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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-01-01 · Heft 1 (Januar 1910) · p. Seite 7

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 1 (Januar 1910)
Article
Die Rassenpathologie und der Alkoholismus bei den Juden
Date
1910-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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— / Jude und Christin handelt. Im ersten Fall j ist das Verhältnis der Totgeburten fast ebenj so hoch wie bei den rein christlichen Paaren, I währen in Familien, wo der Gatte Jude, die Frau Christin ist, die Zahl der Totgeburten viel niedriger ist und sich eher der für die rein jüdischen Paare festgestellten nähert. Wenn nun die Zahl der Totgeborenen ausschließlich von der pekuniären Lage der Eltern abhängig wäre, so müsste bei der im allgemeinen bedeutenderen Mitgift, die das körperliche Wohlbefinden der Familie sichert, die Zahl bei den Ehen zwischen Christ und Jüdin niedriger sein. Es ist aber ganz klar, : daß hier physiologische Ursachen mitsprechen, nämlich, wie Dr. Hoppe-) angibt, die Tatsache, daß zwei Krankheiten unter den Christen verbreiteter sind als unter den Juden (zwischen Christinnen und Jüdinnen ist der Unterschied nicht so auffallend), die auf die Totgeburten einen großen Einfluß ausüben,! nämlich die Syphilis und der Alkoholismus. : Dr. Ruppin schreibt speziell dam Alkoho-; lismus großen Einnuß zu: gerade das Nicht- : Vorhandensein dieses Faktors erklärt die ge-; ringe Zahl der Totgeburten unter den Moliamedanern. IV. Der Alkohoiismus spielt bekanntlich eine wesentliche Polle Inder kriminellen Aetioiogie. Die in den verschiedenen Ländern gesammelten statistischen Tatsachen bezeugen, dass ein großer Teil aller Verbrecher entweder von Individuen in der Trunkenheit oder von Gewohnheitstrinkern begangen wird. Nach den Erhebungen von Dr. B a e r2) erreicht das Verhältnis der Alkoholiker in den deutschen Gefängnissen 41.7 %. Auf 13057 Angeklagte, die man im Gouvernement St. Petersburg in den Jahren 1883 bis 1898 zählte, hatten 6181 die inkriminierte Handlung entweder in der Trunkenheit oder unter dem Einfluss von!) fi o p p e« Hat der Vater oder die Mutter auf die Vitalität des Kindes den größeren Einfluß? (Deutsche med, Wochenschrift, 22, August 1901). -) A. Baer. Die Trunksucht und ihre Abwehr, ein; Beitragzum derzeitigen Stand der Alkohol! rage, Wien, 1890. i chronischem Alkoholismus begangen, was ein Verhältnis von 47,3 % ergibt. Aber der Einfluss des Alkohoiismus zeigt sich nicht im Entferntesten in derselben Form bei den verschiedenen Arten der Verbrechen. Die Analyse des statistischen Materials über Deutschland, Belgien. Schweden und Rußland hat Prof. P i o n t k o w s k y *) zu dem Schluß veranlaßt, daß in der Aetioiogie der Verbrechen gegen Menschenleben und der Koheitsverbreciien der Alkohol eine bedeutsamere Polle spielt als in der Aetioiogie der Eigentumsvergehen. Nun zeichnet sich die Kriminalität der Juden speziell durch das geringe Vorhandensein von Vergehen aus, die mit Gewaltakten verbunden sind. So zählt man in Rußland nach den Angaben des statistischen Dienstes des Justiz-Ministeriums auf 100 Verurteilte jedes Bekenntnisses: verbrechen gegen das Leben 7,8 7,0 0,0 8,1 2,0 4,5 Andere Verbrechen gegen Personen 11,2 0,7 14,7 10,8 2,3 5,2 Diebstahle unter Anwendung von Gewalt 3?9 4,4 3,4 4;6 LS 41 Nach dem von G r i g o r i e v 2) gesammelten Material äußert sieh der Einfluß des Alkoholismus auch auf die Verbrechen gegen die Religion (Gotteslästerung und Sakrileg), woran die Juden ebenfalls einen geringeren Anteil haben (0,5 %) als die Orthodoxen (1,1 %), die Protestanten (1,5 °/0) und die Mohurnedaner (1,2 %). V. Die gesamten Tatsachen, die wir soeben Revue passieren ließen, führen uns zu dem Schluß, daß der Alkoholismus im Allgemeinen bei den Juden sehr selten ist. Wie Dr. 1i) Ä. PicntkowsKy« Die Roüe des Alkoholismus in der Aetioiogie der Verbrechen (russisch). (Journal minister. Justiz., April 1903). 2) Grigoriev. Alkonolisraus und Verbrechen in St. Petersburg (russisch). St. Petersburg, 1900.

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