Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 11 (November 1906)
- Article
- Die Juden in Serbien
- Date
- 1906-11-01
- Page
- Seite 172 (sequence 5)
- Language
- German
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— 172 — uni ungarischen Juden durchweg. Für di Gesamtheit der Juden gilt dies auch noch j bis 1805.1) Jedenfalls zeigt das Jahr 1900 | nicht nur einen bedeutenden Rückgang der i spaniolisehen Frauen, sondern der Zahl der j Jüdinnen überhaupt. Das mag mit der oben j betrachteten Wandlung in der Umgangssprache ein Beweis sein für die Behauptung, daß die Assimilation der serbischen Juden im Fortschritt begriffen ist. — Über die soziale Lage, besonders über die wirtschaftlichen Verhältnisse der Juden ist aus der Statistik nicht mehr viel zu erfahren, da bei den betreffenden Erhebungen keine Gliederung nach der Konfession (oder einem sonstigen Merkmal) durchgeführt ist, Nur in Betreff der Schulbildung und der Kriminalität gibt es einiges Material; daher wollen wir diese noch zur Betrachtung heranziehen. Was die Schulbildung anlangt, so ist das vorhandene Material recht spärlich und beschränkt sich auf die Daten des Jahres 1000. Leider veröffentlicht die serbische Statistik nicht das Kriterium, nach welcher die Scheidimg in Geschulte und Ungesehulte vorgenommen wird. Ich meine hier, welche Sprachen als Grundlage angenommen werden.-) .Jedenfalls dürfen wir nicht die allgemeine Bevölkerung, sondern nur die städtische zum Vergleich heranziehen, weil die Juden fast ausschliesslich in der Stadt wohnen und bei dieser Frage der Wohnort die Verhältnisse stark beeinflußt. Schon der große Unterschied, der bei dieser Betrachtung in Stadt und Land zu Tage tritt, beweist dies. Die Volksbildung in Serbien steht auf tiefer Stufe. Des Lesens und des Schreibens kundig waren: überhaupt in der Stadt 1800 IUI7 % 40,70% 180.1 17.20% 11,71% 1000 21.08 % 11,01 %, r) Möglicherweise nur infolge der ungenauen Zahlen (hier sind die „Nationaljuden4' der Betrachtung unterworfen). 1890 gab es im allgemeinen mehr jüdische Männer. -) Das Gros der nicht assimilierten Juden Kann hebräisch lesen und meist auch Jüdisch-Current schreiben. Kaum ein Fünftel der Gesamtbevölkerung kann schreiben und lesen. Die städtische Bevölkerung zeigt hier wiederum ein anderes Bild. Die Zahl der Geschulten beträgt hier mehr als die Hälfte. Immerhin zeigen die Juden von allen Nationen und Konfessionen des Königreichs weitaus das erfreulichste Bild. Die Zahl der geschulten Juden betrug nämlich 1000:10.000 0? übertraf also auch den städtischen Prozentsatz. Noch deutlicher und größer erscheint der Unterschied, wenn wir eine Gliederung nach dem Glauben vornehmen. Auf je 100 Städter entfielen 1000 bei den einzelnen Konfessionen und zw. bei den Juden........50,00 Protestanten u. Katholiken 11,J4 Orthodoxen......47,33 sonstigen Konfessionen . 28,08 Geschulte. Da aber die Katholiken und Protestanten zumeist Ausländer sind, so kommt beim Vergleich vor allem das Verhältnis zwischen Juden und (Orthodoxen in Betracht. Und da beträgt der Unterschied selbst zwischen der Stadtbevölkerung noch immer gegen 10°/„. Die offizielle serbische Statistik kennt dieses Verhältnis und registriert es in dem Satz: ..Aus diesem Vergleiche ersehen wir, daß die Jaden die intensivste Schulung besassen." t) Schliesslich sei noch die Kriminalität der Juden einer kurzen Betrachtung unterzogen. Die Kriminalitätsstatistik des Königreichs ist eine vorzügliche und zeigt eine Durchführung nach den besten modernen Vorbildern. Abgesehen von den Jahrbüchern, welche wertvolles Material enthalten, enthalten 8 Bände der St. Kgr. Serb. (u. zw. Bd. VI, XIV u. XX.) die Ergebnisse der Kriminal Statistik für die Jahre 1888 00, 181)1 1 und 1800. Nun enthält Bd. VI, der die Periode 1888 00 behandelt, wohl eine Gliederung nach Konfessionen, doch sind leider die Juden nicht besonders ausgeschieden. Unser Material beschränkt sich lediglich auf die Zeit von 1801 — 1800. I 0 cf. St. KgT. Serb. a. a. O. p. CXLVi: „Iz ovoga j predjenja vidimo, da je pismenost bila najintensivnija :^od i Mojsijevaca."