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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1907-11-01 · Heft 11 (November 1907) · p. Seite 164

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1907)
Issue
Heft 11 (November 1907)
Article
Todesursachen bei Juden in österreichischen Städten
Date
1907-11-01
Page
Seite 164 (sequence 4)
Language
German
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— 164 — und Rippenfellentzündung*, werden wir ein i Verhältnis unter dem Durchschnitte erwarten. : Tatsächlich beträgt es in Lemberg bei Christen; 48, bei Juden 8, in Krakau bei Christen 53, \ bei Juden 8. Die relative Abnahme gegen j den Durchschnitt ist also bei Juden größer j als bei Christen. Noch einige Daten! Bei Lungen- und Bronchialkatarrh und bei Darmkatarrh ist das Verhältnis stets sehr niedrig. Es beträgt für erstere bei Christen 2, bei Juden 6, für letztere bei Christen 6, bei Juden 3. Diese Todesursachen betreffen eben zumeist Säuglinge, welche die Juden nicht gerne der j Spitalbehandlung anvertrauen. Aus alledem j leuchtet uns also die von mir schon früher j betonte Eigentümlichkeit der Juden hervor, j ärztliche Hilfe soviel als möglich in Anspruch zu nehmen, gepaart mit Familiensinn, der den Kranken so lange als möglich in häuslicher Pflege wissen will. Nun gehen wir zur Erörterung über, welche Todesursachen bei den Juden häufiger sind. Die Berechnung, für welche die Zahl der Verj storbenen exklusive der Auswärtigen zugrunde j gelegt wird, wollen wir folgendermaßen ge~ [ stalten. Das Verhältnis der verstorbenen Juden zu den verstorbenen Christen beträgt in Lemberg 1890—1892 100:211, 1901 und 1902 100:352, j in Krakau 100:309. Verhältnisse bei Todesursachen mit einem größeren Index für die j Christen bedeuten, da bei obigem Index ohne- \ hin meist eine Mindersterblichkeit der Juden; besteht, eine geringere Häufigkeit der betrefj fenden Todesursachen bei Juden. Selbstver-; ständlich werden wir uns nicht genau an die; Indexzahl binden, sondern uns einen gewissen Spielraum gewähren müssen. Ein kleiner \ Index bedeutet noch nicht eine Mehrsterblichj keit der Juden; er bedeutet es erst dann, wenn! er kleiner ist als der Bevölkerungszusammen- ■ setzung entspricht. Dieser Grenzindex wäre j ungefähr für beide Städte 225—250. Carter den Krankheiten, welche einen nied-; rigen Index haben, finden wir vor allem mit einem Index unter 100 Lungenemphysem; (Lemberg I 1890—1892), mit einem Index \ von 101—150 Diphtherie (Lemberg I), Bauchtyphus (Lemberg I), Bright'sche Nierenkrankheit (Lemberg I), Altersschwäche (Lemberg I), mit einem Index von 151 — 200, Scharlach (Lemberg I), Lungen- und Rippenfellentzündung (Lemberg I), Gehirnentzündung (Lemberg I), Darmkatarrh (Lemberg I), Herzfehler (Lemberg I), Sonstige Krankheiten (Lemberg I), Nierenentzündung (Lemberg I), Typhus (Lemberg II [1901 und 1902]), Diphtherie (Krakau), Nervenkrankheiten (Krakau). Todesursachen mit einem Index von 201—225 sind noch angeborene Lebensschwäche (Lemberg I), Konwalsionen (Lemberg I), Wasserkopf (Lemberg I), Apoplexie (Lemberg I), Scharlach (Lemberg II und Krakau). Außerdem haben von den Todesursachen, wo nicht über 10 Fälle bei den Juden vorkamen, einen niedrigen Index Kindbettfieber (Lemberg I und II) und Gangraen (Lemberg I). Einen Index über 400 haben Blattern (Lemberg I und Krakau), gewaltsamer Tod (Lemberg I), Diphtherie (Lemberg II), andere Infektionskrankheiten (Lemberg II), Tuberkulose (Lemberg II und Krakau), Selbstmord (Lemberg II und Krakau), andere Krankheiten der Atmungsorgane (Krakau), zufällige Beschädigungen (Krakau); einen Index von 399—350 haben Masern (Lemberg I), krebsige Entartung (Lemberg I), bösartige Neubildungen (Lemberg II), Keuchhusten (Krakau), Ruhr und Cholera (Krakau); einen Index von 349 bis 300 haben Tuberkulose (Lemberg I), Ruhr (Lemberg I), andere Krankheiten der Atmungsorgane (Lemberg II), Nervenkrankheiten (Lemberg II), Krankheiten der Verdauungsorgane (Lemberg II), Lungen- und Rippenfellentzündung (Krakau), Krebs und andere Neubildungen (Krakau), angeborene Lebens- und Altersschwäche (Krakau); einen Index von 299 bis 275 (für Lemberg I bis 250) haben Masern (Lemberg I), Gedärmentzündung (Lemberg I), Krankheiten der Kreislauforgane (Lemberg II), angeborene Lebens- und Altersschwäche (Lemberg II), Unterleibstyphus (Krakau). Außerdem haben einen sehr hohen Index (mindestens 400) von jenen Todesursachen, wo weniger als

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