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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1907-01-01 · Heft 1 (Januar 1907) · p. Seite 5

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1907)
Issue
Heft 1 (Januar 1907)
Article
Der Anteil der Juden an der Revolutionsbewegung in Rußland
Date
1907-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Verbrechen verurteilten Juden die Jüdinnen mit einem Prozentsatz von nur etwa 12—14 beteiligt sind. Wie zu erwarten war, ist die Anteilnahme der Frauen an der Bewegung viel weniger intensiv, als diejenige der Männer. Jedoch stehen hier, wie gesagt, die Jüdinnen an ^er Spitze, indem sie ein Fünftel der Gesamtzahl, während die Russinnen nur ein Zehntel und die übrigen noch weniger ausmachen. Tabelle V. Von 100 Angeklagten jeder Religion waren weiblich Religion 1901-1903 1884—1890 Christlich-Orthodox . . 10,1 15,9 Sektirer...... 1,5 12,4 Katholiken . , . . . 9,3 12,4 Protestanten .... 8,8 11,7 Armenier..... 1,3 Juden ...... 19,6 24,0 Mohamedaner .... — Insgesamt..... 12,5 15.9 Einen sehr bemerkenswerten Unterschied zeigt Tabelle VI, wrelche das Alter der Angeklagten angibt. Tabelle VI. Von je 100 Angeklagten des entsprechenden Alters und Geschlechts waren Männer Frauen Alter Juden Andersgläubige © 1! Anders-! gläubige 1 unter 21 21—25 25-40 über 30 64,7 | 35,3 39,5 j 60,5 14,9! 85,1 6,8 93,2 74 65 40 7 26 35 60 93 Wir sehen, daß die Juden hauptsächlich in die Gruppe der Minderjährigen fallen, wo sie etwa mit zwei Drittel vertreten sind. In der nächsten Gruppe der 21—25 jährigen; werden die Stellen getauscht, indem die Juden hier nur ein Drittel der Gesamtzahl bilden, dann fällt ihr Anteil noch rapider und unter den im reiferen Mannesalter stehenden Angeklagten sind die Juden mit nur 7 Prozent vertreten. Dasselbe läßt sieh auch von den | Jüdinnen sagen, die aber im allgemeinen, wie j nach obigem zu erwarten war, stärker vertreten sind. Ganz mit Recht sieht Tarnowski die Ursache für diese Erscheinung darin, daß die Juden von mehr explosiver und leidenschaftlicher Natur sind und deshalb sich eher von den verleitenden, schon in nächster Zeit Glück verheißenden Theorien der politischen und sozialen Umwälzung hinreißen lassen, Mit der größeren Lebenserfahrung trete oft eine gewisse Erkaltung ein, welche den Juden zu mehr praktischer Tätigkeit hinführe. Dazu möchte ich hinzufügen, daß bei manchem jüdischen Agitator wohl noch die Ansicht spukt, daß mit der Bar-Mizwah (13 Jahre) der Mensch wirklich reif ist, denn auf andere Weise ist es schwer zu erklären, mit welcher Leichtigkeit, man möchte beinahe sagen, Gewissenlosigkeit, unter Kindern Propaganda getrieben wird. Was das reifere Alter anbelangt, so spielt zweifellos eine gewisse Rolle die Enttäuschung, welche den Juden in Bezug auf seine andersgläubigen Kollegen in der Bewegung widerfährt. In der Jugend schwelgt der Jude förmlich in Freibeits- und Brüderlichkeitsgedanken, aber nach kurzer oder längerer Zeit ist der Rausch vorüber und der Jude merkt, daß er verloren ist und nur für andere die Kastanien aus dem Feuer geholt hat. Was den Bildungsgrad der Verfolgten anbelangt, so gibt Tabelle VII darüber Auf¬ Tabelle VII. Von je 100 Angeklagten des entsprechenden Bildungsgrades waren Bildungsgrad Juden Andersgläubige Höhere Bildung . . - 26,7 73,3 Mittlere „ ... 23,8 76,2 Niedere „ ... 27,3 72,7 Elementar „ ... 47.0 53,0 Analphabeten . . . 27,1 72,9 schluß. Leider gewährt diese sowie die folgende Tabelle VTI1 keinen klaren Einblick in die Verhältnisse, indem Tarnowski es vorzieht, nicht die Juden für sich zu betrachten, sondern ihren Anteil an den entsprechenden Gruppen des' Andersgläubigen zu berechnen. Diese Methode gibt aber brauchbare Resultate nur

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