Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1906)
- Article
- Zur Biologie und Pathologie der jüdischen Rasse
- Date
- 1906-06-01
- Page
- Seite 88 (sequence 4)
- Language
- German
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- Tunis 2× ep/1048155
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- 88 - Juden. In Tunis kamen auf 1000 Todesfälle an Tuberkulose: Europäer 5,13, Araber 11,3, und Juden nur 1,24. Fishberg sieht die geringe Neigung zur Tuberkulose als eine Rasseneigenschaft an. Dr. Glattes hat in der Abhandlung: das Rassenmoment in seinem Einflüsse auf Erkrankungen (Canstatts Jahresbericht 1864, Bd. 7) seine Erfahrungen über das Verhalten von Magyaren, Ruthenen, Deutschen und Juden gegen Krankheiten publiziert. Er schreibt: Die Juden zeigen die größte Immunität gegen "Wechselfieber, Konvulsionen, Tabes meseraica der Kinder Entzündung der Respirationsorgarne, dagegen Neigung zu Hautkrankheiten, zu Gastrointestinalkatarrhen und Hernien. Die Phtisis ist bei ihnen seltener als bei der anderen Bevölkerung. Ferner schrieben im „Wratsch 1901" die Arzte Tostevint und Remlinger über dieses Thema. Sie bestätigen die.. auffallende Seltenheit der Phtisis bei den Juden in Tunis. Dr. Schtschepotjew schreibt im „Wratsch j 1900, No. 8", über die Lungentuberkulose in der russischen Armee. Unter 527 registrierten Erkrankungsfällen an Tuberkulose waren Christen 469, Mohamedaner 37 und Juden 21. Diese Zahlen verhalten sich wie 22,3 : 17 : 1. Nach der Nationalität waren in dem von ihm aufgezählten Regim entern Christ en88,82%, Mohamedaner 5,79 % und Juden 5,03 %. Beim Vergleiche der ersten Zahlen mit den zweiten fällt die Tatsache auf, daß die Tuberkulose am häufigsten vorkommt bei den christlichen Soldaten, am seltensten bei den jüdischen Soldaten, obwohl die Ernähr ungsverhältnisse der jüdischen Bevölkerung in Rußland bekanntlich erbärmlich sind. Dr. Schtschepotjew hat außerdem aus der Litteratur folgendes üer das Verhalten der Juden gegen die Tuberkulose zusammengestellt. 1. Der englische Arzt Dr. Stellard behauptet in seinem Buche über das Bettlertum in London, daß die jüdischen Kinder selten an Tuberkulose und Skrophulose leiden. Gibbon erwähnt das seltene Vorkommen der Tuberkulose bei den Juden. 2. Lombroso berechnet, daß in Verona die Sterblichkeit der katholischen Kinder an Tuberkulose 6 % beträgt; der jüdischen hingegen nur 1 %. Er erklärt sich diesen Unterschied dadurch, daß die Juden früh heiraten. Was ist nun die Ursache der größeren Wiederstandsfähigkeit der Juden? Dr. Hoppe ist geneigt, sie in der Mäßigkeit in alcoholicis zu finden; die strengen Speisegesetze verhinderten zwar die Übertragung der Tuberkulose durch das Fleisch tuberkulöser Kühe, aber jetzt nach Einführung der allgemeinen gesetzlichen Fleischbeschau komme dieser Vorteil der ganzen Bevölkerung zu Gute. Die Innigkeit des Familienlebens bei den Juden wirke der Kindersterblichkeit entgegen. Der Hauptvorzug sei aber ihre Massigkeit! „In dem großen Heer der Trinker, welche unsere Krankenhäuser, unsere Irrenanstalten, unsere Trinkerasyle, unsere Korrcations- und Strafanstalten bevölkern, trifft man nur ausnahmsweise einen Juden. Ein delirium tremens, eine akute Alkoholvergiftung, ein Selbstmord infolge von Trunksucht ist bei den Juden unerhört." Der Alkohol setzt auch! die Wiederstandskraft gegen Infektionskrankheiten herab. (Cholera, Pneumonie, Tuberkulose.) Er schädigt ferner die lebenswichtigen Organe (Herz, Leber, Niere). Daher die Seuchenfestigkeit der Juden einerseits, ihr selteneres Erkranken an Herzerweiterung, Lebercirrhose und Nierenentzündung andererseits. Der Alkoholismus der Eltern beeinflußt auch die Nachkommenschaft; Dr. Hoppe findet den Grund der geringeren Kindersterblichkeit bei den Juden vor allem darin, daß sie nicht alkoholisiert sind. v. Bunge fand ferner, daß die Trunksucht der Väter die Ursache ist, däß die Töchter die Fähigkeit verlieren, die Kinder selbst zu stillen. Dadurch geht aber vielen Kindern ihre naturgemäße Nahrung, die Mutterbrust, ab, wodurch sie leichter erkranken und häufiger sterben. Bei den Jüdinnen ist die Fähigkeit, die Kinder zu stillen, im hohen Grade vorhanden. Fels teilt mit, daß in London selbst in den ärmsten Quartieren zahlreiche Jüdinnen, die in Not und Elend leben, 8—14 Kinder besitzen, die sie selbst gestillt haben; sie sind mit Recht stolz auf ihren Kinderreichtum. Andererseits gew7öhnen sich die besser situierten Kreise der Juden an die Trinksitten der Umgebung; demgemäß verlieren sie auch