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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-07-01 · Heft 7 (Juli 1910) · p. Seite 105

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 7 (Juli 1910)
Article
Die unehelichen Geburten bei den Juden
Date
1910-07-01
Page
Seite 105 (sequence 4)
Language
German
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- 105 - Juden verhältnismäßig erheblich geringer ist als in Preußen. 4. Württemberg. Hier trafen uneheliche Geburten a) auf je 1000 der b) auf je Gesamtbevölkerung 1000 Juden 1898 3,45 0,50 1899 3,41 0,08 1900 3,34 0,08 1901 3,35 0,25 1902 3,20 0,50 1903 2,97 0,16 1904 2,86 0,16 1905 2,83 0,16 Ferner waren von je 100 Geburten unehelich bei der Gesamtbevölkerung bei den Juden 1898 10,03 2,92 1900 9,72 0,53 1902 9,26 3,14 1904 8,49 1,19 1905 8,56 1,02 Wir sehen demnach, daß die allgemeine uneheliche Geburten Ziffer in Württemberg höher, die der Juden jedoch niedriger ist als in Preußen. Im Vergleich zu der allgemeinen Ziffer ist die jüdische ganz erheblich niedriger; freilich können wir in den einzelnen Jahren ein erhebliches Schwanken beobachten. 5. Hessen. Es trafen hier uneheliche | Geburten auf je 1000 Köpfe j bei der Gesamtbevölkerung bei den Juden j 1898 2,74 0,60 1900 2,73 0.89 1902 2,51 0,70 1904 2,42 0.78 1906 2,21 0^0 1907 2,18 0,32 Von je 100 Geburten waren unehelich bei der Gesamtheit bei den Juden 1898 8,04 3r01 1900 7,94 4,48 1902 7,36 3,98 1904 7,28 1,57 1906 6,96 2,10 1907 T08 1,70 Die allgemeinen Ziffern entsprechen ziemlich \ denen Preußens, die für die jüdische Bevölke- : rung scheinen durchschnittlich etwas niedriger j zu sein, schwanken jedoch beträchtlich. 6. Bayern. Die Statistik weißt für das j Jahr 1876 5,69 uneheliche Geburten auf je j 1000 Köpfe der Gesamtheit auf, dagegen nur [ 0,35 uneheliche Geburten auf je 1000 Juden, j Diese Zahlen entwickelten sich in folgender Weise fort bei der Gesamtbevölkerung bei den Juden 1S81 5,36 0,46 1886 5.29 0,33 1891 5,32 0,37 1896 5,42 0,44 1901 4,96 0,47 1906 4,39 0,32 1908 4,25 0,56, Von je 100 Geburten waren in Bayern unehelich bei der Gesamtbevölkerung bei den Juden 1898 13,61 2,71 1900 13,17 2,21 1902 12,76 2,39 1904 12,62 2,23 1906 12,37 1,82 1908 12,28 3,39 Die uneheliche Geburtenziffer der Allgemeinheit ist also in Bayern bei weitem die höchste von allen in Betracht gezogenen deutschen Staaten. Dagegen findet sich bei der jüdischen Bevölkerung Bayerns eine erheblich niedrigere uneheliche Geburtenziffer als in Preußen und Hessen, wenn sie auch nicht ganz so niedrig ist wie die württembergische. Friedrich Lindner, der sich in seiner statistischen Untersuchung der unehelichen Geburtenziffern in Bayern*) auch mit dem verhältnismäßig so niedrigen Anteil der jüdischen Bevölkerung an den unehelichen Geburten beschäftigt, erklärt diese Tatsache damit, daß die Jüdin relativ früher sich verheirate. Ferner will er bei der ländlichen jüdischen Bevölkerung deren größere Abgeschlossenheit und den „zum Teil noch vorhandenen patriarchalischen und infolgedessen sittlichenden Charakter des Familienlebens", bei der jüdischen Stadtbevölkerung dagegen deren im allgemeinen günstigere soziale Stellung zur Erklärung heranziehen. Unsere Untersuchung hat uns gezeigt, daß die von L i n d n e r für Bayern gefundene geringere, und zwar außer Ungarn überall sehr erheblich geringere uneheliche Geburten- *) Die unehelichen Geburten als Sozialphänomen. Ein Beitrag zur Statistik der Bevölkerungsbewegung im Königreich Bayern. Von Dr. Friedrich Lindner. (Leipzig 1900.)

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