Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- Beiträge zur jüdischen Rassenfrage
- Date
- 1910-03-01
- Page
- Seite 42 (sequence 3)
- Language
- German
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— 42 — heiten" x) und Fr. M a r t i u s „das pathologisclie Vererbungsproblem."2) Die Untersuchungen über die Juden, die sich bislier fast nur auf die Kopfform, die Haar- und Augenfarbe erstreckten, sollen nunmehr auch anderen Fragen Rechnung tragen. Martius gibt folgende Einteilung: I. Angeborene Anatomische Plus-Variationen, bedingt durch das Auftreten überschüssiger Determinanten. Beispiel: Polydaktylie (6 Zehen, üherzählige Fingerbildung etc.) II. Angeborene anatomische Minus- Variationen, bestimmt durch das Fehlen bestimmter physiologischer Determinanten. Beispiel; Farbenblindheit. III. Artabweichende Eigenschaf t e n. Beispiel: Haeprophilie (die sogenannte „Blute r" - Krankheit). IV. Vererbte, erst im extra-uterinen (nach der Geburt auftretenden) Leben vorhandene Abweichungen, meist Neigungen zu bestimmten Entwickelungsphasen, wie Chlorose (Bleichsucht), Myopie (Kurzsichtigkeit), Otosklerose (Ot rena-Knö cherung.) V. Ererbte Gewebs- und Organschwächen, derart, daß ein Minus von Lebensenergie vorliegt und den äußeren Schädlichkeiten ein ungenügender Widerstand entgegengesetzt wird. Beispiele: spastischeSpinalparalyse (krampfhafte Rückenmarklähmung)3), proprex. muskul. Dystrophie (fortschreitender Muskelschwund), Konstitutionelle Albuminurie (Eiweißharn). Diebeiden letzten Gruppen müssen natürlich ererbte Erscheinungen, d. h. Schwächen in ganzen Familien oder Geschlechtern zeigen. Sonst könnte leicht die Annahme, daß es sich um „ererbte4: Fehler handle, bestritten werden. Gute Arbeiten über die Juden in dieser Hinsicht fehlen fast ganz. Es fehlen noch moderne Arbeiten über die Geisteskrankheiten!) Verlag von F. Enke, Stuttgart 1907. 2) F. DeuticKe, Leipzig 1909. 3) Die Uebersetzungen der Fachausdrücke sind nach Schreiber „Med. Taschenwörterbuch14 1900 gewählt. der Juden, über die Bluterkrankheit, Vererbung von Albinismus, der Hypophalangie bei den Juden. Nachzuforschen wäre auch die Anlage der Juden in den einzelnen Ländern zur Mehrlingsgeburt etc. Mit dem Folgenden versuche ich, in Kurzem einige dieser Fragen zu streifen. Einzelne Angaben finden sich z. T. schon näher in anderen x\rbeiten.x) Bei den Jüdinnen tritt die Menstruation früher auf als bei der übrigen Bevölkerung. Weiß enberg2) hatjunabhängig von uns dieselben Resultate publiziert und fand, was wir von den deutschen Verhältnissen bestätigen können, daß die Jüdinnen Rußlands früher menstruieren als die Christinnen. Unsere Untersuchungen ergaben, daß die deutsche Landbevölkerung mit ca. 16 Jahren menstruiert, die Stadtbevölkerung je nach dem Wohlstand mit 14 resp. 15 Jahren, die Jüdinnen aber, und zwar sowohl die des Landes wie der Stadt zwischen 121/2 und 14 Jahren zu menstruieren beginnen. Es wäre nun wichtig, diese Erscheinung auch anderorts nachzuprüfen, zumal die Menstruation — wie wir später sehen werden — ein für die Gesundheit des Individuums nicht unwichtiger Vorgang ist. Aber nicht nur das Einsetzen der Menstruation (genannt Menarche) ist ein zu frühzeitiges, sondern auch das Ausbleiben derselben ist ein zu spätes. Die Jüdinnen Deutschlands menopaurieren (=Ende der Menstruation) durchschnittlich später als die sozial gleich stehenden Frauen oder der Durchschnitt der Deutschen überhaupt. Und noch ein interessantes Moment tritt uns hier entgegen. Der Beginn der Menstruation ist etwas ererbte s. Bei unseren Enqueten, die wir natürlich sehr diskret vor nehmen mußten, ermittelten wir oft, daß Mutter und Töchter genau zur selben Zeit zu menstruieren begannen. 2) riofrat Dr. A. Teilhaber, Mönch. Mediz. Wochenschrift 1909, Mo. 25; Zeitschrift f. Krebsforschung 1910; Dr. felix Teilhaber, Zeitschrift t Krebsforschung 1910. 3j Centralblatt für Geburtshilfe und GynäK.