Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 11 (November 1906)
- Article
- Die Juden in Serbien
- Date
- 1906-11-01
- Page
- Seite 173 (sequence 6)
- Language
- German
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— 178 — Vorn rt eil ro. JaLr insgesamt Juden 0 0 LS<)1;ms :i 0,U*> 18i)2 :«>:-* ■") o;i5 LSIKi *2(>os o,n lSD-i :r>sr> 2 nur. lSi)5 ■isis :)4 o.Tl 1«S<J() 2S:*4 (5 O.L'Ü Aus der hier gegebenen Zusammenstellung läßt sieh ersehen, daß die absolute Zahl der jüdischen Verl)reo}]er sehr gering ist. Nur das Jahr ISli.") bildet hierin eine Ausnahme.1) Aber aus der allgemeinen Verbrechensbewegung in Serbien steht fest, daß das Jahr 18*),") nicht nur ein. wirtschaftliches, sondern auch ein kriminelles Krisen]ahr ist. Kein Wunder, wenn auch die Kriminalität der Juden in diesem Jahr eine außergewöhnliche ist, Man wird daher gut tun, dieses Ausnahmejahr nicht zum Vergleich heranzuziehen. Aber selbst wenn man diese Maßregel nicht anwendet, erreicht die durchschnittliche Beteiligungsziffer der Juden am Verbrechen in der Periode 1801—181)0 nur 0,25 % und 1890 nur 0,22 %. Jovanovic zieht die Beteiligungsziffer der Juden an der Gesamtbevölkerung als Kriterium heran und kommt dann zu dem Ergebnis, daß die relative Kriminalität der Juden 181)1-— iSS»."> g r ö ß e r und 1.800 g 1 e i c h ihre r relati ven Beteiligung an der Bevölkerung ist-). Das ist unrichtig, weil dabei die relativ große Beteiligung der Juden an den niedersten Altersstufen und die damit zusammenhängende übermäßige Zahl der Strafunmündigen (in Serbien alle Kinder bis zum vollendeten 1.1. Lebensjahr), außer Betracht bleibt. Sodann muß zum Vergleich mit den Juden aus den oben erwähnten Gründen vorzüglich die städtische ') Ausführlichere kriminalstatistische Daten enthält mein oben zitierter Aufsatz in „Aschaflenburgs Monatsschrift". -) cf. St. Kot. Serb. Bd. XX. p. LVII. „Procedat osudjevanih mojsijevaca ravan je procentu stanovnika ove vere". Bevölkerung herangezogen werden, die eine relativ viel höhere Kriminalität besitzt als die Landbevölkerung. Verfährt man hiernach, so ist die relative Beteiligungszitter der Juden am Verbrechen viel kieiner als ihre relative Beteiligung an der homogenen Bevölkerung und ihre Kriminalität als eine glinstige zu bezeichnen. Über die Teilnahme der Juden an den einzelnen Deliktskategorien gibt es nur wenige Daten. Im Durchschnitt entfiel 1S!)1 Do von den Delikten jüdischer Verbrecher auf die: jährlich in %, Staatsdelikte: 1 O.iM Personendelikte: 4 O^S Eigentumsdelikte: 4 (klM Amtsdelikte: — — Die absoluten Zahlen besagen hier wenig. Die Prozentzahlen zeigen hinsichtlich der Delikte eine andere Verteilung bei den Juden als bei der Gesamtbevölkerung. Während bei der Gesamtheit die Eigentumsdelikte überwiegen und auf eine wirtschaftliche Natur des Verbrechens hinweisen, überwiegen bei den Juden die Personendelikte. Vielleicht ist auch dies nur eine Folge ihrer besseren sozialen Lage. Das Fehlen von Amtsdelikten erklärt sich wahrscheinlich durch die Nichtanstellung jüdischer Beamter. — AVir sind nun am Schlüsse unserer Betrachtungen angelangt und wollen dieselben in folgenden Sätzen noch kurz zusammenfassen : Die Zah 1 der Juden in Serbien ist abso 1 ut und relativ seh r gering. Den Fla u p t s t o e k bilden Spaniolen. Die J u d e n h e b en s i c h a u ß e r d u r c h A b~ s t a m n i u n g u n d K o n f e s s i o n g r ö ß t e nteils auch durch eine besondere Umgangssprache charakteristisch von der üb ri gen B evö 1 k erung ab. Doch ist in den 1 e t zten Jahren ein Fo rts ch ritt der Assimilation festzustelle n. Die K r i m i. n a 1 i t ä t d e r J u d e n ist a u ß e r o r d e n 11 i c h g e r i n g.