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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-01-01 · Heft 1 (Januar 1909) · p. Seite 12

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 1 (Januar 1909)
Article
Kurze Bemerkungen zum Kapitel "Sterblichkeit der Juden"
Date
1909-01-01
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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— 12 — daß diese stärkere Disposition eine berufliche ist und auch den Nichtjuden zukommt. Auch hier liegt also kein Grund vor, rätselhafte Rasseneigenschaften hexanzuziehen. Sehr zu unrecht wirft mir Theilhaber vor, daß ich die Nervenkrankheiten alle in einen Topf geworfen habe, obwohl sie vielfach nichts miteinander gemein haben als den Namen. Der Fehler liegt vielmehr auf seiner Seite, indem er augenscheinlich an die psychischen und funktionellen Erkrankungen denkt, über die ich kein Wort ausgesagt habe, da sie nicht Todesursachen sind. Die ..Krankheiten des Nervensystems" in meiner Statistik sind grob materielle, und für sie habe ich nicht eine Zahl gegeben, sondern gesondert untersucht: Paralyse, Tabes, Hirnhautentzündung, tuberkulöse Hi rnhaut en tzündu ng, Sehl agan fäll e. Mehr kommen als Todesursachen kaum in Betracht. (Die Zahlen für Tabes habe ich nicht veröffentlicht, da die absoluten Ziffern etwas klein sind. Ich fand auf 100 000 Katholiken 5,2, auf 100000 Juden 4,8, also keinen wesentlieben Unterschied). Einige Worte noch über den Gebär m n 11 e rkrebs. Ich selber habe zugegeben, daß wir hier vorläufig vor einem Rätsel stehen. Aber ich möchte davor warnen, daß wir in dem verschwommenen, nebelhaften Ausdruck „erworbene und erbliche Degeneration der Rasse", den Theilhaber von Bollinger entlehnt, eine Erklärung sehen. Was soll das überhaupt heissen? Wenn bei Negern kein Uteruskrebs vorkommt, sind also alle weißen Rassen degeneriert? Und die Juden sind wegen der geringeren Ziffer der Gebärmutterkrebse weniger degeneriert als andere weiße Völker? Warum aber kommen sie diesen in der Gesamtziffer der übrigen Krebse gleich? Warum übertreffen sie diese (wenigstens nach unserer Statistik hier) bei den Krebsen der Brustdrüse, der Leber, des Darmes? Das ist dieselbe Methode, mit der Chamberlain die Inferiorität der Juden „beweist". Solche „Erklärungenfördern nicht mehr die Erkenntnis, sondern verhindern sie geradezu. Wir wissen noch nichts Sicheres über die Entstehung der Krebse überhaupt. Warten wir lieber erst bessere Einsieht in die Erblichkeit, Übertragbarkeit, soziale Bedingungen, äußere Ursachen der Krebse ab, ehe wir eine einzelne Erscheinung auf „erworbene und erbliche Degeneration der Rasse" zurückführen. Zum Schluß möchte ich einige allgemeine Bemerkungen anfügen. Ich selbst bin von einer Rasseneigenart der Juden überzeugt; aber ich sehe sie in Merkmalen des Körperbaues und vor allem in einer seelischen Eigenart, und ich halte es nicht für notwendig, daß sie sich auch in der Sterblichkeit oder anderen Gebieten der Pathologie zeigen muß. Das Prinzip der Züchtung, das gerade in der Geschichte der jüdischen Rasse sicher von hoher Bedeutung ist, wird hier oft unrichtig verstanden. Seit es eine Kulturmenschheit gibt, ist die Züchtung der Menschenrassen im wesentlichen auf das Gehirn gerichtet gewesen. In historischen Zeiten können wir höchstens noch in bestimmten Fällen eine allmähliche Erhöhung der Resistenz gegen ein ige Infektionskrankheiten annehmen, so bei den europäischen Völkern gegen Masern und Syphilis, bei den Negern gegen Malaria. Gelbfieber etc., vielleicht auch (mit F i s h b e r g) bei den Juden gegen Tuberkulose. Vielleicht. Die Akten darüber sind noch nicht geschlossen. Dr. Elias Auerbach, Berlin. Statistisches Archiv. „ ^2rb\i<hke\\ der Jaden I Vierteljahrsschrift für öffentliche Ge- Frankfurt a. HL j \n f rankfurt a. HI. im 17. und i sundheitspfl ege", 1908 die „Geschichte der :7-—-:.--^==:---: |gs Jahrhundert. Dr. med. | Sterblichkeit und der öffentlichen Gesundheitspflege in W. fiauauer behandelt in der „deutschen i Frankfurt a. M.a und berechnet hier auch die relative

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