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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. Seite 67

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
Armenier und Juden
Date
1907-05-01
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
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— 67 — Inschriften, die Chatti der keilinschriftliehen j Quellen, die Chittim der Bibel sind ein Volk, j Sie sind die Vorläufer der Indogermanen in j Kleinasien. Nach biblischen Berichten reicht j ihr Einfluß sogar bis in den Süden Palästinas, j Abraham kauft ein Erbbegräbnis in Hebron j von den Hethitern. Rhamses IL, der Pharao | der Bibel, besiegte die Hethiter, die Palästina ] bedrängten. In der assyrischen Zeit drangen j die Hethiter bis zum Hermon vor, in assyrischen j Inschriften ist Syrien das Hethiterland. A. H. Sayce (Oxford) sagt diesbezüglich: Die Versicherung der Genesis, daß Hethiter im Süden von Palästina gewohnt hätten, hat man für unhistorisch erklärt, jedoch eine Inschrift auf einem ägyptischen Grabstein, der sich heute im Louvre befindet, meldet von Hethitern, die im Süden Kanaans saßen, nicht erst zu Abrahams Zeiten, sondern schon j zwei Jahrhunderte früher, unter den ersten j beiden Pharaonen der zwölften Dynastie, auch j Erzeugnisse der Tüpferkunst, die man in den! uralten Ruinen der palästinensischen Städte : auffand, gehören aufs engste zusammen mit ähnlichen Funden, wie sie-in dem Hauptsitz der Hethiter in Cappadocien gemacht wurden, i Ich verweise auch darauf, daß der israelitische j Räucheralter, den Sellin als einen der j wenigen Zeugnisse altisraelitischer Kunst fand, j das hethitische Löwenmotiv aufweist. j Bei einer Orientierungsreise im Jahre 1905 j fand Prof. H. Winklet* in Boghazköi unter | anderem drei Tontafeln, die die größten Hoffj nungen erweckte. Sie waren in babylonischer I Sprache geschrieben und glichen nach Form j und Inhalt den berühmten Tontafeln von j Amarna, Es waren also Funde aus der Amanta j Zeit (um 1500 v. Chr.) in dem ganz entlegenen j kleinasiatischen Gebiet zu erwarten. Die Ex- I pedition von 190(3 hat nun die gehegten Erwartungen noch übertroffen. Man fand 2500 größere und kleinere Tontafeln. Die meisten j sind in der Hethitersprache geschrieben. Ob-; wohl die Sprache selbst noch nicht entziffert | ist, können die Inschriften doch gelesen werden, j da sie in der babylonischen Keilschrift gej schrieben sind. Daher sind die Namen und! Genealogien der Hethiterfürsten und die geographischen Angaben lesbar. Das überraschendste Resultat war die inschriftlich bezeugte Tatsache, daß das Stadtgebiet von Boghaz-köi die Hauptstadt des Hethiterreiches gewesen ist. Unweit des Ausgrabmigshügel fanden sich an dem Tor der noch zum Teil erhaltenen alten Stadtmauer zwei Prachtstücke hethitischer Kunst, zwei Löwen in ganzer Vorderansicht, die das Stadttor einfaßten und weiterhin die Überreste eines kunstvoll mit Löwen verzierten Wasserbassins. Die Hethiter sind — das leidet heute keinen Zweifel — die gemeinsamen Stammväter der Armenier und Juden. Die Armenier unterscheiden sich von den Juden nur dadurch, daß ihnen die semitische Komponente, die die Juden aufweisen, fehlt. Die Türken bezeichnen die Magyaren als „christliche Türken", analog könnte man die Armenier als „christliche Juden", oder als „nichtsemitische Judenbezeichnen. Davon wollen die Armenier nichts wissen. Sie pochen auf ihre „arische" Abkunft. Nun kommt man mit dem Worte „arisch" in der Rassentheorie nicht weit, es trägt nur Verwirrung herbei. Die Armenier gehören eben der alpinen, brachycephalen Rasse an, von der die Hethiter einen Teil bilden, ebenso wie die Juden. Ein armenischer Arzt, Dr. Wahe Minassian, hielt jüngst in der Wiener K. K. Gesellschaft der Ärzte einen Vortrag über einige Rassenmerkmale der Armenierinnen. Einleitend bemerkte er: „Es ist eine von allen Ethnographen und Sprechforschern fast einstimmig festgestellte Tatsache, daß die Armenier im Großen und Ganzen der arischen Rasse angehören. Das alte armenische Hochland, begrenzt von Georgien, Persien, Kappadozien und Assyrien, war einst der Sitz zweier Stämme, eines herrschenden indogermanischen und eines turanischen und das heutige armenische Volk ging aus der Vereinigung dieser zwei Rassen hervor. Die Masse des Volkes ist brünett, von mittlerer gedrungener Gestalt, und ausgesprochener ßrachy-

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