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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-08-01 · Heft 8-9 (August 1910) · p. Seite 124

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 8-9 (August 1910)
Article
Zur Untersuchung der Lage des jüdischen Handwerkerstandes in Rußland
Date
1910-08-01
Page
Seite 124 (sequence 5)
Language
German
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— 124 Beziehungen aufgedeckt werden, in welchen i die betreffende Betriebsorganisation zu anderen j Betriebsorganisationen stehen. Die Betrachtung! der technischen Organisation des Betriebes i muß daher sowohl auf den Gegenstand der! Produktion, wie auch auf diejenigen Produk- | tionsstadien der Produktionsprozesse, welche j in der gegebenen Werkstatt verrichtet werden, \ und endlich auf die in derselben erreichte i Stufe der Spezialisierung und der Differen- \ zierung der Arbeit gerichtet werden. j Die wirtschaftliche Organisation der Pro-; cluktion hängt davon ab, wie der Absatz und! der Bezug der Rohstoffe organisiert ist.! Die Frage besteht nämlich darin, ob der Handj werker allein den Absatz seiner Erzeugnisse \ leitet, oder dieser Absatz von einer dritten; Person geleitet wird. I Um die technische und wirtschaftliche \ Organisation der Produktion klarzulegen, muß | daher der erste Punkt die folgenden Fragen j enthalten: 1. Gegenstand der Produktion? j 2. Gehören die Konsumenten der Erzeugnisse der bäuerlichen oder der städtischen Bevölkerung an? 3. Gehen die Produkte zur endgültigen Verfertigung in andere Werkstätten über? 4. Zu welchen Handwerkern gelangen sie dann? 5. Werden Halbfabrikate zur endgültigen Verfertigung angenommen? 6. Wer verfertigt dann die Halbfabrikate? 7. Erteilt der Handwerker neben der Arbeit, die in der Werkstatt verrichtet wird, Bestellungen auch an andere Handwerker, die dann für ihn dieselbe Arbeit bei sich zu Hause verrichten? 8. Welche Maschinen und Arbeitsgeräte werden angewendet? 9. Nimmt jeder Arbeiter an der ganzen Arbeit der Werkstatt teil oder kennt ein Jeder nur seine Spezialität? 10. Wie lange dauert der Produktionsprozeß? 11. Wie lange dauert die Arbeitsperiode? 12. Arbeitet der Handwerker auf Bestellung des Konsumenten? des Händlers? 13. arbeitet er für den Verkauf an den Konsumenten? an den Händler? 14. AVer liefert das Material — der Konsument, der Händler oder der Handwerker selbst? 13. Verkauft der Handwerker seine j Erzeugnisse auf Ratenzahlung? IG. Werden j die Produkte an Ort und Stelle abgesetzt oder ausgeführt? 17. Nimmt der Unternehmer am Arbeitsprozesse teil? Her zweite Punkt — Umfang der Produktion — will vom quantitativen Standpunkt aus dieselben Fragen beantwortet haben, die ihre prinzielle Beleuchtung bereits im ersten Punkte gefunden hatten. Viele Fragen dieses Punktes hängen daher von jenen Erscheinungen ab, die durch den ersten Punkt klargelegt worden sind. Die Hauptfragen sind folgende: 1) Wie viele Jahre besteht das gegebene Unternehmen? 2) Wie viele Lehrlinge? 3) Wie viele Arbeiter (im Augenblick der Angabenaufnahme, während der Saison und während der toten Saison)? 4) Der Kostenbetrag der Maschinen und der Werkzeuge? 5) Der Kostenbetrag des Rohmaterials und der fertigen Erzeugnisse, die sich im Augenblick der Angabenauf nähme in der Werkstatt befinden? 6) Die Dauer der Saison? 7) Wie viele Erzeugnisse verfertigt der Unternehmer im Laufe einer Woche während der Saisonzeit? 8) Wie viel während der toten Saison? 9) Befindet sich die Werkstatt in einem, besonderen Raum? 10) Wie groß ist der Kredit, dessen sich der Handwerker bedient? von wem werden seine Kreditbedürfnisse befriedigt? von einer Privatperson oder von einer öffentlichen Körperschaft? Deu dritte und vierte Punkt, die sich auf die wirtschaftliche Lage der Unternehmer und Arbeiter beziehen, wollen die tatsächlichen Verhältnisse aufklären, die das Lebensniveau Beider bestimmen. Aber, da das Lebensniveau dieser Personen auch von dem in anderen Beschäftigungen erzielten Verdienste bedingt werden kann, muß auch die Frage beantwortet werden, ob dieser Beruf die einzige Beschäftigung bildet oder ob auch Nebenberufe ergriffen werden müssen, um der gegebenen Person ihr Lebensniveau zu erhalten. So bestimmen diese beiden Punkte die Einträglichkeit, die die gegebenen Unternehmungen für verschiedene Gruppen der darin beschäften Personen haben, und ergänzen

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