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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1906-08-01 · Heft 8-9 (August 1906) · p. Seite 119

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1906)
Issue
Heft 8-9 (August 1906)
Article
Ein Beitrag zur Statistik der Juden in Großbritannien
Date
1906-08-01
Page
Seite 119 (sequence 7)
Language
German
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— 119 — für männliche Juden im Alter von 25—35 Jahren 4.59, während die allgemeine Sterbeziffer 5,81 war. Die Sterbeziffer im Alter von 35—45 Jahren ist erheblich niedriger als die allgemeine Sterbeziffer und ist der einzige Fall, wo die j männliche Sterbeziffer die weibliche übersteigt, j sodaß ich annehme, daß bei der Schätzung j der Bevölkerung dieser Altersgrenze ein Irrj tum vorgekommen sein muß. | 5. Geburtszif f ern. i Jeder Versuch zur Schätzung jüdischer \ Geburtsziffem muß notwendigerweise auf in- \ direkten Methoden basiert sein. Keine Erj mittelung jüdischer Geburten ist auch nur im j geringsten für diesen Zweck geeignet. In j einigen Synagogen wird ein Register über die j männlichen Geburten geführt, jedoch sind j diese Fälle so vereinzelt, daß diese Auf zeichj nungen kaum als geeignetes Material anzuj sehen sind. So sind alle Wege für eine direkte; Berechnung verschlossen, und wir müssen! uns mit einer indirekten, ungefähren und | etwas umständlichen Methode begnügen. Wenn | man annimmt, daß die statistischen Verhältj nisse der nicht]üdisehen Bevölkerung von j Stepney mit Bezug auf Alters- und Geschlechtsj Zusammensetzung mit denjenigen für die Bej zirke Shoreditch, Bethnal Green, Bermondsey \ und Soiithwark identisch sind, so erhalten wir I Ziffern, die als Resultat für die nichtjüdische j Bevölkerung von Stepney in verschiedenen j Altersgruppen anzusehen sind. Ferner erj scheint die Annahme nicht unberechtigt, daß i die nicht jüdischen weiblichen Personen im j Alter von 15—45 Jahren in Stepney jährlich imj gefähr dieselbe Anzahl Kinder gebären wie in j den gesamten obigen Bezirken. Diese Folgerung! wird durch die Beobachtung bestätigt, daß! die Geburtsziffem in den verschiedenen Stadt- : bezirken einander sehr ähnlich sind. Mag j man nun den einen oder den andern Maßstab j anwenden, so ergibt sich als Zahl der nichtj jüdischen Geburten in Stepney 5939. Da die i Gesamtzahl der Geborenen in Stepney im j Jahre 1903 11329 betrug, so stellt sich die j Zahl der jüdischen Geborenen auf 5390. Die j letzte Zahl ergibt ein Geburtsverhältnis von 45,0 pro 1000 Juden und von 189 pro 1000 jüdische Frauen im Alter von 15—45 Jahren, sowie ferner eine jährliche Geburtsziffer von 364 pro 1000 verheiratete jüdische Frauen im Alter von 15—45 Jahren. Das letzte Resultat basiert auf der Annahme, daß das Verhältnis der verheirateten Frauen unter der nichtjüdischen Bevölkerung von Stepney ein normales ist. Hiernach würden sich 22 900 nichtjüdische und 14833 jüdische verheiratete Frauen im Alter von .15—45 Jahre ergeben. Die höhere jüdische Geburtsziffer ist nicht durch die Annahme zu erklären, daß das Verhältnis der unverheirateten Frauen zwischen 15 und 45 Jahren bei den Juden erheblich geringer sei als bei den Nichtjuden. Ein Vergleich zwischen den verheirateten Frauen im Alter, wo sie Kinder zur Weit bringen, deutet vielmehr auf eine bedeutend größere Fruchtbarkeit hin. P>. Kind erste r b 1 i ch k e i t. Keine r F rage der Lebens Statisti k der Juden ist mehr Aufmerksamkeit zugewandt worden als der der Kindersterblichkeit. Nach den Erfahrungen in den jüdischen Bezirken wird ärztlicherseits allgemein zugegeben, daß die Kindersterblichkeit merkwürdig gering ist. Sir Shirley Murphy legte kürzlich der Kommission für die gesetzliche Regelung der Einwanderung die folgende Tabelle VIII vor: Tabelle VIII. — Es starben im Alter von unter 1 Jahr unter je 1000 Geborenen in Stepney, Southwark und London. 1886-90 1891-95 \ 1896-! 1900 Stadtbezirk Whitchapel . . . i 170 158! 144 „ St.George-in-the-Easti 195 190; 181 „ Liinebouse . . . j 191 187; 204 MileEndOldTown 147 154 i 155 ganzes Stadtviertel Stepney . \ 170 168 1 165 Stadtviertel Southwark . . . j 172 181 i 186 153 156 l 161 Nach dieser Tabelle gingen die Sterbefälle unter einem Jahre auf tausend Geburten in den Bezirken von Whitechapel und St. George in the East, wo eine stete Zuwanderung von

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