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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1907-01-01 · Heft 1 (Januar 1907) · p. Seite 4

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1907)
Issue
Heft 1 (Januar 1907)
Article
Der Anteil der Juden an der Revolutionsbewegung in Rußland
Date
1907-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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_ 4 — Wie die Zahlen beweisen, ist die revoluj tionäre Bewegung' in Kußland eine rein i städtische, indem je 1000000 Stadtbewohner i 120, je 1000000 des Landvolkes nur 8 po l litisch Verfolgte liefern. Dieses Verhält-! nis tritt bei den Juden noch deutlicher j hervor, indem von 100 angeklagten Juden j 01 ihr Verbreehen in den Städten und nur | 9 auf dem Lande begangen haben, wogegen j diese Zahlen bei den Andersgläubigen 00 in I den Städten und 40 au! den Dörfern betrugen. j Hier spielt selbstverständlich eine gewisse j Rolle, daß 50,5 Prozent aller Juden in den j Städten, von allen Andersgläubigen aber nur; 11,8 Prozent dort wohnen. Einen indirekten j Beweis dafür, daß die Juden einerseits zum j städtischen Revolutionselement gehören und j andererseits dafür, daß sie bedeutend zur Revolutionierung der Peripherie, im Westen und Süden beigetragen haben, bildet folgende Zusammenstellung der einzelnen Städte nach der Stärke der in denselben auftretenden, revolutionären Bewegung. Es sind Städte mit; einer Bevölkerungszahl von 50000 bis 200000. in A sind jene Städte, welche; stark, 0,2 und darüber pro mille ihrer Einwohner, und in B solche, welche wenig, 0,1 und darunter pro mille, an der Revolution beteiligt sind, genannt. Für jedermann, welcher die Geographie Rußlands kennt, j ist es auf den ersten Blick klar, daß A jüj disches und B russisches Gebiet ist. Von der Gruppe A liegen nur die vier letzten im Zentrum, während von B nur 2 (Cherson und Poltawa) zum An Siedlungsgebiet gehören. Ging schon aus Tabelle iii hervor, daß der Ansiedlungsrayon an der Revolution stark beteiligt ist, so zeigt Tabelle IV, daß es hauptsächlich die größeren Städte desselben sind, welche das Hauptkontingent der Revolutionäre liefern. Dasselbe lässt sich auch für die acht russischen Großstädte mit über 200000 Einwohnern feststellen. Auf je 100 000 Einwohner entfielen politisch Verfolgte : Kiewr 52,0 (Prozentsatz der Juden 12,9) Odessa 28,4 „ 34,4 Warschau 15,3 „ 34,3 Lodz 12,0 (Prozentsatz der Juden 31,4 Riga 11,5 „ „ 7,0 Charkow 11,2 „ „ „ 0,2 Petersburg 9,7 ,, „ „ 1,3 Moskau " 5,4 „ „ 0,0 Diese Zahlen brauchen keinen Kommentar. Tabelle IV. Beteiligungder mitlcren Städte (50 000—200 000 Einwohner) an der Revolution. A stark über 0,2 B schwach — unter 0,1 pro mille pro mille Kowno Kronstadt Wilna Reval Witebsk Poltawa Minsk Cherson Bialystok Sebastopol Shitomir Jekaterinodar Berditsehcw Nowotscherkask Krenientsclmg Woronesch Jekaterinoslaw Kursk Nikolajew Orel Simferopol Tula Taganrog Kaluga Rostow a. D. Jaroslavl Tiflis Simbirsk Baku Samara Tambow Tzaritzin Mschnij -Nowgorod Astrachan Kostroma Ufa Perm Orenburg Ist schon die Beteiligung der Juden nach der absoluten Zahl sehr groß, indem sie, wie wir oben gesehen haben, den zweiten Platz nach den Hussen einnehmen, so läßt sich die seltsame Tatsache konstatieren, daß unter den weiblichen Beteiligten die Jüdinnen den ersten Platz behaupten. Sie zeigen etwa das Zehnfache (die männl. Juden das Siebenfache) davon, was nach ihrem Prozentanteil an der Gesamtbevölkerung zu erwarten 'wäre. Von den 974 weiblichen Angeklagten während der Jahre 1901—1903 waren Jüdinnen 446 45,8 % Christlich-Orthodoxe 403 Katholische 104 Protestantische 17 Sonstige 4 Bei dieser extrem hohen Beteiligung der Jü- . dinnen an politischen Verbrechen ist von Interesse, daß unter den wegen allgemeiner

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