Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1907)
- Article
- Armenier und Juden
- Date
- 1907-05-01
- Page
- Seite 68 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 68 - res p e k t i ve M e s o c e p L a 1 i e, ohg'lei cli blonde Elemente mit Dolichocephalie und große Statur darin eingestreut in allen Teilen Armeniens, vornehmlich aber im Gebirge, vielfach vorkommen," Xach dem Vorausgeschickten sind diese Angaben leicht zu korrigieren. Den Hauptteil des jetzigen Volkes bildet ein einheimischer „ turanischer", gieich braehy cephal-al piner brünetter Stamm. Die eingestreuten blonden dolichocephalen Elemente sind auf die Vermischung mit den Arnoriiern, die auf koptischen Denkmälern blondharig und blauäugig dargestellt werden, zurückzuführen; vielleicht auch auf eine europäische Einwanderung der Thrakier in vortrojauiseker Zeit. (Luschan). Ihr entsprechen bei den Juden die elf Prozent blonder Judenkinder, die Vircliow fand. Die große Mehrheit der Armenier und der Juden gehören dem vorsemitischen 1 lethitisch-armenoiden Typus an, dessen wesentliche 'Merkmale Kurzküpfigkeit und große, gebogene Nasen bildet. Die dolichocephalen Eroberer zwangen den Besiegten dann die arische Sprache auf, die die Armenier heute sprechen; physisch sind die Dolichocephalen größtenteils untergegangen, bis auf einige Inzuchtnester in den Gebirgen, wo die natürlichen Verhältnisse die Erhaltung selbst kleiner Rassen - splitter begünstigen. W a h e - M i n a s s i a n geht dann auf die Ergebnisse der Messungen über, die er als Arzt im Oriente anstellte. Er untersuchte ungefähr 300 Armenierinnen, auf gewisse äußere Kassenmerkmale, insbesondere auf den Beginn der Menstruation, die Fruchtbarkeit und die Beckenweite. Bei der Seltenheit solcher Messungen sind sie wissenschaftlich von großem Interesse. Die Untersuchten stammten zum geringeren Teile aus Smyrna und Magnesia, zum größeren Teile aus Konstantinopel, wo bekanntlich eine große armenische Gemeinde besteht. Unter seinen Fällen waren 308 Frauen und Mädchen von ausgesprochen b r a u n e r Gesichtsfarbe mit schwarzem, bald glattem, bald etwas gekraustem Kopfhaar und dunklen Augen, das ist etwas mehr als die Hälfte aller Fälle, 270 hatten minder dunkle bis lichte Hautfarbe und kastanienbraunes Kopfhaar und nur 22 waren ausgesprochene Blondinen : mit blauen Augen und ganz lichter Gesichts- | färbe, ihre Körperhöhe betrug 140 bis 150 cm,; sie waren also klein bis mitce[groß und ein j hoher Wuchs kam unter ihnen selten, etwa \ einmal unter 100 Fällen vor. „Viel Auffälliges j wies ihre Gesichtsbildung nicht auf, wenn \ man etwa von den bei vielen unter ihnen : vorkommenden markanten Zügen de; Ant-! litzes, den großen Augen und dichten Augenj brauen und von der mitunter stark | pro m ini erenden Nase absieht, die zu- | sammen jenen Komplex von mehr oder weui- I ger charakteristischen äußeren Merkmalen; abgeben, vermöge deren im Oriente das ge- \ übte Auge die Armenierin von der zumeist | ebenso brünetten Türkin, Griechin oder Jüdin; unterscheidet." — Das ist entschieden unrichtig. Alle Beo-! backtet (Ikow, Hutchinson, Gregory, Lydekker, nach Judt, die Juden als Rasse) geben ihre Verwunderung über die Ähnlichkeit der Phy-! siognornien Ausdruck. Auch die Beschreibung! Minassian's selbst läßt absolut nicht erkennen. \ worin die Differenz zwischen Armenierin und i Jüdin bestünde; es sei denn, daß eine braune i (:' esiehtsfarbe selten bei den Jüdinnen beobach-; t. l wi'*d, jedenfalls viel seltener als bei den I Armenierinnen. I Minassian fährt dann fort: Die Konstitution; ließ bei vielen unter ihnen zu wünschen übrig; i sie waren zart gebaut, schwächlich und ihre j blaßbraune Gesichtsfarbe mit dem leichten j Stich ins gebliche erhöhte den krankhaften \ Eindruck ihres Aussehens. Ein anderer Teil! und wold auch der überwiegende, war kräftiger | konstituiert, erfreute sich, einer gewissen! Körperfülle und sah gut aus, was auch den i günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen, unter I denen sie lebte, vollkommen entsprach. Die j Armenierinnen menstruieren alle frühzeitig | und zwar im 13. und 14. Lebensjahr. Der | vierwöchentliche Menstruationstypus war der | allgemein gültige. Das Klimakterium tritt