Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1907)
- Article
- Armenier und Juden
- Date
- 1907-05-01
- Page
- Seite 69 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2650397-3187638-3187644-3189392--1097-3189425- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 69 — bei den Armenierinnen gewöhnlich mit 40 bis j 45 Jahren ein, aber die Fälle sind nicht selten, : in denen die Menses bei vorgerückterem Alter : noch bestehen; zehn der Patientinnen, darunter | zwei virgines, menstruierten, obwohl sie bereits im Alter von 47 bis 55 Jahren standen,; noch regelmäßig und sahen auch sonst kör- : perl ich wohl aus. Unter den 600 Fällen waren \ 432 Frauen; von denen hatten 400 konzipiert, j Beachtenswert war weiters das häufige Vor-; kommen von Zwillingsgeburten, indem unter j 400 Falten achtmal Zwillingskinder in die! Welt gesetzt wurden, so daß auf jede 50. Entj bindung eine Zwillingsgeburt entfiel. —; Vergleichen wir nun diese Daten mit den j Beobachtungen bei Jüdinnen, so ist bei ihnen j das frühzeitige Eintreten der Menstruation, j dieHäufigkeit der Konzeption und das lei clite Gej baren, das Minassian an anderer Steile bei den j Armenierinnen konstatiert, ebenfalls bekannt, i Bezüglich der Körperlänge hat Paul j Schröter, (Anthropologische Untersuchungen j am Becken lebender Menschen, 1R84. Dorpat. j nach Singer, Krankheitslehre der Juden.) für j Jüdinnen als Durchschnittsmaß 147,6 cm an- I gegeben. (Weibl. Deutsche Uv>.l cm.) Dies stimmt mit den Angaben Minassians für die Annenierinnen: 140 bis IAO ein. Die Zahl der Blonden unter den Armenierinnen beträgt nach Minassian 3,6 ° 0. Weissenberg hat für j die Jüdinnen Südrußlands den Prozentsatz 4,9 % gefunden. Bedcle gibt allerdings keine I separate Maße für Jüdinnen, aber seine Be- I obachtungen stammen gerade aus denselben j Gegenden wie die Minassians {Konstantinopel, j Smyrna). Er fand unter 233 untersuchten j Juden, 3 Prozent Blonde, 3,7 Prozent Rote,; 36% Braune, (Brünette), 58,3°/0 Gemischte.; Die Yeiliältnisse zeigen also große Analogien. j W. Minassian hat an den 000 Fällen auch; die Becken gemessen. Er fand dabei mehrfache Abweichungen von den Maßen der Europäerinnen, Abweichungen, die ich teil weise; auch bei den Jüdinnen nach Schroeter linde.; Während die Distantia Baudeloque nach dem \ Schulmaße 19—20 cm beträgt (Procliownik gibt für weibliche Deutsche 2,13 cm an), fand : Minassian 18—22 cm; Schroeter gibt für Jüdinnen 18,1 cm an. Wir sehen also, daß die Becken bei Jüdinnen und Armenierinnen im allgemeinen kleiner sind. Das bestätigen auch die anderen Maße. Die weiteste Entfernung der Hüftbeinkämme (Distantia cristarum ilei) beträgt bei Europäerinnen 28—29 cm. Paul Schroeter gibt für Jüdinnen 2(5,1 cm an, Minassian für Armenierinnen 25,5 bis 29 cm an. Diese Analogien sind jedenfalls auf die beiden gemeinsame liethitische Rasse zurückzuführen. Minassian gibt noch weitere Maße an, die ich beim Mangel entsprechender Angaben bei den Jüdinnen nicht vergleichen kann. Jedenfalls kann ich seinen Schlußfolgerungen, die auch bei den Armenierinnen die Scheidung in einen ..arischen "und „turanischen" Teil bestätigt finden wollen, nach den herrschenden Anschauungen der Rassentheorie nicht anerkennen. Vielmehr sollte Minassian auch beim weiblichen Teile von den Merkmalen der dolichocephalen und brachycephalen Rasse sprechen, die beide ..arisch" sind, — der Sprache nach. Jedenfalls beweisen seine Untersuchungen bemerkenswerte Analogien zwischen Armenien ••iien und Jüdinnen, die eine neuerliche Stütze für die Rassenverwandtschaft zwischen Armeniern und Juden abgeben, so daß man genötigt ist, anzuerkennen, daß die große Ähnlichkeit z wi s ch en d e m ganz en Gehaben beider Völker nicht nur auf äußere Momente (Verfolgungen, Auswanderungen etc.), sondern gewiß auch auf den Rassenfaktor zurückzuführen ist.*) *) Daß zwischen Armeniern und Juden nicht nur somatische Beziehungen bestehen, beweist eine Abhandlungdes D. V. Aptowitzer (Wien): „Beitrüge zur mosaischen "Rezeption im armenischen Recht", enthalten im Sitzungsberichte der Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien. Der Autor kommt zu folgendem Schlüsse: „Es haben sich zwischen den beiden armenischen Rechtskodizes — dem altarmenischen des Mechitar Gösch und dem mittelarmeniseken des Sempad — und dem talmudischcn Schrifttum eine Reihe von Analogien und Berührungspunkten ergeben, die bisher nicht erkannt oder nicht berücksichtigt wurden. Freilich sind diese Uebereinstimmungen nicht alle von gleicher Wichtigkeit. Bei einem Teile derselben kann eine Beeinflussung der Rechtsbücher durch das talmu- (li-chc Recht nicht mit Sicherheit behauptet werden, bei einem anderen Teile hingegen ist das Zusammentreffen nur aus dem Einflüsse des talmudischcn Schrifttums oder sogar direkter Entlehnung aus diesem zu erklären." —