Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- Das Städtchen Krasnopolje
- Date
- 1910-03-01
- Page
- Seite 37 (sequence 5)
- Language
- German
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— 37 — Tabelle VI. Beschäftigung de r K rasii o p c 1 j e r I« den. Absol. Zahl Relative Zahl Beschäftigung M. rrj Zus. M. | Fr. Zus. Händler..... 218 163 381 25,8; 31,5 28,1 Industrielle .... 70 6 76 8,4 1,2 5,6 Pachter (landwirtsch.) . 37 13 50 4,4 2,5 3,7 Handwerker .... 341 188 529 41.0; 36,2 39,1 Angestellte u.T.igeiöhner 42 5 47 5,0! 1.0 3,5 Fuhrleute..... 12 —; 12 l,4j — 0,9 Dienstboten .... — 113: 113 i 21,8 8,3 Lehrer ...... 74 —; 74 8,7 _ 5,4 Sonstige..... 443 30 74 5,3| 5,8 M Insgesamt..... 838 518 j i 1356 10,0; 10,0 5 10,0 umliegenden Dörfer als Privatlehrer ein j kümmerliches Dasein fristet. Unter den j „sonstigen" befinden sich 19 Bettler, die Kultus" | beamten, 10 Musiker und verschiedene andere, I die meistens erst durch Kombination mehrerer Berufe ihr spärliches Auskommen finden. Die Berufsgliederung zeugt für einen ungesunden Zustand; denn wovon sollen eigentlich die vielen Händler und Handwerker in einem so weit- und gottvergessenen Städtchen wie Krasnopolje leben? Selbst beinahe nichts produzierend, ist das ganze Städtchen auf j Umsatz und Zwischenhandel angewiesen. Dabei \ wird im Allgemeinen sehr intensiv gearbeitet, j denn wenn in obiger Tabelle zu den Geschäftsj treibenden auch die nur helfenden Familienj mitglieder gezählt wurden, so beträgt doch j die Zahl der Beschäftigten die Hälfte der; Seelenzahl. Bemerkenswert ist der große j Prozentsatz der beschäftigten Frauen. j Was bringt nun diese intensive Arbeit ein? j Tabelle \7II lehrt, daß ein Fünftel der Familien ein Einkommen unter 150 Rubel hat, ein Viertel ein solches über 400 Rubel und etwas mehr als die Hälfte sich mit einem Einkommen zwischen 150 und 400 Rubel begnügen muß. Das mittlere Einkommen beträgt 3841) Rubel pro Familie und 64 Rubel!) Es scheint sich hier ein bedeutender Fehler eingeschlichen zu haben, denn das mittlere Jahreseinkommen stellt sich nach Tabelle VU1-XI auf'310-165 Rubel. Auch ergibt die Berechnung des Gesamteinkommens am Schlüsse des Kapitels einen viel geringeren Wert — 250 Rubel — der aber der Wirklichkeit eher zu entsprechen scheint. pro Kopf. Interessant ist, daß die reicheren Familien auch kinderreicher sind, was einerseits wohl für die größere Kindersterblichkeit unter den Armen, andererseits aber für die Unbekanntschaft mit der Errungenschaft der modernen Kultur, dem Zweikindersystem, spricht. Tabelle VII. Einkommen der Krasnopoljer Juden. Ein¬ Familienzahi Gesamteinkunft <u i 'S cj a Seelenzahl 3 N Einkunft kommen i abs.J rel. j abs. | rel. j o o S.| abs. rel. o? -"H pro Seele Unter 800 150-400 400 -800 über 800 8919,2 265 56,8 8448,0 28! 6,0 10420; 5,8 75 J 55 42,0 46400:26',0 4t)S0ü;26,2 117 284 552 1672 400!14,4 1562 56,3 61622,2 197| 7.1 4,5 5,9 7,3 7.0 26,5 48 75 238 | 466,100 187775j 100 384 2775; 100 6,0 64 'Wir wollen auf die Einträglichkeit der einzelnen Berufsarten eingehen. Tabelle VIII. Einträglichkeit der verschiedenen Handels Unternehmungen. Zahl der Gevj J£ <U C Jahres- Ö J£ o 9 Art schäftstreibend, Einkammea der l'ts.-l M. Fr. Zus *S ~ C es Max. Min NJ m Ackerbauprodukte u. Ausfuhrartikel * » . . 16 3 19 450 800 100 9 u , .(Ausfuhr 10 _ 10 1000 (5000 600 _ Holz£eschafte{nolzlager 2 — 2 300 400 200 2 9 1 10 150 250 100 — Viehändler..... 3 — 3 1200 2000 600 — Pferdehändler .... 21 — 21 150 400 100 — Lumpensammler . . . 48 _ 48 150 250 50 — Pächter der Fleischsteucr 1 — 1 4(10 — — — Hausierer..... 9 10 12 100 150 40 — Esswarenhandlungen . . 37 9 46 400 1800 200 46 Kurzwarenhandlungen 4 — 4 600 1000 300 4 Lederhandlungen . . . 4 — 4 500 800 200 4 Schnittw.-Handi., gemeine — 3 3 300 500 200 3 feinere . 3 2 5 900 1500 600 5 Mehlhandlungen . . . 3 2 5 350 500 200 5 Kleiderhandlungen . . 2 3 5 250 300 100 6 Sonstige Handlungen 10 10 46 180 300 40 46 175 69 244 310 3000 40 130 Unter den Handeltreibenden sind die Lumpensammler am stärksten vertreten. Es ist die beklagenswerteste Erwerbskategorie, die bei viel Mühe und direkter Lebensgefahr