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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-03-01 · Heft 3 (März 1910) · p. Seite 35

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 3 (März 1910)
Article
Das Städtchen Krasnopolje
Date
1910-03-01
Page
Seite 35 (sequence 3)
Language
German
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— 35 — Tabelle III. Zahl der chronisch Kranken und Gebrechlichen in Krasnopolje. Krankheit M. Fr. Zus. 9 2 11 o 2 4 7 5 12 Tollsüchtige ....... 3 3 6 Schwach- und Wahnsinnige . . 14 6 20 Blinde und Augenkranke . . . 12 7 19 14: 23 37 61 48 109 4 2 3,1 3 5 Was den Familienstand der Krasnopoljer Juden anbelangt, so folgt aus Tabelle IV, daß nur etwa 31 Prozent der Gesamtbevölkerung verheiratet ist, welcher Koeffizient als ein sehr niedriger zu betrachten ist, da der ohnehin niedrige Prozentsatz der verheirateten Juden im Reiche 36,8 und im Gouvernement Mohilew 35,1 beträgt. Das mittlere Heiratsalter ist bei den Juden ein viel höheres als bei den Christen, indem die Hälfte der jüdischen Männer und ein Drittel der jüdischen Frauen sich erst nach dem 25. Lebensjahre verheiratet, während die entsprechenden Zahlen bei den Christen ein Viertel und ein Zwölftel betragen. Tabelle IV. Familienstand der Krasnopoljer juden in Prozenten. Familienstand M. Fr. Zus. 17,1 21,8 19,5 30,9 31,9 31,4 Verwitwet........ 1,6 4,2 ao 0,1 0,3 0,2 Im heiratsfähigen Alter . . . 50,3 41,9 45,9 Die Gesamtzahl der jüdischen Familien in Krasnopolje beträgt 524. Jede Familie zählte aLso im Mittel 5,4 Seelen. Tabelle V. Biotik der Juden und Christen in Krasnopolje. Periode juden Christen Ehen Geburten Sterblichkeit Zuwachs Ehen! i Geburten Sterblichkeit Zuwachs 1892-1896 1897—1901 9,8 5,9 42,7 37.8 19,5 21,8 23,2 16,0 9,2 8,7 59,9! 27,1 54,4! 24,8 32,8 29,6 1892-1901 7,8 ' 40,1 20,7 90,4 8,9 | 57,Sj 26,5; 31,3 j Tabelle V giebt uns einen Gesamtüberblick i über die biotischen Verhältnisse der Juden und Christen während des Dezenniums 1892—1901, nach Promillen berechnet. Sämtliche Werte sind bei den Juden in auffallender Weise geringer als bei den Christen. Die geringere Sterblichkeit wiegt aber ihre geringere Geburtenzahl nicht auf, weshalb die Juden einen doppelt niedrigeren Zuwachs aufweisen. Bemerkenswert ist die zweifellose Steigerung der Sterblichkeitsrate bei den Juden. Wenn auch beide Bevölkerungsgruppen einen Rückgang in der Ehen- und Geburtenzahl zeigen, so ist doch der Rückgang bei den Juden viel ausgesprochener, wras in Verbindung mit der steigenden Sterblichkeit für höchst ungünstige soziale Verhältnisse spricht. II. Schulen und Schulbildung. Es wurden in Krasnopolje 410 Kinder im schulfähigen Alter gezählt, also 13,6 Prozent der jüdischen Gesamtbevölkerung. Darunter waren 246 Knaben im Alter von 6 bis 15 Jahren und 164 Mädchen im Alter von 8 bis 16 Jahren. Zur Befriedigung des Bildungsdranges existieren im Städtchen 16 traditionelle Chedarim und eine mehr oder weniger wohlgeordnete Privatschule. Letztere wird von 46 Knaben und 42 Mädchen im Alter von 9 bis 12 Jahren, die gruppenweise unterrichtet weiden, besucht. Das Lehrgeld beträgt im Maximum 12 Rubel pro Jahr, so daß eine jährliche Unterstützung seitens der „Gesellschaft zur Verbreitung der Aufklärung unter den Juden" in der Höhe von 250 Rubel die Existenz der Schule überhaupt erst ermöglichte. Die Chedarim besuchen 184 Knaben im Alter von 5 bis 14 Jahren, Die Zahl der Schüler in ihnen schwankt zwischen 8 und 14 und die Höhe der Lehrgelder zwischen 5 und 14 Rubel pro Semester. Das Einkommen der Melamdim schwankt zwischen 60 und 80 Rubel pro Semester. Von den 246 Knaben im schultätigen Alter besuchen also eine Schule 230, von den 164 Mädchen aber nur 42. Viele Mädchen erhalten

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