Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1909)
- Article
- Der Kulturwert der brachycephalen (turanischen) Rasse
- Date
- 1909-07-01
- Page
- Seite 110 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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110 — tierung ist, beweist z. B. Eduard Meyer, der mitten in dieser brachycephalen Völkermasse, die von fremden Einflüssen nur semitischen offenstand, „das erste Auftreten der Arier in der Geschichte entdeckte!:: Als Grundj läge für diese kühne Entdeckung diente ihm j der einzige Umstand, daß in Verträgen, die j der Hethiterkönig mit dem König des Landes j Mitani, das zu beiden Seiten des Euphrat lag, | schloß, unter den angerufenen Göttern auch! Namen erscheinen, die Mithra, Varuna und j Indra entsprechen.1) So schließt Meyer j auf Arier, weil einige indische Götter-; namen vorkommen. Mit dieser philologischen \ Methode richtet man eben nur Verwirrung \ an; denn der Umstand, daß einige indische; Götter angerufen werden, beweist natürlich; für die Rasse und Nationalität der beiden \ Teile nichts, abgesehen davon, daß auch die j Inder der Rasse nach keine Arier warenj Nach derselben Methode könnte man Gerj manen, die sich in einem Vertrag auf Jesus j oder Maria berufen, für Semiten oder Hethiter j erklären. j Mit diesen so hochstehenden Völkern, den j Elaniiten, Chaidäern und den Sumerern waren die Hebräer auf ihrer Wanderung von Ur-Kasdim unter Terach sowohl kulturell als auch physisch in Berührung gekommen. Sie haben sieh also mit der brachycephalen Bevölkerung Mesopotamiens sowohl, als auch mit der Pamirs und Armeniens auf der langen Wanderung vom südlichen Chakläa nach dem Norden und Osten und hierauf nach dem Westen und Süden vermischt. Als sie in Kanaan ankamen, und mit dem ebenfalls brachycephalen Volke der Hethiter zusammenl) Die Verträge sind in hethitischer Sprache, aber in babylonischerKeiischrift geschrieben, daher teilweise lesbar. stießen, hatten sie schon viel brachycephale Elemente in sich, so daß der endliche Sieg des brachycephalen Elementes nach der Verschmelzung mit den Hethitern, womit der Rassenaufbau der Juden im Wesentlichen beendet war, leicht erklärlich ist. Über die hohe Kultur der Hethiter1) deren Einflüsse bis an die südlichen Grenzen Palästinas nachweisbar sind, habe ich wiederholt in diesen Blättern berichtet. (Heft 5, 1907, und zuletzt Heft 6, 1909.) Es erübrigt nur, auf die weiteren Zusammenhänge, die sich von den Funden in Boghaz-köi, denen sich gleiche in Giaur Kalise durch die amerikanische Mission anschlössen, nach dem Schliemann'sehen Troja- Hissarlik einerseits, anderseits nach Kreta und den mykenischen Bauten auftun, hinzuweisen. Es leidet heute keinen Zweifel, daß die hellenische Kulturblüte eine bedeutende Vorgängerin in diesei mykenischen Periode hatte und von ihr beeinflußt wurde, ebenso, daß die Träger dieser Kultur, wenigstens in ihren Anfängen die brachycephale Rasse war, die auf dem Wege des griechischen Inselarchipels hier und weiter in Kreta, und von da in Mykene und tief in das griechische Festland als Kulturbringer auftrat. Es wäre sehr verlockend, auf diese Beziehungen einzugehen; jedoch überschreiten sie den Rahmen dieses Artikels, der im Wesentlichen zeigen wollte, daß die neuen Ausgrabungen und die historische Forschung durchaus nicht unser ,,Renommee" heruntersetzt, sondern vielmehr unseren mittelbaren Einfluß bei der Geburt der Kultur dartun. -1) So hat Sellin in Jericho sowohl Hausgerät als auch Schmuck hethitischen Charakters. Manches Klein* gerät aus Gezer, Taanach, Megiddo erinnert ganz und gar an die in Troja, Mykene, Tiryns gernachten Funde. Statistisches Archiv.;."--—"==" f inünzgerhüliniss? der Jüdisdien | auf 251096,85 M. Die Einnahmen aus Steuern betrugen;i Preußen. Gemeinde zu Berlin 1907,19Ö8. Im j 227858,97 Ii. Diese Summe wurde von 37417 Steuer- 1 ...... Etatsjahr 1907.1908 betrugen die Ein* | Zahlern aufgebracht; im Vorjahre war die Zahl der Zen* nahmen der jüdischen Gemeinde zu Berlin 2672113,44 M, j siten 29297. Auf den Kopf des Steuerzahlers entfielen denen Ausgaben in Höhe von 2421016,59 M. gegenüberj im Berichtsjahre durchschnittlich 59,54 M. stehen; die Kapitalsvermehrung beziffert sich danach }