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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-07-01 · Heft 7 (Juli 1910) · p. Seite 104

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 7 (Juli 1910)
Article
Die unehelichen Geburten bei den Juden
Date
1910-07-01
Page
Seite 104 (sequence 3)
Language
German
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— 104 — KathollRen Protestanten Juden 3,45 3,29 3,53 3,57 3,49 3,85 3,86 3,76 0,19 0,25 0,37 0,46 Von je 100 Geburten waren unehelich: a) bei der Gesamtb) bei den bevölkerung Juden 1895 2,76 0,35 1897 2,74 0,55 1899 2,74 0,36 1901 2,63 0,46 Die relativen Zahlen der unehelichen Gej burten sind also hier sowohl bei der Gesamt- | bevölkerung wie besonders bei den Juden j ganz erheblich geringer als in Ungarn. Herj vorzuheben ist vor allem die Fesstellung, daß die relative Zahl der unehelichen Geburten bei den Juden erheblich geringer ist als bei der Gesamtbevölkerung, nämlich um mehr als 80 Prozent. Dieses Ergebnis ist auch deshalb von besonderer Wichtigkeit, weil in Rußland die Juden wohl am meisten von der übrigen Bevölkerung gesondert leben. Das für die jüdische Bevölkerung überaus günstige Verhältnis tritt in folgender vergleichenden Übersicht deutlich zutage: Von je 100 Geburten waren unehelich bei den Griechisch- Orthodoxen 1868 2,96 1878 3,13 1898 2,66 1901 2,49 Preußen. Hier liegen Zahlen vor, die bis zum Jahre 1821 zurückreichen. In diesem Jahre wurden auf je 100 Geburten überhaupt uneheliche Geburten gezählt: bei den Protestanten 8,01, bei den Katholiken 5,76, bei den Juden 1,59, bei der Gesamtbevölkerung 7,05. Die uneheliche Geburtenziffer betrug also damals bei den Juden noch nicht ein Viertel der Gesamtziffer. 10 Jahre später betrug diese Gesamtziffer 7,15, die Ziffer für die jüdische Bevölkerung 1,81. Im Jahre 1841 betrug der Anteil der unehelichen Geburten bei der Gesamtheit 7,12 Prozent, bei den Juden 2.19 Prozent; im Jahre 1851: bei der Gesamtheit 7,89, bei den Juden 2,69 Prozent; im Jahre 1861: bei der Gesamtheit 8,32, bei den Juden 3,78; im Jahre 1881: bei der Gesamtheit 7,67, bei den Juden 2,72; im Jahre 1891: bei der Gesamtheit 7,65, bei den Juden 2,54; im Jahre 1901: bei der Gesamtheit 7,19, bei den Juden 3,41 Prozent. Die Zahlen für die Entwicklung seit 1901 sind folgende: Von 100 Geburten waren unehelich bei der Gesamtbevölkerung bei den Juden 1902 7,34 3,90 1903 7,03 8,46 1904 7,08 3,56 1005 7,20 3,63 1906 7,24 4,01 1907 7,4^ .4,21 1908 7,61 4,48 Bis zum Anfang der 70 er Jahre stieg also die uneheliche Geburtenziffer sowohl bei der Gesamtbevölkerung als bei den Juden, bei den letzteren jedoch besonders stark. Die uneheliche Geburtenziffer der jüdischen Bevölkerung betrug 1821 nur etwa 23 Prozent, 1861 aber 45 Prozent der allgemeinen. Seit dem Anfang der 70 er Jahre beginnt die uneheliche Geburtenziffer bei der Gesamtbevölkerung langsam, aber bis 1903 ziemlich stetig zu fallen. Bei den Juden fällt die Ziffer zunächst ebenfalls, umjedoch seit 1891 wieder ziemlich rasch zu steigen, sodaß sie 1902 bereits 53 Prozent und 1908 59 Prozent der allgemeinen Ziffer betrug. Immerhin steht auch jetzt noch die jüdische Bevölkerung Preußens in bezug auf den Anteil an den unehelichen Geburten recht günstig da. Was nun das Verhältnis der unehelichen Geburten zur Kopfzahl anbetrifft, so ergeben sich folgende Zahlen: Auf 1000 Köpfe der Gesamtbevölkerung kamen uneheliche Geburten: 1898 2,92 1900 2,71 1902 2,59 1904 2,51 Dagegen kamen auf 1000 Juden uneheliche Geburten: 1898 0,72 1900 0,67 1902 0,78 1904 0,66 Hier zeigt sich also eine ziemlich gleichlaufende Entwicklung. Vergleicht man die für Preußen berechneten Zahlen mit denen von Rußland, so sieht man, daß die Zahl der unehelichen Geburten in Rußland bei der Gesamtb evölkeruug und ganz besonders bei den

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