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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1906-06-01 · Heft 6 (Juni 1906) · p. Seite 90

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1906)
Issue
Heft 6 (Juni 1906)
Article
Zur Biologie und Pathologie der jüdischen Rasse
Date
1906-06-01
Page
Seite 90 (sequence 6)
Language
German
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— 90 - Anlage zur Pest, zum Typhus, zum Croup, zur Hirn Wassersucht, eine desto größere zu hypochondrischen und hysterischen Affektionen, zu Hautkrankheiten und zu Stauungen im Pfortadersystem. Dr. L. Silvagni sagt in dem früher zitierten Artikel in der Rivista crit. di Clin, med.: Der Immunität der Juden gegenüber den großen Volksseuchen steht entgegen ihre große Empfänglichkeit für andere Krankheiten, wie Zuckerkrankheit, Gicht, Gallen- und Nierensteine, Neuralgien, chronischen Rheumatismus, Krankheiten der Nerven und des Gehirns. Für das Deutsche Reich wird z. B. 1871 angegeben, daß auf 10 000 Christen 8,6 Geisteskranke, dagegen auf lOOOO^Juden 16,1 kamen. Als Ursache der großen Neigung der Juden zu Geisteskrankheiten kommen zwei Umstände in Betracht: daß die Juden fast sämtlich in Städten wohnen und daß sie größtenteils Berufe ausüben, die eine angestrengte geistige Arbeit erfordern. Dr. M. Kretzmer sagt: Das Nervensystem ist bei den Juden der locus minoris resistentiae« Lombroso bestätigt in seinem Buche: „Der geniale Mensch" die bedeutend größere Zahl der Geistes- und Nervenkrankheiten bei den Juden und erklärt das eben durch die größere geistige Rührigkeit der Juden, denn wo ein Organ, das Gehirn, sehr tätig ist, folgt auch leicht Überanstrengung und Krankheit desselben. Nach den Untersuchungen Dr. Beadles erkranken die Juden besonders häufig an Paralysis progressiva, die Jüdinnen an Nachgeburtspsychosen. Die Juden erkrankten an Paralysis progressiva in 21% der Fälle, die Nichtjuden in 13°/o der Fälle, die Jüdinnen an Nachgeburt sps} chosen in mehr als 15% der Fälle, die Nichtjüdinnen in 6,18% der Fälle. Die Nachgeburtspsychosen bei den Jüdinnen erklärt sich Dr. Beadle durch die frühen Ehen. Warum aber die Juden an Par. progr. häufiger erkranken, erscheint ihm sehr auffallend. Syphilis kommt bei den Juden wenn nicht seltener, so doch für keinen Fall häufiger als bei den anderen Nationalitäten vor, Excesse in venere sind bei ihnen wohl sehr verbreitet, in baccho entschieden seltener als bei den anderen. Dr. Beadle gibt der Meinung Ausdruck, daß die häufigere Erkrankung der Juden an Paral. pr. sich nur durch die Überanstrengung des Gehirns erklären könnte. Die Juden erkranken an Geisteskrankheiten im früheren Alter als die Nichtjuden. Das durchschnittliche Alter der Juden, weiche in die Londoner Irrenanstalten eintreten, ist 37 Jahre, der Jüdinnen 36; der Nichtjuden hingegen 43 Jahre für Männer und Frauen. Dementsprechend sterben in jenen Anstalten die Juden durchschnittlich im 45. Jahre, die Jüdinnen im 47. Jahre, Nichtjuden dagegen im 52., Nichtjüdinnen im 56. Jahre. Auch die Recidiven der Geisteskrankheiten sind bei den Juden doppelt so häufig, als bei den anderen Nationalitäten. (The Lancet, 1900, 27. Oct.) Von den Augenkrankheiten, die bei den Juden häufiger vorkommen, sind zu erwähnen: Trachom (Ursache: soziale Verhältnisse) ebenso wie die Kurzsichtigkeit; ferner Glaukom (Ursache: größere Nervosität). Im „Wratsch" 1899 hat Dr. Botwinnik eine Abhandlung veröffentlicht über die Kurzsichtigkeit der Juden. Er kam zu folgenden Schlüssen: a) Die Kurzsichtigkeit ist bei den Juden 41/2 bis 5 Mal mehr verbreitet als bei den Christen; b) Fälle hochgradiger Myopie (10 D) kommen bei den Juden viel häufiger vor als bei der übrigen Bevölkerung, c) Die Kurzsichtigkeit hängt bei den Juden von einer erblichen Praedisposition ab. (Nach Schnabl ist Kurzsichtigkeit bis 5 Dioptrien keine Krankheit, sondern eine Anpassungserscheinung an die intellektuellen Berufe. Anm. d. Aut.) Über die Disposition der jüdischen Rasse zu Geisteskrankheiten veröffentlichte A. Pilcz in der „Wiener klinischen Rundschau" eine Studie auf Grund eines Materials, welches 1437 Fälle umfaßt. Die Disposition für die einzelnen Formen psychischer Erkrankung bei den Juden weist merkbare Unterschiede gegen die nichtjüdische Bevölkerung auf. Alle jene Psychosen, als deren aetiologischer Faktor der Alkoholmißbrauch geltend gemacht werden kann, gelangen bei den Juden kaum je zur Beobachtung. Bei jenen Geisteskrankheiten, bei welchen neben einer ihrem Wesen nach nicht näher aufgeklärten individuellen Praedisposition

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