Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 9 (September 1909)
- Article
- Die autochthone Bevölkerung Palästinas in anthropologischer Beziehung
- Date
- 1909-09-01
- Page
- Seite 136 (sequence 8)
- Language
- German
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— 136 — gewandert und zu Hause nur ältere oder schwächliche Leute zurückgeblieben sind. Dagegen läßt sich durch diesen Umstand der bedeutend geringere Prozentsatz der Rundköpfe sowie das längere Gesicht, die mehr schmale und überwiegend semitische Nase und die Abwesenheit der Blonden, die auch unter den Frauen fehlten, nicht erklären. Wir müssen somit annehmen, daß am Aufbau der palästinensischen Juden andere Elemente teilgenommen haben als in dem der südrussischen. Ist auch die Zahl der echten Langköpfe unter den palästinensischen Juden verhältnißmäßig gering, so zeugt doch der mittlere Kopfindex, der bei ihnen mesocephal und um etwa drei Einheiten geringer ist als bei den südrussischen, für eine bedeutende Beimischung zur Langköpfigkeit neigender Elemente. Tabelle IX. Vergleichstabelle. Fellachen o Samaritaner Juden von Jana ~v u. Maß t— CD c OJ T3 4) CS faß : <u >> -Q «U?S B •a c S vn 5 3 rS i * tio 3 £l C/3 1;1 *ci Q- Ö: Körperhöhe. . . 1668 1541 1695 1742 1730 1580:1651 Klafter .... 1746 — 1785 1774; - 1662:1701 Kopf umfang. . . 542 — 547 5411 - 5251 550 Kopflänge größte . 186; 176 189 189: 188 178! 183 Kopfbreite „ 143; 135 143 144! 147 142 151 Gesichtslänge . . 125 117 127 129; 125 133; 132 119! 119 jochbreite . . . 136 127 135 128; 138 Nasenlänge . . . 56 53 53 571 55 54 54 Fiasenbrelte obere 32 33 31 311 30 31 34 flasenbreile untere 35 33 34 34! 37 33 31 Kopfindex . . » 76,9! 76,7 75,7 76,2:78,1 79,8 82.5 Gesichtsindex . . 91,9j 92,1 94,1 97,0; 94,7 93,0 86,2 Nasenindex . . . 62,5 62,3 64,1 59,6! 66,4 61,1 63,0 R indköpfe in Proz. 12 29 10 15! 26 50 81 Langköpfe „ 28 29 27 40; 26 7 1 Semitennasen „ 16! 29 37 70 häuf. 78 10 Brünette „ 88! 86 83 75: 73 861 58 Blonde „ — — — — 2 — 10 Kehren wir nun zum Ausgangspunkt unserer Betrachtung zurück, so steht es zuerst auf Grund des obigen Materials fest, daß die autochthone Bevölkerung Palästinas langköpfig war. Ein anderer Schluß hieße den Tatsachen Gewalt antun. Denn | einerseits sind die heutigen Fellachen, der! Grundstock der jetzigen Bevölkerung lang- I köpfig, zweitens sind die Samaritaner, die sich mindestens seit der letzten arabischen Invasion rein erhalten haben, ebenfalls langköpfig und drittens zeigen die einheimischen Juden eine gewisse Neigung zur Langköpfigkeit. Ich möchte kurz auf die Einwände eingehen, die | gegen die Langköpfigkeit der einheimischen Bevölkerung erhoben werden könnten. Ich habe schon eingangs darauf hingewiesen, daß die Fellachen mit vollem Recht als direkte Nachkommen der Urbewohner betrachtet werden müssen. Nun ist es ja möglich, daß der Islam nicht nur eine neue Religion und eine andere Sprache ins Land gebracht, sondern auch die Kopfform der Bevölkerung durch seine langköpfigen arabischen Träger umgeändert hat. Dagegen spricht aber erstens der große Prozentsatz der Langköpfe, zu dessen Ausbildung bei einer nach v. Luschan, wenn seine Theorie akzeptiert wird, ursprünglich stark brachycephalen Urbevölkerung eine die Zahl der ansässigen autochthonen Einwohner um das Mehrfache übersteigende In- | vasion nötig wäre, was sich geschichtlich! nicht nachweisen läßt. Zweitens wären bei einer solchen Invasion die schwer zugänglichen Bergbewohner weniger beeinflußt geblieben als dieBe wohner der flachen,leicht zugänglichen Küste. Nun sehen wir aber, daß die Fellachen um Safed jedenfalls nicht weniger, sondern vielleicht sogar ausgesprochener langköpfig sind als die Fellachen bei Jaffa. Was aber die vorislamitischen Invasionen der Griechen und Römer, sowie die nachislamitischen der Turkotataren und europäischen Christen anbelangt, so haben sie die Bevölkerung des Landes entschieden zur Seite der Kurzköpfigkeit und in keinem Fall im Sinne der Langköpfigkeit beeinflussen können. Es bleibt noch der Einfluß der assyrischen Deportierten nach der Gefangennahme und Entführung der israelitischen zehn Stämme klarzulegen. Bekanntlich ist nach diesem Ereignis aus einer Vermischung der übriggebliebenen Israeliten, die doch unmöglich alle weggeführt