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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-09-01 · Heft 9 (September 1909) · p. Seite 132

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 9 (September 1909)
Article
Die autochthone Bevölkerung Palästinas in anthropologischer Beziehung
Date
1909-09-01
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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— 132 — bei den Juden trotz der geringsten Zahl der Gemessenen die größte Variation, indem bei ihnen eine 33 cm betragende Differenz zwischen minimaler und maximaler Größe j auftritt. Schon diese große Schwankungsbreite j läßt den Rückschluß auf eine stattgehabte j Mischung zu, der durch die Verteilung der j Juden auf die einzelnen Höhengruppen, in j der zwei Zentren auftreten, bekräftigt wird.! Bei den andern Gruppen zeigt die Verteilung | einen mehr regelmäßigen Charakter und j dementsprechend eine geringere Schwankungsbreite. Von den vier gemessenen Gruppen sind die Juden mit ihrer mittleren Körperhöhe von 158 cm die kleinsten und die Samaritaner, die im Mittel 174,5 hoch waren, die größten, während die Fellachen die Mitte zwischen beiden einnehmen. Was die Klafter breite anbelangt, so ist sie im Mittel größer als die Körperhöhe, und zwar am wenigsten bei den Samaritanern und am meisten bei den Fellachen. Individuell betrachtet zeigen alle Fellachen und Juden eine im Verhältnis zur Körperhöhe, größere Klafterbreite und nur unter den Samaritanern fanden sich drei, bei denen das Verhältnis ein umgekehrtes war und bei einem waren beide Maße gleich groß. Auffallend ist das Verhältnis bei den Juden, die sonst ein häufiges j Prävalieren der Körperhöhe zeigen, was sich j vielleicht durch die physische Durchbildung j des Körpers der Betreffenden als Ackerbauer j erklärt, die zur Ausbildung der Arme führt, j Das Ausbleiben des letzteren Faktors bei den j Samaritanern, die ein beschauliches träges j Leben führen, trägt vielleicht die Schuld \ daran, daß bei ihnen beide Maße weniger j differieren. I Tabelle II. gibt über die größte Kopflänge j und Kopf breite Aufschluß. Die Kopflänge I zeigt im Allgemeinen eine größere Schwankung; als die Kopfbreite: während aber letzteres! Maß bei allen Gruppen fast identisch ist,; weicht die Kopflänge der Juden von der der : Fellachen und Samaritaner bedeutend ab. j Dies verschiedene Verhalten spiegelt sich j deutlich am Kopfindex in Tabelle Iii Tabelle II. Kopflänge und Kopfbreite. Kopflänge Kopfbreite fab Fellachen o! hü Fellachen O c — o — re n : Z3 O « c er "ö «5 "5 % 1) *a -xl :t; C ö ■2 2 ~ 0> •o 3S -= j= *w *c5 £ CS : % -= *«5 1 «c l 3 CO t/) C/3 1 <-> i CO ~! CO 16G—170 _ _ _ 1 131—135 3! — 1 1 175 — — 1 5; i 140 4| 7 3 5 180 3 4 3 4! 145 81 14 11 6 185 9 6 2 3' 150 9i 8 3 2 190 8 9 5 —;! 155 1: 1 2 _ 195 4 9 4 1: —1 — _ _ 200 i 1 2 — I — — _ _ 205 — 1 3 —! i — — — — Minimum 177:176 171 169 ■ i 132i 127 134 135 Maximum 197205 205 192 i i 153:151 155 150 Mittel 186189 189 178: 143143 i 144 142 wieder. Denn während die Juden mit ihrem mittleren Index 79,8 hart an der Grenze der Brachycephalie stehen, zeigen die Fellachen und Samaritaner mit ihrem mittleren Index, der etwa 76 beträgt, eine deutliche Hinneigung zur Dolichocephalie. Ein noch deutlicheres Bild über die Beschaffenheit des Kopfes gibt die Anteilnahme der Gemessenen an den verschiedenen Kopfformen. Da es sich hauptsächlich um die Verteilung zwischen Lang- und Kurzköpfen handelt, so genügt es darauf hinzuweisen, daß die Hälfte der Juden kurzköpfig war, während von den Samaritanern nur 15 und von den Fellachen nur etwa 13 Prozent diese Form auswiesen. Auch hier ist also eine gewisse Einheitlichkeit bei den letzteren und ein großer Grad der Mischung bei den Juden zu sehen. Im Jahre 1905 hat Walcher1) seine bemerkenswerten Beobachtungen über denEinflu^ der Lagerung der Neugeborenen auf den Kopfindex veröffentlicht. Bei einem Besuche des Fellachendorfes bei Rosch Pinah fiel mir nun auf, daß das neugeborene Kind des Scheichs, damals 8 Tage alt, infolge des harten Lagers den Kopf ganz seitwärts hielt, so daß die Wange das Lager berührte. Auf meine Anfrage erhielt ich die Antwort, daß die Kinder absichtlich so gelagert werden, um beim Erbrechen nicht durch Verschlucken \) Zentralblatt für Gynäk. 1905.

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