untersuchenden Berufe vorzunehmen. Welche Berufe hat man also durch die Wahl der Untersuchung herauszugreifen? oder, wenn es möglich wird, im Laufe der Zeit alle Berufe zu befragen, welcher Reihenfolge hat man sich bei der Untersuchung der Berufe zu bedienen? Welche Berufe soll man am ersten und meisten erforschen? Da ist zunächst die Ansicht geläufig, daß man vor allem die allerverbreitesten Berufe zu untersuchen hat, d. h. jene Berufe, in welchen die größte Zahl jüdischer Handwerker beschäftigt ist, wie das Schneider-, Schuster-, Tischlerhandwerk

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