Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Kurze Bemerkungen zum Kapitel "Sterblichkeit der Juden"
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 11 — Die Disposition zur Amaurose (Hoppe), zum Trachom sind oft als Rassenmerkmale erklärt und bisher als solche noch nicht widerlegt worden. Im Gegenteil es scheint mir, daß der kleine Beitrag, den ich heute lieferte (über das Uteruskarzinom), nur die auch sonst im Leben sich aufdrängende Beobachtung von einer Unterschiedlichkeit der Rassen auch inbezug ihrer Nosologie wissenschaftlich stützt. Weil ihre grandiose Innenzucht der Juden sicher den Boden abgab, gewisse eigene speziell psychische Störungen unter ihren Mitgliedern fortzupflanzen und zu verbreiten, weil ihre Wesensart Jahrhunderte hindurch fast rein weiter vererbt wurde, weil äußere Momente in der gleichen Weise auf die gleichen Glieder des Verbandes einwirkten, so möchten wir nur zum Schluß noch eines bekannten Beiliner Anatomen gedenken, der auf Grund seiner Arbeiten erklärte, daß sogar die anatomischen Verhältnisse bei den Juden eigenartige seien. Wie sollte denn, wenn schon das Normale des Körpers differenziert ist, nicht auch der Ablauf gewisser funktioneller Prozesse ein anderer sein. Uns scheint die Au erb ach'sehe Arbeit aus allen möglichen Gründen hierzu noch lange nicht das letzte Wort gesprochen zu haben.1) Damit wird der Wert der zitierten Arbeit nicht untergraben, da sie uns gutes Material liefert, aus dem wir noch manchen Nutzen ziehen werden. Felix Theilhaber. München. II. In den obigen Ausführungen T h e i 1 h a b e r s bleibt ein Hinweis unbeachtet, den ich in meiner Arbeit des öfteren gemacht habe, dass meine Untersuchungen sich nur auf die Sterblichkeit der Juden beziehen, also auf Krankheiten, die zum Tode führen. Es ist mir nie eingefallen, das häufigere l) Man muß allerdings die Rassenmerkmaie nicht überall vorzufinden glauben. Vorkommen etwa der funktionellen Nervenerkrankungen (Neurasthenie, Hysterie etc.) bei den Juden zu leugnen, aber von diesen konnte ich nichts aussagen, da sie nie Todesursache sind. Nur die Todesursachen aber sind statistisch gegeben. Mir kam es darauf an, anstelle der häufig nur auf Sentiments. halbfertiger Statistik und voreingenommenen Meinungen beruhenden Behandlung dieses Themas den Versuch einer exakten Grundlegung zu machen. Zuviel schon ist mit dem Schlagwort „Rasse" gegen uns Juden gesündigt worden, als daß wir in denselben Fehler verfallen dürften. Etwas der „Rassezuschreiben heißt zunächst doch nur. daß wir nachweisbare Ursachen dieser Erscheinung nicht kennen. Ehe wir uns dazu entschliessen, müssen also die sonst wirksamen bekannten Ursachen ausgeschlossen werden, und soweit sind wir in der Pathologie der Juden noch lange nicht. Die wichtigste Aufgabe ist hier für die nächste Zeit, die Juden nicht einfach mit anderen Völkern, sondern m i t entspreche nden sozialen Schichten der anderen Völker zu v erg 1 e ich en (notabene dasselbe Problem wie in der Kriminina lität der Juden). Wie fruchtbar diese Methode ist, haben schon die kleinen Versuche in meiner Arbeit gezeigt. Bis zum Beweise des Gegenteils bleibe ich bei der Behauptung, daß der Diabetes die Juden nicht häufiger befällt als entsprechende soziale Schichten der übrigen Bevölkerung. Wozu also eine besondere Rassendisposition der Juden annehmen? Erklärt das die Sache besser? Annehmen würde ich eine solche Erklärung, wenn man nachweisen könnte, daß die jüdischen Hafenarbeiter in Saloniki häufiger an Diabetes erkranken als die griechischen Kaufte ute dieser Stadt. T h e i I h a b e r s Erklärung der höheren Paralyse-Ziffer der Juden ist keine Erklärung, sondern eine neue Hypothese. Ich habe nur den vorsichtigen Ausdruck gewählt, daß das jüdische Gehirn stärker zur Paralyse disponiert ist, aber gleichzeitig nachgewiesen,