Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1906)
- Article
- Zur Biologie und Pathologie der jüdischen Rasse
- Date
- 1906-06-01
- Page
- Seite 87 (sequence 3)
- Language
- German
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8' \'< ' — Punkt: Ueber die durchschnittlich längere Lebensdauer der Juden geben die besten Anhaltspunkte die Lebensversicherungsgesellschaften, Die Juden sind die gesuchteste Kundschaft der Lebensversicherungsgesellschaften, ja diese gewähren ihnen da und dort gewisse Vorteile vor der übrigen Bevölkerung. (Leroy Beaulien: Israel unter den Nationen.) Dies gilt nicht nur für wohlhabende Juden, sondern auch für in dürftigen Verhältnissen lebende. Nach dem amerikanischen Census von 1890 wären die Lebensaussichten des Kindes im Augenblicke der Geburt, was der Census „Expectative of Life", nennt in den jüdischen Familien 57 Jahre, in den englischen und anderen Familien 41. In Italien bestand bis vor kurzer Zeit keine Arbeit über die Mortalität der jüdischen Bevölkerung; erst seit einigen Jahren hat J. Pardo in Verona eine solche für diese Stadt ausgeführt. Die Studie umfaßt den Zeitraum von 1855—64. Aus den Tabellen ergibt sich ein bedeutender Ueberschuß der Geburten (320) über die Todesfälle (272) der jüdischen Bevölkerung; dies Verhalten steht im Gegensatze zu den entsprechenden Daten für die katholische Bevölkerung der Stadt, bei der in derselben Zeit 2155 Todesfälle und [1957 Geburten vorkamen, also ein Ueberschuß der Todesfälle bestand. Noch größer ist der Unterschied in der Quote der Todesfälle bei den beiden Elementen der Bevölkerung; die 52 829 Katholiken (Durchschnitt des Jahrzehnts) hatten eine Mortalität von 4%, die Juden eine von 2%, also eine halb so große. Hoppe weist in dem oben citierten Artikel auf die größere Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten seitens der Juden hin. Das ist in der Tat der Fall. Und nicht nur aus letzterer Zeit, sondern auch in früheren Jahrhunderten ist das nachzuweisen. Als vor mehr als einem halben Jahrtausend? 1348, die Pest in ihrer furchtbarsten Gestalt, als „schwarzer Tod" Europa durch wütete, und zahllose Menschenleben dahinraffte, fiel es aligemein auf, wie wenig Juden starben. Auch in den letzten Jahrzehnten bewahrheitete sich die „Seuchenfestigkeit" der Juden. Während nach Tornay in der Choleraepidemie in Pest 1851 die Sterblichkeit unter den Christen 18,5 % betrug, starben unter den Juden nur 2,5% daran. Nach Cohn entfielen in Posen in den Jahren 1856—65 unter 1000 Todesfällen bei den Auf Kathol. Protest. Juden Pocken 31 21 9 Typhöse Fieber 59 75 67 Tuberkulose 189 156 138 Auffallend ist, daß die Juden selbst von der verheerendsten Krankheit der Menschen, der Tuberkulose, mehr verschont bleiben als die anderen Völker. Auf 100 000 Lebende ereigneten sich in New-York von 1885 — 90 infolge von Schwindsucht Todesfälle bei den Russen u. Polen (fast nur Juden) 98, Ungarn (Mehrzahl Juden) 155, Amerikanern 205, Engländern 322, Deutschen 328, Böhmen 499, Iren 645. Daß diese geringere Sterblichkeit der Juden nicht etwa durch ihre Wohlhabenheit bedingt ist, beweist der Umstand, daß selbst in den drei ärmsten Bezirken New- Yorks, wo die Juden in großem Elend zusammengedrängt wohnen, dasselbe Sterblichkeitsverhältnis herrscht- Nach Korösi kamen in Ungarn in den Jahren 1885—93 von 10000 Todesfällen auf Tuberkulose bei den Katholiken 722, den Lutheranern 788, den Kalvinern 655, den Juden aber nur 376. Dr. Fishberg (New-York) hat das Vorkommen der Tuberkulose bei den Juden zum Gegenstand einer Untersuchung gemacht. Nachdem er die Disposition als das wesentlichste Moment zum Zustandekommen der Infektion bezeichnet und die hierfür ursächlichen Faktoren — schwächliche Körperentwicklung, ungenügende Ernährung; enge luft- und lichtlose Wohnungen, Unsauberkeit u. s. w. — geschildert, bringt er statistische Angaben über das progressive Wachstum der Tuberkulose im Zusammenhang mit der Enge der Wohnungen. Alle ungünstigen, der Erwerbung der Tuberkulose förderlichen Umstände treffen nun auf die in Amerika und Afrika lebenden Juden zu und trotzdem stellt sich die Verbreitung der Tuberkulose bei ihnen folgendermaßen: In New-York starben in den letzten sechs Jahren nnter den dort lebenden Einwanderern, auf 100000 Menschen berechnet, 645,73 Irländer, dagegen nur 98,21 russische