Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1906)
- Article
- Zur Biologie und Pathologie der jüdischen Rasse
- Date
- 1906-06-01
- Page
- Seite 89 (sequence 5)
- Language
- German
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— 89 — die biologischen Vorteile. So zeigt Billings, daß die Sterblichkeit der Juden in Amerika in der letzten Zeit in Zunahme begriffen ist. Während die Todesrate bei den eingewanderten Juden auf 10000 nur 761 beträgt, ist sie bei den in Amerika geborenen Kindern der eingewanderten Juden auf 961 gestiegen. Wie ferner früher die Paralyse bei den Juden kaum auftrat, ist sie bei der großstädtischen jüdischen Bevölkerung stark in Zunahme begriffen. Hirschl fand in Wien unter 200 Paralytikern 40 Juden; analoge Resultate fand Beadle in der Irrenanstalt Colney Hatch j in London. Dies bringt Hoppe mit dem zunehmenden Alkoholgenuß und der dadurch häufiger acquirierten Lues in Zusammenhang. Dr. A. Reibmayr dagegen ist geneigt, anzunehmen, daß der Hauptgrund für die größere Widerstandsfähigkeit darin zu suchen sei, daß die Rasse im Verlaufe ihrer Geschichte durch das Überstehen der Seuchen immunisierende Kräfte erworben und durch die Inzucht sie weitergegeben und befestigt hat. Er sagt: „Ich habe hervorgehoben, daß das kleine Inzuchtvolk der alten Juden sich schon während ihres Aufenthaltes in Ägypten durch die Inzucht eine intensivere Immunität gegen die dort herrschenden Seuchen erworben hat. Auch in Palästina, der Heerstraße so vieler Völker haben die Juden viel von Seuchen und Epidemien zu leiden gehabt. So brachten denn die Juden später nach ihrer Zerstreuung in die nördlicher gelegenen, europäischen Gregenden schon eine große, erworbene Widerstandsfähigkeit gegen die von Asien eingeschleppten Seuchen, den Aussatz und die Pest, mit sich und fixierten sich diese Widerstandskraft durch ihre ausschließliche und auf eine verhältnismäßig sehr kleine Volkszahl beschränkte Inzucht. Daher ihre auffallende Widerstandskraft gegen die Pest im Mittelalter. Hätten die Juden diese erworbene, durch die Inzucht fixierte Widerstandskraft gegen die bakteriellen Krankheiten nicht zur Seite gehabt, so hätten sie die fürchterlichen Seuchen des Mittelalters, speziell die Pest, in ihren schmutzigen, allen hygienischen Verhältnissen hohnsprechenden Grhettos unterliegen müssen. Und doch sagen die Berichte, daß sie nicht nur bei der Pest, sondern auch bei den anderen Epidemien viel weniger litten als die andere Bevölkerung. Da kam aber eine Krankheit, mit der sie noch nicht gekämpft hatten, das war die Cholera. Hier hatten sie nichts von ihren Vorfahren ererbt, und da wird uns nun berichtet, daß sie mehr litten, als die übrige Bevölkerung, oder nicht weniger. Es ist jedoch mit Sicherheit vorauszusagen, daß auch hier von den bei den Epidemien überlebenden G-enesenen die erworbene Widerstandskraft durch die Inzucht i rascher verbreitet und erhalten werden wird, und daß die Juden sich nach einigen Epidemien auch gegen die Cholera widerstandsfähiger erweisen werden, als die übrige Bevölkerung Europas, bei welcher durch Panmixie diese erworbene Widerstandskraft immer wieder abgeschwächt wird, und wo es gewiß viel längere Zeiträume braucht, bis die Bevölkerung es zu einer weit verbreiteten größeren Widerstandskraft bringt'4. (Diese Ansicht Reibmayrs wird durch die oben zitierte Untersuchung Tornays über die Cholera in Budapest 1851 bestätigt.) „Dort wo die Juden die Inzucht etwas loser betreiben, verlieren sie auch diese durch die Inzucht allein hervorgerufenen biostatischen Vorteile, wie dies z. B. in Amerika schon den Redakteuren des Census Bulletins aufgefallen ist; nur ist es eine falsche Meinung, wenn man dies dann auf die Veränderung ihrer Lebensweise und das Aufgeben ihrer orthodoxen Sitten schiebt. Alle ihre Sitten können sie aufgeben; so lange sie die Inzucht nicht aufgeben, werden sie ihrer biostatischen Vorteile nicht verlustig werden." II. Dem biologischen Aktivuni der Juden steht ein biologisches Passivum entgegen. Dr. Stephan sagt im „Wekbl.voorG-eneeste": Akute Krankheiten, schwere organische Erkrankungen der Nieren, der Leber und des Zentralnervensystems, ferner Tuberkulose und Lues sind relativ selten; dagegen sind Diabetes, funktionelle Erkrankungen des Nervensystems und Psychosen relativ häufig. Dr. Stark in seiner Speziellen Pathologie (1835) S. 151 schreibt: Die Juden besitzen eine geringe