Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1909)
- Article
- Der Kulturwert der brachycephalen (turanischen) Rasse
- Date
- 1909-07-01
- Page
- Seite 109 (sequence 4)
- Language
- German
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— 109 — Ton umgeben und mit dem Siegel des Schreiber? geschlossen. Der Ton .wurde dann gebrannt und mit einem Boten abgeschickt. : Der Empfänger brach mit einem scharfen , Instrument die Hülle entzwei. j Daß David kein Semit w7ar, zeigt seine j Statue, die B ank s so glücklich war aufzufinden. j Die Statue ist 88 cm hoch und hat einen; Umfang von 81 cm. Der Kopf ist kahl, das! Gesicht bartlos, (während die Semiten immer :. volles Kopf- und Barthaar tragen) und die dreieckigen Augenhöhlen, in denen einst i elfenbeinerne Augen mit Erdpech befestigt waren, sind nun hohl. Die Schultern sind breit und vierschrötig, der Körper ist dick; und kurz. Die vollgeformten Arme heben | sich frei vom Körper ab und die Hände sind \ nach vorn gefaltet. Auf der rechten Schulter j liest man folgende, deutlich eingeschnittene dreizeilige Inschrift im alten Sumerisch: j König Daudu, (Daudu David), König von I Udnunki. Banks bezeichnet diese Statue, die! alle Charaktere der brachycephalen Rasse! trägt, als vollkommenstes Beispiel der ältesten I Kunst der Welt. Die aufgefundenen weiblichen j Köpfe erinnern in ihrer Schönheit an die \ griechischen Bilderwerke. Eine andere Stätte altsumeri scher Kultur j verdanken wir den Ausgrabungen de Morgans, j Das Reich El am spielte in Asien eine sehr i wichtige Rolle, schon seit dem vierten Jahr- I tausend v. Chr., aber seine Geschichte war inVergessenheit geraten, und erst die Inschriften und Denkmäler des neu aufgedeckten ältesten Teiles von S u s a gestatten sie in großen Umrissen darzustellen. Das Reich war in verschiedene Lehensstaaten geteilt und hatte eine feudale Regierung. Eines der Haupt länder war Anzan, von wo Elam seine (hethitische) Sprache erhielt, die lange gesprochen wurde, auch noch, als nach der Unterwerfung unter die Herrschaft Chaldäas eine semitische Sprache (aber eine ebenfalls brachycephale; Rasse) eindrang. In diese frühesten Zeiten j menschlicher Zivilisation, da die großen j Errungenschaften der Kultur, die Erfindung j der Schrift, die erste Bearbeitung des Metalls, j die Anfänge der Kunst sich langsam entwickelten, führen diese Ausgrabungen, die im Pariser Louvre ausgestellt sind, und zeigen uns die Züge eines der brachycephalen Rasse angehörenden, bereits kultivierten Volkes, und lassen uns auch das allmähliche Eindringen chaldäischer Bildung erkennen. Unter den zahlreichen, wertvollen Denkmälern ragt eine rautenförmige Tafel, mit einem Löwenkopf geschmückt, hervor, die einen proto_ anzanitischen Text zeigt und zu mindest in das 4. Jahrtausend v. Chr. zurückreicht. Die Stele des Königs Naram-Sin (s. o.), des zweiten der Beherrscher Susas, gegen 3750 v. Chr. stellt den Herrscher dar, wie er von seinen neun Großen, Vasallen und Unterkönigen gefolgt, die besiegten Feinde in die Waldgebirge hinein verfolgt. Als merkwürdige Vorläufer der höchsten Blüte persischer Kunst, wie sie sich in dem Löwenfries des Empfangspalastes des Astaxerxes Mnemon in Susa offenbait, erscheinen die ruhig* gelagerten mächtigen Löwen aus glasiertem Ton, die einst den Tempel von Susa schmückten; auch Schmucksachen, ferner eine größere Anzahl Terrakottaspielzeuge wurden gefunden, ebenso herrliche aus Kupfer getriebene, mit Reliefs von Ochsen und anderen Tieren geschmückte Gefäße. Im Pariser Louvre ist auch eine uralte chaldäische Statue aufgestellt, die der französische Orientforscher de Sarsec in den Trümmern der alten Stadt Unna in Mesopotamien aufgefunden hat. Sie stellt das Rumpfbild eines wohlbeleibten, breitschultrigen Mannes dar, mit bartlosem, breiten Gesichte und leicht geöffnetem, etwas zum Lächeln verzogenem Munde. Bis auf ein Loch in der Nase, und auf die abgesprungenen Hände, die ehemals über die Brust gekreuzt waren, ist das aus hartem Diorit gefertigte Bildwerk vorzüglich erhalten. Auch die Inschrift, die um den ganzen Rumpf läuft, am Halse beginnend und auf dem Rücken sich fortsetzend, ist von Thure r. u-Dangin entziffert worden. Wie notwendig das ständige Zurückgehen auf das anthropologische Material zur Orien-