Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1906)
- Article
- Zur Biologie und Pathologie der jüdischen Rasse
- Date
- 1906-06-01
- Page
- Seite 86 (sequence 2)
- Language
- German
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- 86 - Alter von 1—5 Jahren stehenden christlichen Kinder, dagegen nur 10 Prozent bei den Juden: in Amsterdam 11 Va Prozent der christlichen, 9 Prozent der jüdischen Kinder. Auf der anderen Seite aber ist die längere Lebensdauer der Juden eine Folge des Umstandes, daß sie den schweren Infektionskrankheiten, welche die Bevölkerung dezimieren, weniger unterworfen sind. Gerade für die gefährlichsten und verbreitetsten Infektionskrankheiten, wie Tuberkulose, Lungenentzündung, Typhus, Wechselfieber sind sie weniger empfänglich wie die Christen. Dazu kommt Enthaltsamkeit gegenüber dem Alkohol, geringe Verbreitung der Syphilis, sorgfältige Auswahl der Speisen. Die Speisegesetze, welche gerade von den in den gedrücktesten Verhältnissen lebenden Juden am genauesten befolgt werden, sind in Wahrheit eine Schutzwehr gegenüber den von den Verdauungsorganen ausgehenden Infektionskrankheiten. Auch der hygienische Wert einer strengen Innehaltung der Ruhetage, dieser großen Wohltat, die das Judentum der Kulturmenschheit geliefert hat, dürfte hierbei eine Polle spielen. In der Basler „Internationalen Monatsschrift4' 1903 hat Dr. Hoppe speziell den Einfluß der Mäßigkeit auf die Mortalität und Morbidität der Juden untersucht: Nach Körösi starben in Ungarn von 1885—93 von 1000 Lebenden jeder Konfession im ganzen 72,2 Katholiken, 78,8 Lutheraner, 55,5 Calviner, aber nur 37,6 Juden. In New- .York starben 1890 nach Hofimann unter 1000 Personen im Ganzen 26,2, darunter bei den Nordamerikanern 45,1, den Iren 36,0, den Deutschen 22,1, den Russen und Polen (meist Juden) nur 16,7 Prozent. In derselben Stadt betrug 1899 die Sterblichkeit der ganzen Bevölkerung 18,5, in zwei Bezirken aber, wo fast ausschließlich Juden wohnten,, nur 17,2 und 14,5 °/0. Besonders gering ist die Kindersterblichkeit bei den Juden. Nach Korösi starben in Budapest 1898 auf je 100 000 lebende Kinder unter fünf Jahren bei den Katholiken 4143, den Lutheranern 3762, den Calvinisten 3239, den Juden aber nur 1442 Kinder. Madison Marsh i in Philadelphia berichtet, daß in Amerika die Kindersterblichkeit der Juden in den fünf ersten Lebensjahren nur halb so groß sei, wie bei Christenkindern desselben Alters. Auch die Zahl der Totgeburten ist bei den Juden eine kleinere als bei den Christen. Von 1822 -40 hatten in Preußen auf 1000 Kinder die Juden 25; die Christen aber 36 Totgeburten; dann von 1849—55 die Juden nur 13.4, die Katholiken 34,5, die Protestanten 43,0. In Berlin betrug die Zahl der Totgeburten nach Neefe von 1867—71 bei den Juden 12,4%0, den Katholiken 34,2%0, den Protestanten 45,6%0. Auch in Frankreich herrschen ähnliche Verhältnisse. Nach Legoyt gab es von 1849—55 und von 1851—61 unter 1000 ehelichen Geburten bei den Reformierten 40.3%, den Katholiken 32,7, bei den Juden nur 13,0 Totgeburten. Für die 25 Jahre von 1S75—99 betragen die Totgeburten in Preußen in den christlichen Ehen 35,8, in den jüdischen Ehen 32%, während in den Mischehen zwischen Christen und Juden die Zahl der Todtgeburten sich zwischen den Grenzzahlen bewegt. Die geringere Sterblichlichkeit der Juden gelangt auch in ihrer längeren Lebensdauer zum Ausdruck. Nach Neufville ist für Frankfurt a. M. die durchschnittliche Lebensdauer der Juden 48 Jahre 9 Monate, die der Christen aber nur 36 Jahre und 11 Monate. In Berlin war 1895 das 50. Lebensjahr von 15,7% aller Juden, aber nur von 12,4% der Christen, das 60. von 7,3% der Juden und von 5,5% der Christen, das 70. von 2,6% der Juden und von 1,8% der Christen erreicht. Im Komitate Wieselburg erreichten nach Glatter von 1833—55 von 1000 Juden 123, von 1000 Ungarn 54 das 70. Lebensjahr. In Budapest gelangte nach Lombroso die Hälfte aller Juden in das 50. Lebensjahr, von den Christen aber zu einem Alter von 30 Jahren. Ripley vergleicht in einem 1899 erschienenen Werk die Lebenskraft der Juden und der anderen Bevölkerung in Massachusetts und findet, daß von 100 jüdischen Kindern die Hälfte gar das 70. Lebensjahr überschreitet, während von 100 christlichen Kindern die Hälfte vor dem 47. Lebensjahr stirbt. Dr. Albert Eeibmayr sagt in seinem noch nicht nach Gebühr gewürdigten Buche: „Inzucht und Vermischung beim Menschen" über diesen