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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1907-07-01 · Heft 7 (Juli 1907) · p. Seite 99

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1907)
Issue
Heft 7 (Juli 1907)
Article
Die Juden in Kopenhagen nach der Volkszählung von 1906
Date
1907-07-01
Page
Seite 99 (sequence 3)
Language
German
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- 99 — werden. Von der Fruchtbarkeit der jüdischen Ehen (in solchen, wo das Familienhaupt ein Jude war) hat man Aufschlüsse aus dem Volkszählungsmaterial von 1901. So war in den jüdischen Ehen mit einer Dauer von weniger als 15 Jahren die durchschnittliche Geburtenziffer von 1,91 gegen 2,13 für die ganze Bevölkerung. Namentlich sind bei den Juden die sehr kinderreichen Ehen, die im Arbeiterstande recht häufig vorkommen, ganz ausgeblieben. Die Altersgliederung der Juden ist von der der übrigen Bevölkerung sehr verschieden, wie aus der folgenden Tabelle deutlich hervorgeht Männer Weiber Juden Ges.Bev. Juden Ges -Bev. Jahr absolute in in absolut. in in Zahl Proz. Proz. Zahl Proz Proz. 0— 5 97 7,0 11,7 98 5,9 9,6 5-15 199 143 19,8 8,8 220 13,1 16,6 15-20 104 7,5 112 6,7 8.4 20-30 208 14,9 18,5 261 15,6 19J 30-40 225 16,1 15,0 232 13,9 15,8 40-60 391 28,1 19,7 459 27,5 21,1 60-80 157 11,3 6,1 253 15,1 2,2 8,5 überßü 12 0,8 0,4 37 0,8 zus. 1393 100,0 100,0 1672 100,0 100,0 Bei den Juden ist das Kindesalter ganz bedeutend und zum Teil auch das Mannesalter (bei Männern bis zum 30., bei Frauen bis zum 40. Jahre) schwächer besetzt als bei der überigen Bevölkerung. Von den Familienstands Verhältnissen Her Juden im Vergleiche mit denen der übrigen Bevölkerung gibt die folgende Zusammenstellung, die sich auf Männer von 20— 45 Jahren bezieht, einige Aufschlüsse Juden Alter 20-25 25-80 30-35 35-40 40-45 o fi <? o P © V-s G esaintbevölkerung 08 fc 92,4 56,3 38,7 26,1 16,2 7,6 41,7 61,3 68,9 77,7 2,0 W 6,0 89,0 47,2 24,5 16,5 12,6 10,9 52,1 74,0 80,8 83,7 0,1 0,7 1,5 2;7 3J Demnach sind die Prozentzahlen für Junggesellen in allen Altersgruppen viel größer bei den Juden als bei der Gesamtbevölkerung, derselbe Zug wiederholt sich, im Gegensatze zu dem, was in dieser Zeitschrift für die bayrischen Juden mitgeteilt worden ist, auch für die älteren Altersstufen. Zwischen 60 und 80 Jahren sind noch ledig 16—17 Prozent der jüdischen Männer gegen nur 10 Prozent für die ganze Bevölkerung. Die folgende Übersicht beleuchtet den Familienstand der jüdischen Weiber von 20—50 Jahren im Vergleiche zu dem der ganzen Bevölkerung. Jüdinnen G esamt. weibl. Bevölk. Alter .SP 3 .£ ff 05 © fc^O -£ O .SP ts © § £-3 -£> © o l-H 2 lr< VI * 33 *3 © J *<3 Ä?-l l'-g & <D .> © o> > bD <u > 03 ü > bß 20—25 25—30 30 - 35 35-40 40-50 79,7 47,1 32,2 35,1 35,4 20,3 52,2 64,4 54,4 52,0 0~7 3,4 10,5 12,6 77,8 48,2 33,0 c\n -i <s7,l 22,5 21,7 50,0 63,0 65,6 62,5 0,5 1,8 4,0 7,3 15,0 Für die Altersstufen 20—35 Jahre stimmen die Relativzahlen für die Juden und die ganze Bevölkerung beinahe überein. Die Famiiienstandsverhältnisse der Juden sind hier durch die sozialen Verhältnisse bestimmt. Die Männer heiraten spät, gemäß den Gewohnheiten in den höheren Volksschichten, während das Heiratsalter der Weiber nur wenig differiert. Aber mit Rücksicht auf die Altersstufen der Weiber von 35 Jahren und darüber gilt dieses nicht. Die Prozentzahlen der ledigen Weiber sind hier größer für die Juden als im ganzen für die Bevölkerung. Es hat also hier in Kopenhagen eine Übergangsperiode gegeben, wo ein verhältnismäßig großer Teil der Jüdinnen nicht heiratete, während gleichzeitig viel jüdische Männer ihre Gattinnen bei ihren Glaubensgenossen im Ausland suchten, was wahrscheinlich auf verschiedene für die hiesige in sozialer Rücksicht stark gegliederte jüdische Gesellschaft eigentümliche Ursachen zurückzuführen ist. Auf die Berufsverhältnisse der Kopenhagener Juden kann hier raummangelshalber nicht ausführlich eingegangen werden.

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