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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-07-01 · Heft 7 (Juli 1910) · p. Seite 103

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 7 (Juli 1910)
Article
Die unehelichen Geburten bei den Juden
Date
1910-07-01
Page
Seite 103 (sequence 2)
Language
German
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— 103 — folgenden Zahlen der unehelichen Gehurten; in Galizien. j Es kommen nämlich in Galizien uneheliche j Geburten auf je 1000 Köpfe der Gesamtbevölkerung im Jahre 1895 5,98, 1900 5,37, 1903 4,45. Dagegen kamen in Galizien uneheliche j Geburten auf je 1000 jüdische Einwohner im j Jahre 1895 33,73, 1900 29,28, 1905 25,59. Die Zahl der jüdischen unehelichen Geburten ist hiernach 5 bis 6 mal so groß wie bei der Gesamtbevölkerung. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß hier die Zahlen für die Gesamtbevölkerung durch die Zahlen der jüdischen Bevölkerung infolge der verhältnismäßig großen Zahl der Juden in Galizien schon stark beeinflußt sind. Dieselben Verhältniszahlen betrugen nämlich bei den galizischen Protestanten 1895 1,74, 1900 1,70, 1905 1,84 und bei den galizischen Katholiken j 1895 2,40, 1900 2,34, 1905 1,87. j Demnach müßten uneheliche Geburten bei j den galizischen Juden 15 bis 20 mal so; zahlreich sein wie bei der übrigen Bevölkerung, j Das wird kein Kenner der Yerhältnisse für | möglich halten. .. j Ähnliche auffällige Ergebnisse erhält man, j wenn man das Verhältnis der unehelichen Geburten zur allgemeinen Geburtenziffer betrachtet. Es waren nämlich von je 100 Geburten in Galizien unehelich: bei der Gesamtbevölkerung 1895 12,98, 1900 11,77, 1903 10,19; dagegen bei der jüdischen Bevölkerung 1875 78,92, 1900 74,72, 1903 67,44. Es müßten demnach bei den Juden Galiziens zwei Drittel bis drei Viertel aller Geburten unehelich gewesen sein, ein Ergebnis, dem die Unmöglichkeit an der Stirn geschrieben steht. Damit ist also klargestellt, daß die für Galizien vorhandenen Zahlen praktisch unbrauchbar sind: Sie sagen vielleicht etwas aus über die Häufigkeit der behördlichen Anmeldung der Eheschließungen, aber sicherlich nichts über die Häufigkeit der unehelichen Geburten bei den galizischen Juden. Natürlich beeinflußt die unbrauchbare Statistik für Galizien auch die für Österreich, sodaß wir auch diese unberücksichtigt lassen müssen. Die übrigen uns vorliegenden statistischen Angaben, nämlich die für Ungarn, Rußland, Preußen, Hessen, Württemberg und Bayern scheinen von solchen Fehlern nicht beeinflußt zu sein. Bei der Betrachtung der Statistik der unehelichen Geburten der jüdischen Bevölkerung in den genannten Ländern ergeben sich folgende Resultate: 1. Ungarn. Hier kamen auf je 1000 Seelen uneheliche Geburten a) bei der Gesamtb) bei den bevölkerung Juden 1895 3,51 3,21 1900 3,70 2^3 1903 3,49 2,51 Es waren in Ungarn ferner von je 100 Geburten unehelich a) bei der Gesamtb) bei den bevölkerung Juden 1895 8,42 7,36 1897 8.9S 7,81 1899 9,00 8,53 1901 9,30 8,88 1903 9,35 10,05 Der Anteil der unehelichen Geburten ist also bei der jüdischen Bevölkerung Ungarns ein wenig, durchschnittlich wohl 5 bis 10 Prozent, geringer als bei der Gesamtbevölkerung. Die Differenz ist hier jedoch sehr gering gegenüber den anderen, noch zu betrachtenden Ländern. Ferner ist festzustellen, daß das Verhältnis der uneheliche Gehurten zur allgemeinen Geburtenziffer sowohl bei der Gesamtbevölkerung wie auch in demselben Maße bei den Juden seit 1895 fast in jedem Jahre ungünstiger geworden ist, denn der Anteil der unehelichen Geburten bewegt sich in aufsteigender Linie. 2. Rußland. Auf 1000 Einwohner kommen uneheliche Geburten : a) bei der Gesamtb) bei den bevölkerung Juden 1895 1,38 0,11 1898 1,37 0,11 1901 1,29 0,14

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